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Premiere: Triathleten des TuS Xanten starten beim Ironman in Frankfurt ​

Vier Triathleten des TuS Xanten starten in Frankfurt : Vor dem Ironman-Debüt

Bea Schmitz ist eine von vier Triathleten des TuS Xanten, die am Sonntag in Frankfurt erstmals über die Langdistanz an den Start gehen werden. Auf dieses Event hat sie sich, auch mit Hilfe eines ehemaligen Fußballprofis, intensiv vorbereitet. Jetzt hat die 25-Jährige nur noch ein Ziel: ankommen.

So langsam steigt die Nervosität bei Bea Schmitz. Verständlich, denn die Triathletin des TuS Xanten steht unmittelbar vor ihrem ersten Ironman. Neben Dennis Overfeld, Oliver Kolassa und Christian Herbers ist sie eine von vier Mitgliedern des Domstadtvereins, die am Sonntag in Frankfurt die Langdistanz in Angriff nehmen werden – 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und abschließend einen Marathonlauf.

Dabei hatte zu Beginn ihrer sportlichen Laufbahn eigentlich nichts darauf hingedeutet, dass die 25-Jährige einmal solche Dimensionen ansteuern würde. Zehn Jahre lang spielte sie Handball beim TuS Xanten, musste sich dann aber verletzungsbedingt eine andere sportliche Herausforderung suchen. Die fand sie, auch dank Vater Dieter Schmitz, der ebenfalls in dieser Richtung unterwegs war, im Triathlon. „Gerade zu Beginn war es aber eher eine Hassliebe. Nach jedem kleineren Wettbewerb habe ich mir gesagt, dass es das letzte Mal war. Und dann habe ich doch weitergemacht“, sagt Bea Schmitz.

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Mit der Zeit neigte sich das Pendel dann immer mehr in Richtung Liebe. Es begann Spaß zu machen, zumal ihr gemeinsam mit Ann-Cathrin Bremer gestarteter Aufruf, ein Frauen-Triathlonteam in Xanten zu gründen, fruchtete. Bis kurz vor Beginn der Corona-Krise waren es sogar zwei Mannschaften, die für den TuS in gesonderten Wettbewerben im Liga-Betrieb an den Start gingen und es bis in die NRW-Liga schafften.

Grundsätzlich, das gibt Bea Schmitz jedoch zu, sind Triathleten Einzelkämpfer. „Ich habe hinsichtlich des Trainings nie viel nachgedacht und einfach gemacht“, sagt sie. Doch als klar war, dass die Bewältigung der Langdistanz ihr nächstes Ziel werden sollte, holte sie sich professionelle Hilfe. „Um Beruf, Studium und Training unter einen Hut bringen zu können, brauchte ich einen organisatorischen Masterplan. Deshalb führte kein Weg an einem Trainer vorbei“, so Schmitz, die mit Michael Rundio einen ehemaligen Fußballprofi engagierte. „Das war bestens investiertes Geld“, sagt die Krankenschwester, die sich mit ihrem Pflegemanagement-Studium auf der Zielgerade befindet.

Rundio erarbeitete für Bea Schmitz die Trainingspläne, die sie dann nur noch abzuspulen brauchte. Seit Oktober befindet sie sich in der speziellen Vorbereitung auf ihr Ironman-Debüt. Von zunächst zehn Stunden in der Woche wurde das Trainingspensum auf 15 Stunden erhöht. Nur hin und wieder sah sie dabei auch ihre drei Xantener Mitstreiter. „Letztlich ist Langdistanz-Training eine einsame Sache.“

Dass sie ihr konkretes Ziel, den Wettbewerb in Frankfurt unter zwölf Stunden zu beenden, wieder verworfen hat, liegt vor allem daran, dass sie im März/April gesundheitliche Probleme hatte, die sie ins Grübeln brachten. „Da habe ich mich dann schon gefragt, warum ich mir eigentlich so einen unnötigen Druck mache. Jetzt möchte ich es einfach nur schaffen. Irgendwie.“

Als direkte Vorbereitung für den Ironman in Frankfurt hatte sich Bea Schmitz die Mitteldistanz beim Ironman 70.3 auf Mallorca ausgesucht. Begleitet wurde sie dabei nicht nur von ihrer besten Freundin Anna Reuter, sondern auch von ihrem Papa Dieter, der sich die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen ebenfalls vorgenommen hatte. „Ich bin dann sogar etwas eher als mein Vater ins Ziel gekommen. Darüber hinaus war es für uns beide ein emotionales Ereignis und ein sehr schönes Wochenende, dass wir nicht vergessen werden“, sagt Bea Schmitz.

Konkrete sportliche Ziele für die Zeit nach dem Ironman in Frankfurt hat Bea Schmitz noch nicht. Dafür tut sich aber sonst eine Menge in ihrem Leben. Denn ab Oktober kehrt sie Xanten erstmals den Rücken. Es zieht die Ausdauersportlerin in ihre „Lieblingsstadt“ München, wo sie künftig an der dortigen Uniklinik weitere Erfahrungen in ihrem Beruf sammeln möchte.