Lokalsport: Pokalverteidigung zum Einstand

Lokalsport: Pokalverteidigung zum Einstand

Kaum im Amt durfte Orsoys neuer Trainer Harald Kluth schon den ersten Erfolg feiern. Sein Team landete wie im Vorjahr auf dem ersten Rang. Auf der Trophäe ist allerdings kein Platz mehr für die Siegerplakette.

Fast schon bescheiden, dieser Trainer. Und dabei durfte Harald Kluth doch gleich bei seinem ersten Auftritt als neuer Coach des SV Orsoy den ersten großen Erfolg feiern. Die Mannschaft verteidigte ihren Titel als Rheinberger Hallen-Stadtpokalsieger und verwies in ihrem letzten Spiel noch den bis dahin führenden Favoriten SV Budberg auf den zweiten Rang. "Außer einer kurzen Ansprache vor dem Turnier habe ich ja nicht viel zum Erfolg beigetragen", rückte Kluth sein Team in den Vordergrund. "Die Mannschaft hat für sich gespielt und für sich gewonnen, und das alles hat sie auch sehr gut gemacht", so der Coach, der den Spielern erst am Freitag als neuer Trainer des A-Ligisten vorgestellt worden war.

Schlussmann Istemihan Gölcük verlor mit dem TuS 08 das erste Turnierspiel gegen den SV Budberg mit 0:3. Foto: Fischer Armin

Sein Vorgänger im Amt, Igor Draganov, durfte die Veranstaltung jenseits der Trainerbank und als einer von vielen Helfern in der Organisation des Pokalturniers tätig verfolgen. "Ich werde jetzt erstmal mein Handy ausschalten und vier Wochen lang für niemanden erreichbar sein", erklärte der Orsoyer Ex-Trainer und nun mehr nur noch Sportliche Leiter. Seine Bilanz des Tages hörte sich aber gleichermaßen erleichtert wie zufrieden an. "Gute Spiele auf dem Feld, gute Stimmung in der Halle und alle sind zufrieden." Na denn, gute Arbeit geleistet, jetzt kann das Telefon getrost in der Ecke verschwinden.

In der Vitrine des Vereinsheims landet dagegen der Pokal, der dort eigentlich nicht mehr hingehören dürfte. Nicht etwa, weil das Team des SVO ihn sich nicht redlich verdient hätte, sondern weil's gar nicht die aktuelle Trophäe ist. Schon vor dem letztjährigen Turnier hätte ein neuer Pokal besorgt werden müssen - beim Stadtsportverband war es anscheinend vergessen worden. Der gesamte Boden des alten Siegercups ist mit Plaketten ausgefüllt, und schon das kleine Schild für den letztjährigen Sieg des SVO hat keinen Platz gefunden. Mal sehen, ob sich da in Kürze etwas tun wird und Bürgermeister Frank Tatzel, der gestern erst den Neujahrsempfang in der Stadthalle und anschließend die Siegerehrung in der Sporthalle absolvierte, in einem Jahr einen neuen blitzenden Pokal überreichen darf.

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Orsoy sportlicher Weg bis zum Turniersieg war nach einem 3:0-Auftakterfolg gegen den TuS Borth im zweiten Spiel kurzfristig von der Strecke abgekommen. Der TuS 08 Rheinberg, der am Ende den dritten Rang belegen sollte, klaute dem Favoriten mit einem 3:2-Sieg die Punkte. Einer freute sich besonders: Mustafa Köse, bis zum Sommer noch im Orsoyer Trikot tätig und jetzt als Spielertrainer des TuS 08 auf dem Feld, mochte sich einen freundlich gemeinten Seitenhieb an seine Ex-Kollegen nicht ersparen. "Wir haben als einziger den Turniersieger geschlagen, das ist doch was", strahlte Köse, dessen Mannschaft sich aber den Teams aus Budberg und Borth beugen musste. "Die beiden Niederlagen waren überflüssig", befand er. "Aber der dritte Platz ist schon in Ordnung."

Bis zur letzten Spielrunde deutete sich ein Erfolg des als Bezirksligisten am höchsten gehandelten SV Budberg hin. Die Mannschaft zog vier Spiele lang erfolgreich ihre Bahn und benötigte im Aufeinandertreffen mit dem SVO nur noch ein Remis, um an oberster Stelle abzuschließen. Robin Morawa, vor einem Jahr noch auf der Orsoyer Seite, schoss den SVB nach fünf Minuten in Führung. Doch das in dieser Partie im weißen Dress auflaufenden Team des Ausrichters konterte. Ulas Özpolat, nach sportlicher Pause wieder in die Reihen des SVO zurückgekehrt, glich aus. Fatih Sanverdi, mit vier Torerfolgen ebenso wie Köse und sein Mitspieler Mentor Lekiqi somit beste Torschützen, versetzte dem SVB mit zwei Treffern den Knockout. Jonas Twardzik verkürzte zum 2:3, doch der Turniersieg war dahin. "In der Halle setzen sich die besten Individualisten durch, und die hatte Orsoy in diesem Spiel", gratulierte Budbergs Trainer Patrick Jetten zum Sieg. Ähnlich wie sein Borther Kollege Frank Misch war ihm aber ein Aspekt ohnehin wichtiger. "Es gab keine Verletzungen, und die Mannschaften hatten ihren Spaß", fassten beide den Turniertag zusammen.

Markus Hierling, seit sechs Monaten Trainer des SV Millingen, schloss seine Pokalpremiere mit dem vierten Rang ab. "Es war richtig voll in der Halle", staunte er über den regen Besuch auf den Rängen und den Stehplätzen dahinter. Ohne Erfolgserlebnis reiste allein Concordia Ossenberg nach Hause. Fünf Spiele, fünf Niederlagen seien aber "keine Tragödie", stellte Trainer Björn Quint fest. Nur, "drei Strafrunden wird's beim nächsten Training schon geben", stellte er mit einem Lächeln klar.

(DK)