Nisfad Grgic trainiert den Fußball-A-Ligisten SV Millingen

Neuer Trainer beim SV Millingen : Grgic von Nagelsmanns Ideen fasziniert

Der Coach des Fußball-A-Ligisten SV Millingen schaut sich viel von den „Laptop-Trainern“ der Bundesliga ab. Bei seinem neuen Club behält der Rheinberger die Jugendarbeit im Auge.

Gerade mal seit vier Wochen steht beim SV Millingen mit Nisfad Grgic ein neuer Mann an der Seitenlinie. Langsam wird’s ernst, der Saisonstart rückt näher und näher. Der 34-Jährige freut sich ungemein auf seine neue Aufgabe als Trainer in der Kreisliga A. „Der Verein ist sehr ambitioniert. Und es sind jetzt alle Jugend-Mannschaften besetzt“, weiß Grgic.

Speziell die Nachwuchsarbeit war für den gebürtigen Lintforter ein mit ausschlaggebender Punkt, den Job beim SVM anzunehmen. Eine seiner Aufgaben wird es sein, die „nächste Generation“ Stück für Stück an die erste Mannschaft heranzuführen. In einem internen Turnier mit gemischten Teams aus Spielern von der Alten Herren bis zur B-Jugend konnte Grgic bereits viele Erkenntnisse gewinnen. „Das war für mich in der Vorbereitung mit am wichtigsten, um eine Gemeinschaft zu bilden.“

Doch wie kam es überhaupt zu seinem Engagement in Millingen? Nachdem Ex-Coach Markus Hierling schon im vergangenen Winter angekündigt hat, den Verein zu verlassen, wurden in Millingen früh die ersten Gespräche mit Grgic geführt. Im Januar setzten sich die Verantwortlichen an einen Tisch. Rainer Lempert, der Sportlicher Leiter, kennt Grgic noch aus seiner Vergangenheit beim SV Budberg. Bis zur Einigung hat es nicht lange gedauert. Grgic, der in Rheinberg-Annaberg wohnt, wollte nach seiner Zeit in Budberg unbedingt als A-Liga-Trainer in der Nähe bleiben. „Beide Seiten waren voneinander überzeugt. Es passt zwischen Mannschaft und Trainer“, sagt Grgic.

Er bezeichnet sich selbst als sehr offenen, auf dem Platz manchmal aber auch giftigen Typen. Wertschätzung ist in seiner Position das Allerwichtigste. Sein Beruf im Außendienst ermöglicht dem 34-Jährigen eine optimale Trainingsgestaltung. Da bleibt noch genügend Zeit für seine Familie. Grgic hofft, dass seine beiden kleinen Kinder eines Tages selber auf dem Platz stehen werden. „Noch ist es zu früh. Aber es macht tierischen Spaß, wenn man sieht, dass mein großer Sohn jeden Tag Trikots tragen will.“

Dass ihn künftig auch sein älterer Bruder Dzanan als Co-Trainer unterstützen wird, ist für ihn enorm wichtig, um verschiedene Sichtweisen zu haben. „Auf ihn kann man sich immer verlassen. Mein Bruder gibt mir die nötigen Ratschläge. Wir diskutieren viel.“ Als Fan von Werder Bremen geht Nisfad Grgic gelegentlich auch ins Stadion und verfolgt viele verschiedene Ligen auf der ganzen Welt. Vor allem von den jungen „Laptop-Trainern“ wie Florian Kohfeldt oder Julian Nagelsmann schaut sich der 34-Jährige sehr viel ab. „Ihre Ideen sind faszinierend.“

Angefangen als „Straßenkicker“ begann seine Vereinskarriere in der D-Jugend des TuS 08 Rheinberg relativ spät. Seine restliche Juniorenzeit verbrachte Grgic beim SV Budberg, wo er bis zur ersten Mannschaft sämtliche Teams durchlief und auch in der Bezirksliga kickte. In fünf Jahren bei der DJK Lintfort wurde Grgic Kapitän und reifte zum Führungsspieler. Seine ersten Erfahrungen am Spielfeldrand sammelte Grgic als Spielertrainer beim SV Menzelen in der Kreisliga B.

Dann ging’s zurück nach Budberg, wo er die dritte und später die zweite Mannschaft übernahm. In Millingen möchte Grgic mit seiner jungen Elf einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. „Wichtiger ist aber, wie sich der Verein aufbaut“, schildert er und spielt viel mehr auf die positive Chemie zwischen erster und zweiter Mannschaft an. Bei der Stadtmeisterschaft musste Nisfad Grgic wegen Personalnot nochmal auf den Platz. Einsätze wie dieser sollen aber die Ausnahme bleiben. „Vielleicht reicht es noch für eine paar Minuten, grundsätzlich ist es aber nicht geplant.“

Am Sonntag geht’s dann richtig los. Im Kreispokal wartet mit dem Duell in Borth ein Derby. In der Meisterschaft geht es eine Woche später zum FC Rumeln-Kaldenhausen. Der SV Millingen ist gewappnet. Am Donnerstag gewann die Grgic-Elf das letzte Testspiel gegen den OSC Rheinhausen mit 5:4. Ein offensiv ansehnlicher Auftritt mit „großem Willen und der nötigen Mentalität“. Attribute, die der Trainer von seiner Mannschaft sehen möchte.