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Rainer Steurs – der Platzwart des SV Budberg

Nicht selten eine Sieben-Tage-Woche : Rainer Steurs – der Kümmerer des SV Budberg

Der 61-Jährige ist der einzige hauptamtliche Platzwart in Rheinberg. Er war zuvor Spieler der ersten Mannschaft, Jugendtrainer und Teil des Vorstands. Und der Vierbaumer baute das erste Frauen-Team mit auf.

Rasen pflegen, Hecken schneiden, Linien ziehen: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Aufgabenbereich von Rainer Steurs, dem Platzwart des SV Budberg. Seit über 15 Jahren ist er hauptamtlich für den Verein tätig. Die Arbeit des 61-Jährigen läuft dabei meistens im Hintergrund ab. Dass er seine Aufgaben mit Herzblut erledigt, steht für ihn außer Frage.

„Man merkt sofort, wenn man die Anlage betritt, dass sich jemand mit Herz und Verstand um den Sportplatz kümmert. Rainer ist sehr gewissenhaft und pflegt alles so, als wäre es sein Eigentum. Er ist unsere eierlegende Wollmilchsau“, sagt Thomas Paul, der 1, Vorsitzende der Fußballabteilung. Die Sorgfalt und Genauigkeit entspricht seinem Naturell. „Ich sehe gerne Arbeit und kann oft nicht nach Hause gehen, bevor nicht alles nach meinen Vorstellungen aussieht. Ich will einfach, dass sich alle an der Platzanlage erfreuen und sich hier in ihrer Freizeit wohlfühlen“, so Steurs. Seine Leidenschaft für den SVB hält seit über 45 Jahren an. So lange ist der in Vierbaum wohnhafte Steurs schon Mitglied im Verein. Zunächst als Spieler der ersten Mannschaft, dann als Jugendtrainer und Teil des Vorstands. Zwischenzeitlich war er auch daran beteiligt, dass die Damen-Mannschaft ins Leben gerufen wurde.

Wegen gesundheitlicher Problemen musste er 2004 seinen alten Job in der freien Wirtschaft aufgeben. „Als wir dann im Vorstand zusammensaßen, habe ich angemerkt, dass ich mir auch nochmal was anderes vorstellen könnte.“ Daraus entwickeln sich Gespräche über eine Vollzeitstelle als Platzwart. Vor allem Ulrich Rassier machte sich als damaliges Vorstandsmitglied für eine Festanstellung stark. In Absprache mit dem Dienstleistungsbetrieb der Stadt Rheinberg (DLB) wurde die lose Idee ein Jahr später in die Tat umgesetzt. Die Stelle sei hier in der Umgebung eine „absolute Besonderheit“.

Paul bereut diese Entscheidung zu keiner Sekunde. „Zwar ist eine Vollzeitkraft teurer, und die Zuschüsse vom DLB decken bei weitem nicht die dem Verein entstehenden Kosten, aber durch seine perfekte Pflege des Kunstrasens werden wir den Belag länger nutzen können. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass die Vollzeitkraft für alle Beteiligten ein Gewinn darstellt und sehen die zusätzlichen Kosten nicht als Last sondern als Qualitätsmerkmal.“

Oftmals würde Steurs zusätzliche Stunden über seine berufliche Tätigkeit hinaus für den SVB opfern, obwohl er meist schon um 5.30 Uhr vor Ort ist und nicht selten eine Sieben-Tage-Woche vor sich hat. „Und auch zuhause bin ich manchmal noch gedanklich am Platz.“ Damit er zwischendurch auch mal abschalten kann, kriegt er Unterstützung von zwei Helfern, die sich eine Minijobstelle teilen. Zudem greifen ihm die Fußballerinnen und Fußballer unter die Arme. Alle Seniorenkicker absolvieren im Laufe der Saison einen Arbeitseinsatz am Platz und beseitigen Laub, säubern die Bandenwerbungen oder streichen die Kabinen. „Ohne diese Hilfe würde es gar nicht gehen.“

Die Reinigung des Kunstrasenplatzes wird ihm schon bald durch eine neue Pflegemaschine erleichtert, die das Material auf dem Feld aufnimmt, siebt und neu verteilt. Solche und viele andere Tätigkeiten werden meist gar nicht von den Sportlern bemerkt. Das findet Steurs aber nicht dramatisch. „Ich nehme mich überhaupt nicht wichtig.“ Spätestens, wenn er sich in drei Jahren in den Ruhestand verabschieden wird, wird sein Aufwand wohl noch einmal allen in Erinnerung gerufen werden – und gebührend gewürdigt. Denn eines ist laut Paul klar: „Wir werden es sehr schwer haben, einen Mann zu finden, der so engagiert ist, der Fußball-Abteilung so nah steht und dazu noch alle Arbeitsbereich so perfekt abdeckt.“