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Rheinberg: SV Budberg gründet fünfte Fußball-Mannschaft

Viele Nachwuchsfußballer wechseln in Seniorenbereich : SV Budberg gründet eine fünfte Mannschaft

Das neue Team wird aus vielen Spielern der ehemaligen A-2-Jugend bestehen und startet in der Fußball-Kreisliga C. Trainiert wird die Mannschaft von Thomas Glogau. Obwohl er kürzertreten wollte, übernimmt der 55-Jährige die Aufgabe. Er erklärt, warum.

Unterhalb der ersten Fußball-Mannschaften im Seniorenbereich sah es bei den meisten der hiesigen Vereine in der jüngeren Vergangenheit oft mau aus. Mehr als ein zweites Team hatte es kaum irgendwo gegeben. Beim SV Budberg kennt man diese Probleme nicht.

Seit Jahren spielen dort vier Senioren-Mannschaften um Punkte. Hinter dem Bezirksliga-Team von Trainer Tim Wilke gehen die Mannschaften zwei, drei und vier in der Kreisliga B an den Start. Ab Sommer kommt nun noch eine weitere hinzu. Die neue „Fünfte“ wird in der Kreisliga C gemeldet.

„Das ist in dieser Konstellation recht ungewöhnlich und hat es bei uns so lange nicht gegeben“, sagt der Sportliche Leiter Henrik Lerch. Dass hier von einem „Luxusproblem“ die Rede ist, weiß auch der künftige Coach Thomas Glogau. 25 bis 30 Spieler müssen in diesem Sommer altersbedingt in den Seniorenbereich aufrücken. Allein sieben Spieler des 2002er-Jahrgangs gehören – wie berichtet – künftig der ersten Mannschaft an. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Teams.

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Um diese nicht zu sprengen, trug der Verein die Idee einer neuen fünften Mannschaft kürzlich an Thomas Glogau heran. Der 55-Jährige kam 2015 zum SV Budberg, als sein Sohn nach dessen ersten Jugendjahren in Ossenberg eine neue sportliche Herausforderung gesucht hatte. Gemeinsam mit Andreas Paul stieg Thomas Glogau vor sechs Jahren als C-Jugend-Trainer ein. 2021 bildet der Stamm des damals übernommenen Teams gemeinsam die neue fünfte Mannschaft. 14 der ehemaligen A-2-Jugendlichen sollen dem SV Budberg so definitiv erhalten bleiben. „Zum Abschluss der Jugendzeit wollte ich eigentlich etwas kürzertreten. Aber es fühlt sich durch Corona unvollendet an und ist für mich eine reizvolle Aufgabe, die ich gerne fortführen möchte“, sagt Thomas Glogau, dem weiterhin sein langjähriger Co- und Torwart-Trainer Andreas Gehlisch zur Verfügung stehen wird.

Bei den Spielern stieß das Vorhaben auf breite Zustimmung, auch wenn einige Akteure ihre berufliche Zukunft noch nicht endgültig geklärt haben. „Unter der Prämisse, dass es jeder mindestens einmal die Woche zum Training schafft, steht das Ganze auf soliden Füßen“, so Glogau.

Eines ist den Verantwortlichen allerdings auch klar. Mit 14 Akteuren eine Saison zu bestreiten, das wird kaum zu bewerkstelligen sein. „Genau deshalb sind wir mit allen Trainern im ständigen Austausch. Die Mannschaft wird sicherlich Unterstützung aus der Dritten und Vierten erhalten“, sagt Henrik Lerch. Ist dann noch immer Not am Mann, wird auch der Trainer selbst noch seine Schuhe schnüren.

Thomas Glogau kam seit 2019 noch gelegentlich in der vierten Mannschaft zum Einsatz. „Wenn es nötig ist, springe ich als Spielertrainer ein. Wobei es sicher nicht leicht ist, mit 18- oder 19-Jährigen mithalten zu können“, sagt der Coach.

Eine weitere Herausforderung wird die Verteilung der Heimspieltermine sein – speziell im Winter, wenn der Naturrasenplatz nicht genutzt werden kann und gewisse Teams an vorgegebene Anstoßzeiten gebunden sind. Bis zum Saisonstart wird es dahingehend eine Lösung geben. Unabhängig davon wünscht sich der Trainer, dass seine ehemaligen Nachwuchskicker mit der nötigen Seriosität in der Kreisliga C antreten, wohl wissend, dass in der untersten Amateurklasse im Kreis Moers eine andere Härte an den Tag gelegt wird als in der A-Junioren-Leistungsklasse.

„Den Anspruch haben wir uns erarbeitet. Die Jungs sollen ihre Erfahrungen sammeln und sich nach zwei verkorksten Jahren wieder weiterentwickeln können“, sagt Thomas Glogau, der seit Ende Mai wieder zum Training bittet.

Nach einer zweiwöchigen Pause möchte der Trainer Mitte Juli mit der eigentlichen Vorbereitung beginnen und das Abenteuer Seniorenfußball mit seiner jungen Mannschaft angehen.