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Rheinberg: Jil Strüngmann coacht nun U-17-Torhüterinnen des SV Budberg

Fußball : Jil Strüngmann wechselt für den SV Budberg ins Trainergeschäft

Der Verein hat bei der ehemaligen Bundesliga-Torhüterin angefragt. Die gebürtige Rheinbergerin kümmert sich ab sofort um die U-17-Keeperinnen. Sie selbst gehört nun auch zum Kader der zweiten Frauen-Mannschaft.

Um die Torwart-Position müssen sich Lisa Baum und Daniel Peetz wohl in nächster Zeit keine Gedanken machen. Die beiden Übungsleiter der U-17-Fußballerinnen des SV Budberg haben mit Marline Jankowski nicht nur ein großes Talent vom VfR Warbeyen loseisen können, dass bereits die Kreisauswahl und sämtliche Stützpunkttrainings durchlaufen hat, sondern mit Jil Strüngmann gleichzeitig auch eine Bundesliga-erfahrene Torwarttrainerin gefunden. Die 28-Jährige spielte mehr als neun Jahre lang für die SGS Essen. Der Budberger Nachwuchs soll nun davon profitieren.

„Mit ihrer Erfahrung kann hier schließlich keiner mithalten“, sagt Lisa Baum, die Jil Strüngmann dank einer glücklichen Fügung von einem Engagement im Jugendbereich überzeugen konnte. „Sie war zufällig am Platz und hat sich ein Spiel unserer zweiten Mannschaft angesehen. Dann habe ich sie einfach mal angesprochen, weil wir auf der Torwarttrainer-Position zuletzt immer wieder improvisieren mussten. Mit ihr haben wir jetzt natürlich eine richtig gute Lösung gefunden“, sagt die SVB-Trainerin.

Der Weg nach Rheinberg ist der in Duisburg wohnhaften Ex-Torhüterin bestens bekannt. Schließlich arbeitet Jil Strüngmann aktuell am Amplonius-Gymnasium als Englisch- und Sportlehrerin. Darüber hinaus verbrachte sie die Hälfte ihrer sportlichen Jugendzeit beim TuS 08 Rheinberg.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Jan, der aktuell für den SV Concordia Ossenberg kickt, war sie von den Bambini bis zur C-Jugend für den Verein aktiv. „Dort habe ich immer zusammen mit den Jungs gespielt, weil es keine Mädchenmannschaft gab. Mit einer Sondergenehmigung durfte ich dort sogar ein Jahr länger als vorgesehen spielen. 2007 musste ich dann aber in den Mädchenbereich wechseln, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte“, sagt Jil Strüngmann.

Ihr Weg führte sie dann eher etwas unfreiwillig zum ehemaligen FCR Duisburg, welcher seit einigen Jahren in die Fußball-Abteilung des MSV Duisburg eingegliedert ist. Jil Strüngmann schaffte dort den Sprung in den Frauenbereich und durfte sogar bei den Profis mittrainieren. Eingesetzt wurde sie allerdings meist nur in der zweiten Mannschaft.

Deswegen entschied sie sich zwei Jahre später für einen Wechsel zum GSV Moers. Dort brach sie ihre Zelte aber schnell wieder ab, als sich die Gelegenheit für einen Transfer zur SGS Essen auftat. Diese Chance nutzte die damalige Studentin und schaffte es so doch noch in den Profibereich. Von 2009 bis 2019 stand sie, mit einigen kleineren Unterbrechungen, bei der SGS unter Vertrag und erlebte einige schöne Momente.

„Was natürlich auf jeden Fall in Erinnerung bleibt ist das erste Bundesliga-Spiel. Da hatte ich echt Muffensausen“, sagt die 28-Jährige heute. Aber auch das knapp verlorene Pokalfinale gegen den Serienmeister VfL Wolfsburg in der vergangenen Saison sei etwas ganz Besonderes gewesen, auch wenn sie selbst zu diesem Zeitpunkt nicht mehr voll aktiv war.

Etwas kurios gestaltete sich ihre Reaktivierung im vergangenen Jahr. „Ich hatte eigentlich schon aufgehört, weil ich mich mehr auf die Schule konzentrieren wollte. Doch dann verletzten sich nach und nach alle Torhüterinnen. Der Verein hatte mich dann gefragt, ob ich nicht noch einmal einspringen könnte. Nach einem zweiwöchigen Training stand ich dann beim Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München zwischen den Pfosten.“

Das Duell endete damals 2:2. Erst in der 90. Minute überwand eine Spielerin des FCB Jil Strüngmann und konnte so noch den Ausgleich erzielen.

Zwischenzeitlich hätte Jil Strüngmann sogar für ein College in den USA auflaufen können, doch für den Sprung über den großen Teich war die gebürtige Rheinbergerin damals noch nicht bereit. „Ich war einfach nicht der Typ dafür und wollte auch nicht von Zuhause weg.“

Mittlerweile hat der Profisport sowieso keinen Platz mehr in ihrem Leben. Sie konzentriert sich lieber voll auf das Lehrer-Dasein. Der Spaß am Fußball ging ihr währenddessen aber nie verloren. Deswegen wird Jil Strüngmann künftig nicht nur an der Seitenlinie beim SV Budberg stehen, sondern dem Verein auch in anderer Hinsicht weiterhelfen. „Ehrlicherweise war mein erster Gedanke bei der ganzen Sache, wieder selbst aktiv zu werden. Deswegen werde ich auch in der zweiten Frauenmannschaft spielen. Ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung und dem Auge, was man auf einem gewissen Niveau auch einfach hat, auch da eine Verstärkung seien werde.“

Eine Verstärkung ist sie sicherlich auch für die Jugendspielerinnen des SVB, die es vielleicht einmal in die Bundesliga schaffen wollen. Mit Jil Strüngmann haben sie nun schließlich ein ideales Vorbild.