Reiten : Ohne Turnierjacket über die Hindernisse

Trotz der Hitze boten die Reiterinnen und Reiter in Sonsbeck Höchstleistungen. Die Richter zeigten sich beeindruckt.

Was für ein Tag für Laura Versteeg. Die Amazone des RV Xanten hat die mittelschwere Springprüfung des Sonsbecker Sommerturniers gewonnen. Sie ließ auf Colman-Sohn Casanova strafpunktfrei in der Siegerrunde die Konkurrenz in Bestzeit (35,74 Sekunden) hinter sich.

Schön früh hatte Rita Luczak als Vertreterin der Kommission – dem Bindeglied zum turniergenehmigenden Pferdesportverband Rheinland – auf dem Gelände des RV „Graf Haeseler“ im Winkelschen Busch Marscherleichterung gestatttet. Die Aktiven durften bei den hochsommerlichen Temperaturen also ohne Jacket auf die Pferde steigen. Die Helfertruppe um die Vorsitzende Ursula Neu-Horenkamp hatte vor der zweitägigen Pferdeleistungsschau alles in die Wege geleitet, um Teilnehmern wie Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Erfreulich war für den gastgebenden Verein der Auftakt ins Turnier, da sich eine Sonsbeckerin gleich eine der Goldschleifen sicherte.

Mit einer Wertnote (WN) von 7.80 (8 = gut) führte Lokalmatadorin Britta Janssen im Sattel der neunjährigen in Oldenburg gezogenen Stute Alana Blue (Sorento/Florencio I) die Dressurreiterprüfung der Klasse L an. Während in einer „normalen“ Dressurprüfung die Leistungen von Pferd und Reiter gleichermaßen bewertet werden und es in einer Dressurpferdeprüfung unter anderem darum geht, die Grundveranlagung als Pferd zu bewerten, standen hier die reiterlichen Qualitäten auf dem Bewertungszettel von Ingrid Beyer und Sandra-Nadine Koblitz.

Im Gleichgewicht, losgelassen und auf die Bewegung der Stute eingehend, absolvierte Janssen diese Prüfung, die sie am Ende anführte. Währenddessen gelang es dem Kranenburger Fin Schulte-Geldermann, sein Punktekonto in der Qualifikationsprüfung zur Ponyförderung „Unterer Niederrhein“ zu füllen, in dem er auf dem Maverick-Sohn Mason die Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse A* gewann.

In der Halle ging am späten Nachmittag der Sieg in der L**-Dressur auf Trense, in der die Prüfung auf einem 20x60 m großen Viereck geritten wurde, an Yvonne Wagner (RV Eversael). Sie lag auf Sunday’s Son (Subnday/Wanderer/WN 7.60) vor Britta Janssen (WN 7.40) mit Alana Blue. Den Höhepunkt auf dem sandigen Springplatz des ersten Turniertags war eine Punktespringprüfung der mittelschweren Klasse mit Joker. Michael Omainska stellte auch hier die Hindernisse auf. Annette Janssen-Valkyser (Asperden-Kessel) entschied die Prüfung auf dem braunen Hengst Winston S für sich. Sie erzielte wie eine Vielzahl ihrer Konkurrenten die Höchstpunktzahl, war aber einfach schneller unterwegs.

Traumhaft war die Vorstellung des Favouritte Feeling H (For Contest/Florestan I) in der Springpferdeprüfung der Klasse L tags drauf. Im Sattel saß Marie-Luise Honig (Goch), die den von ihrem Vater Heinz-Peter gezogenen dunkelbraunen Wallach vorstellte. Es folgten keine lange Diskussion zwischen Theo Breil und Petra Herwig am Richtertisch. Sie vergaben für die Rittigkeit und Springmanier des Sechsjährigen eine WN von 9.00 (sehr gut) – es war die höchste Note beim Sonsbecker Sommerturnier überhaupt.

Ein Hingucker war die mittelschwere Dressurprüfung, die von Hannah Wießner (Goch) auf Sieshofs Lamborghini (Lord Loxley/Rockwell) mit ziemlich gut (WN 7.10) gewonnen wurde. Ursula Neu-Horenkamp zog ein positives Fazit. Sie sortierte das Sonsbecker Sommerturnier 2018 in die Rubrik „Gelungen“ in die Vereinschronik ein.

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