Fußball : Peter Hüsch ist wieder da

Die älteren Anhänger von Viktoria Alpen erinnern sich noch gerne an ihn: Mit Peter Hüsch stieg der Club in die Landesliga auf. Nach längerer Pause tauchte er nun wieder auf dem Fußballplatz auf – als Trainer des MSV Moers.

Eigentlich wollte Peter Hüsch mit seinen 56 Jahren als Ausgleich zum täglichen Stress im Beruf (er ist Kaufmännischer Angestellter bei den Bayer-Werken in Uerdingen) ein wenig Tennis spielen. Und weil er das in seiner Heimatstadt Moers tun wollte, meldete er sich aus alter Verbundenheit in der Tennis-Abteilung des MSV an. Denn Hüsch war Mitspieler in der damaligen Meerbecker Fußballmannschaft, die zu den Gründungsmitgliedern der Oberliga Nordrhein gehörte.

Eine echte Herausforderung

Für den nach jahrelanger, ungebremster Talfahrt mittlerweile in den Niederungen der Kreisliga B gelandeten Traditionsclub war diese Entscheidung Hüschs ein Glücksfall – und auf den 56-Jährigen wartet jetzt eine echte Herausforderung. Denn seit ein paar Tagen ist Hüsch Trainer der ersten Fußballmannschaft des MSV.

Zwischen Volley und Break lief Hüsch nämlich Frank Bonert, dem Geschäftsführer der MSV-Fußballer, über den Weg. Ein kurzes Gespräch zwischen beiden – und Hüsch war plötzlich wieder Trainer. „Eigentlich hatte ich ja mit dem Fußballsport längst abgeschlossen“, sagt Hüsch. „Aber aus alter Verbundenheit bin ich dann doch beim MSV wieder eingestiegen.“ Dabei ist das Trainergeschäft für Hüsch nichts Neues. Drei Jahre lang war er für die „Erste“ von Viktoria Alpen und danach noch für den SV Büderich verantwortlich. Der MSV Moers, Eintracht Duisburg, der SC Kleve und Viktoria Alpen waren die Stadtionen während seiner aktiven Laufbahn. „Mein größter Erfolg war der Landesliga-Aufstieg mit der Viktoria. Wir hatten damals eine tolle Truppe,“ weiß Hüsch zu berichten. Bei den Alpenern, die damals von zwei Mäzenen großzügig unterstützt wurden, spielten unter anderem mit Manfred Wittkopf und Jürgen Kaiser zwei weitere ehemalige Kicker aus dem früheren MSV-Oberliga-Team mit.

Dass Hüsch im Rheinpreußen-Stadion ein echtes Himmelfahrtskommando antritt, ist ihm klar. Genau so klar ist für den Neu-Trainer übrigens auch, dass er sich von keiner Seite in sein Training oder in die Mannschaftsaufstellung hinein reden lassen wird. Insider wissen: Das ist eine unmissverständliche Ansage in Richtung des Fußball-Abteilungsleiter Antonio Ruggiero.

Ab in die „Muckibude“

Um dem MSV die Klasse zu sichern, will der neue Trainer drei erfahrene Kicker zurück ins Boot holen, die zuletzt aufgrund der dauerhaften Krise in Verein und Mannschaft schlichtweg keine Lust mehr hatten. Nino Quagliarella, Mike Intveen und Toni Reol sollen ab sofort wieder mithelfen, dass der einstige Traditionsclub nicht völlig von der Fußball-Landkarte verschwindet.

Und wenn der Fußball und die Tennisbälle ruhen, dann zieht’s Peter Hüsch in die „Muckibude“. Ganz ohne aktive sportliche Betätigung kann er nämlich nicht sein – erst recht nicht, wenn er in gut 500 Tagen in den verdienten Vorruhestand gehen wird.

(RP)
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