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Rolf Rothgang vom SV Orsoy über seine Leiden als Schalke-Fan

Rheinberg : Die Leiden des Rolf Rothgang

Der Funktionär des SV Orsoy ist seit Jugendtagen Schalke-Fan. Den jetzt feststehenden Abstieg in die 2. Bundesliga habe er schon früh kommen sehen.

Im Januar 1966 besuchte Rolf Rothgang mit seinem Vater Wilhelm erstmals ein Spiel der Fußball-Bundesliga. In der Schalker Glückauf-Kampfbahn war der damals 13-jährige Augenzeuge der Partie zwischen den Schalker Knappen und dem Meidericher SV, wie der heutige MSV Duisburg seinerzeit noch hieß. Der junge Rolf erlebte zwar keine Tore, die Partie endete 0:0, aber Schalke 04 hatte einen neuen Anhänger gewonnen. Um so schlimmer ist für den heute 68-Jährigen das, was sich bislang in der aktuell Saison ereignete und am Dienstag mit dem Abstieg der Schalker in die 2. Bundesliga endete.

Denn die Liebe zu den Königsblau wurde bei Rolf Rothgang im Verlauf der Jahrzehnte immer inniger. Klar, dass er noch heute im Besitz einer Dauerkarte ist, seit über 25 Jahren zahlt Rothgang zudem seinen Mitgliedsbeitrag an Schalke 04. Aus seiner Liebe zum selbsternannten Kumpel- und Malocherklub macht Rothgang keinen Hehl. Auch nicht, als er beim SV Orsoy das Amt des Tennis-Abteilungsleiters und später auch das Amt des Vorsitzenden übernahm. Seine guten Beziehungen nach Gelsenkirchen machten es sogar möglich, dass die Traditionsmannschaft der Schalker gleich drei Mal am Orsoyer Gildenkamp zu Gast war und sich begeisternde Duelle mit dem Altherrenteam des SVO lieferte.

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Den Grund für den Niedergang seines Lieblingsvereins sieht Rothgang in der Misswirtschaft der zurückliegenden Jahre. „Angefangen hat alles, als wir letztmalig in der Champions-League dabei waren.“ Maßlose Gehälter für durchschnittliche Spieler, die häufigen Trainerwechsel und das hin und her im Vorstand und Aufsichtsrat sind für den derzeitigen zweiten Vorsitzenden des SV Orsoy klare Indizien dafür, dass es mit Schalke 04 nur abwärts gehen könnte. „Spätestens, als wir gegen den BVB das zweite Gegentor kassiert hatten, stand für mich der Abstieg fest“, umschreibt Rothgang das Derby der Schalker am 20. Februar, das mit einer 0:4-Niederlage gegen den Revier-Rivalen endete.

Ob es Rothgang ab dem Sommer zu Spielen wie gegen Erzgebirge Aue oder Darmstadt 98 wieder in die Veltins-Arena ziehen wird? „Die kommenden Wochen werden es zeigen, ob wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht, die mit Herz und Mut Schalke repräsentieren können. Und dies erwarte ich auch vom Vorstand.“