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Rheinberg: Björn Wenzel will für frischen Wind beim SV Orsoy sorgen

Fußball : Björn Wenzel will für frischen Wind sorgen

Am 1. Juli übernimmt der 37-Jährige das Traineramt beim A-Ligisten SV Orsoy. Er bedauert den Abgang seines Vorgängers Daniel Zvar, freut sich aber auch auf seine neue Aufgabe. Beim SVO wartet viel Arbeit auf ihn.

Als Ende Februar bekannt wurde, dass Daniel Zvar sein Amt als Trainer des SV Orsoy nach zwei Jahren niederlegen würde, schritt die Suche nach einem Nachfolger schnell voran. Nur vier Wochen später präsentierte der abgeschlagene Tabellenletzte der Fußball-Kreisliga A mit Björn Wenzel einen neuen Coach. Der erfahrene Mittelfeldspieler kam bis zur Corona-Pause unter Daniel Zvar noch auf 15 Einsätze auf dem Platz. Seitdem hatte er genug Zeit, sich auf seine neue Aufgabe am Spielfeldrand vorzubereiten.

Mit dem Antritt des Traineramts endet ab 1. Juli gleichzeitig die Spieler-Laufbahn des 37-Jährigen. „Nach meinem Kreuzbandriss haben meine Knochen nicht mehr so mitgemacht wie früher“, sagt Björn Wenzel, der davon ausgeht, dass sein Team im Falle eines Abbruchs in der kommenden Saison wieder in der A-Liga starten wird. Mit mageren drei Punkten wäre der Abstieg sonst wohl kaum noch zu verhindern gewesen. Eine so schlechte Serie hatte der SV Orsoy seit dem Aufstieg im Jahr 2012 nicht mehr gespielt. „So schwach waren wir definitiv nicht. Es gab nicht nur Klatschen. Aber wir haben natürlich Glück gehabt“, sagt der 37-Jährige.

Doch was genau kann und muss der neue Mann an der Seitenlinie ändern? „Das ist eine gute Frage. Wenn ich das wüsste, hätte ich es schon während der Saison als Spieler versucht“, sagt Björn Wenzel. Worauf beim SVO in der Vergangenheit jedoch immer großen Wert gelegt wurde, ist der Zusammenhalt und die Kameradschaft. „Das hat uns immer ausgezeichnet. Anders wird es nicht funktionieren.“ Der Teamgeist allein wird aber wohl auch nicht ausreichen, um das Team zurück in die Erfolgsspur zu lenken.

Die ersten Neuzugänge konnte Björn Wenzel bereits gewinnen. Dawid Stasiewicz und Marcel Kühn wurden reaktiviert, Florian Fuhrmann stürmte zuletzt für den Büdericher SV eine Liga tiefer. Sven Küppers wechselt vom SV Scherpenberg II an den Gildenkamp. Drei bis sechs weitere Spieler sollen noch kommen, um auch in der Breite besser aufgestellt zu sein und die schmerzhaften Abgänge von Oshipai von Schwartzenberg, Viktor Huber und Pierre Drößmar zum GSV Moers zu kompensieren. Für alle drei stehe jederzeit eine Tür offen, versichert der Coach.

Mit Blick auf die jüngsten Personalplanungen ist sich Björn Wenzel sicher, eine A-liga-taugliche Mannschaft zu formen, „die gut genug sein wird, um die Klasse zu halten. Das ist unsere Marschroute“. Langfristige Ziele möchte der 37-Jährige noch nicht aussprechen. Zunächst gilt es, sich wieder in der Liga zu etablieren. Dabei helfen soll die langjährige Erfahrung des Orsoyer Urgesteins. Der Routinier hat schon seit Jahren Führungsqualitäten auf und neben dem Platz bewiesen und genießt ein hohes Ansehen.

Zwar fällt so das Kennenlernen der Mannschaft weg, der Schritt vom Spieler zum Trainer sei jedoch nicht ganz so leicht. „Das wird definitiv keine Spaßveranstaltung. Ein gewisser Respekt muss auf jeden Fall da sein.“ Der Gefahr, die Spieler könnten seine Arbeit möglicherweise zu locker nehmen, ist sich der Coach durchaus bewusst. „Wenn man das von vornherein klärt, setzen die Spieler das, was man fordert, hoffentlich schnell um.“

Da Björn Wenzel allerdings noch keine großen Trainererfahrungen sammeln konnte, bekommt er zwei Assistenten an die Seite gestellt. Teammanager und Fußball-Obmann Mark Kolanczyk sowie sein langjähriger Mitspieler Marcello Vergaro werden den neuen Coach bei seiner Arbeit unterstützen. Pascal Jetten wird als Torwartcoach einsteigen. Auch ein Physiotherapeut könnte noch zum Trainerteam hinzustoßen.

Zu seinem Kader gehört auch weiterhin der neue Abteilungsleiter Timm Ernicke, der die „Verpflichtung“ des neuen Trainers mit in die Wege geleitet hat. „Der Vorstand kam auf mich zu. Nach etwas Bedenkzeit und der Rücksprache mit meiner Familie habe ich schnell zugesagt“, sagt Björn Wenzel. Seine Frau begleitet ihn gerne zum Sportplatz. Da spiele es auch keine Rolle, ob er nun als Spieler oder Trainer zwei bis drei Mal die Woche seine Fußballschuhe schnürt.

Wenn er nicht gerade mit dem SV Orsoy unterwegs ist, verbringt der zweifache Vater sehr viel Zeit zu Hause. Bis zu seiner Arbeit in Duisburg hat es der Produktions- und stellvertretende Betriebsleiter des Volmer Betonwerks nicht weit. Aus seinem Dachfenster in Orsoyerberg kann er quasi jederzeit auf die Anlage schauen. Am Gildenkamp verbrachte Björn Wenzel abgesehen von seinen Zwischenstationen in Budberg, Homberg (zweite Mannschaft) und Ossenberg den größten Teil seiner Karriere.

Seit gut eineinhalb Wochen darf der SV Orsoy nun wieder trainieren, seit Samstag erstmals auch wieder mit Kontakt im Fünf-gegen-fünf. Noch knapp einen Monat hat Daniel Zvar das Sagen, danach ist für den 44-Jährigen Schluss. „Ich finde es persönlich sehr schade. Er ist ein super Trainer, der sehr gut bei uns reingepasst hat. Aber man muss seine Entscheidung auch akzeptieren“, sagt Björn Wenzel, der den Orsoyern danach einen neuen Anstrich verpassen will.