Lokalsport: Niederlage mit vielen Glücksmomenten

Lokalsport : Niederlage mit vielen Glücksmomenten

Fußball-Landesligist SV Sonsbeck bot den Profis von Fortuna Düsseldorf die Stirn. Ein Treffer blieb ihnen aber verwehrt.

Friedhelm Funkel hat Wort gehalten. Fortuna Düsseldorf reiste zum Freundschaftsspiel beim Landesligisten SV Sonsbeck mit allen Profis an und betrat mit einer prominenten Anfangsformation den Naturrasen. Die Hausherren kassierten dennoch keine Abreibung. Der Spitzenreiter der 2. Bundesliga setzte sich nur mit 2:0 (1:0) durch. Nicht nur für die Akteure der Hausherren, sondern auch für die Verantwortlichen war's sicherlich das Highlight der Saison, vielleicht sogar in ihrer Laufbahn.

Viel Selbstvertrauen und Wille war auf bei den Spielern von Cheftrainer Thomas von Kuczkowski zu sehen. Kein Akteur schonte sich und wuchs über sich hinaus. Gäste-Coach Funkel und sein "Co" Axel Bellinghausen staunten nicht schlecht über das, was der Landesligist auf dem Platz brachte. Vor 1027 Zuschauern bot der "kleine" SVS den Profis einen tollen Kampf. Sonsbeck igelte sich nicht hinten ein und spielte munter sowie mutig nach vorne. Niklas Maas, Felix Terlinden und Kai Schmidt sorgten für gefährliche Konter, so dass die Düsseldorfer Abwehr um Kaan Ayhan und Adam Bodzek keinen ruhigen Nachmittag hatte - wie vielleicht vermutet -, sondern ihr ganzes Können zeigen musste. Maas (9./18.) und Schmidt (14.) waren dem Sonsbecker Treffer schon nah. In der 20. Minute gab's die ersten unzufriedenen Kommentare auf der Düsseldorfer Bank.

Nur zwei Minuten später verfehlte Schmidt das Düsseldorfer Gehäuse haarscharf. Nachdem Sonsbecks Schlussmann Tim Weichelt gegen Davor Lovren (17.), Oliver Fink (28.) und Takashi Usami (33.) dreimal glänzend pariert hatte, war er in der 37. Minute machtlos. Lovren schob nach einer flachen Hereingabe von Usami zum 1:0 ein. Unglücklich dabei war, dass Robin Schoofs den Ball unhaltbar abfälschte. Aber Sonsbeck steckte nicht zurück und spielte weiter nach vorne. Schmidt schoss erneut knapp daneben (40.), wenig später scheiterte Terlinden an Keeper Thorsten Stuckmann. Neben den guten Möglichkeiten war das Solo von Kristof Prause erwähnenswert.

Schwarz auf weiß: Tim Weichelt und Joel Kaworsky kassierten jeweils einen Treffer, so dass die Fortuna nur mit 2:0 gewann. Großes Foto: SVS-Stürmer Felix Terlinden scheiterte kurz vor der Pause an Schlussmann Thorsten Stuckmann. Foto: Putjus/Fischer

In der 19. Minute schnappte er sich an der Mittellinie den Ball und ließ Fink, Marcel Sobottka sowie Florian Neuhaus mal eben so stehen. Prause spielte dann noch einen tollen Pass auf Maas, der jedoch von Ayan gestoppt wurde.

Zur zweiten Halbzeit wechselten beide Trainer durch. Beim SVS blieben nur Jan-Paul Hahn, Kristof Prause sowie Kai Schmidt auf dem Platz. Funkel schickte sieben neue Spieler auf den aufgeweichten Rasen. Im Team der Hausherren gab Keeper Joel Kaworsky sein Debüt. Der Winterpause-Zugang vom B-Ligisten SV Menzelen hatte seinen eigenen Fanclub mitgebracht. Jede Parade wurde lautstark bejubelt.

Dennis Schmitz (links) und Niklas Maas standen für den SV Sonsbeck in der ersten Hälfte auf dem Rasen. Foto: Fischer

In der 47. Minute jubelten aber zunächst die Fortuna-Anhänger. Bei einer Hereingabe von links durch Kianz Froese war die neu formierte SVS-Abwehr nicht auf der Höhe, so dass Harvard Nielsen mit einem langen Bein aus kurzer Distanz das 2:0 erzielte. Nach der Pause gab's keine bis zum Ende ausgespielten Offensivaktionen der Sonsbecker mehr zu bestaunen. Die Mannschaft von von Kuczkowski wurde hinten reingedrängt. Es ging nur darum, den dritten Gegentreffer zu vermeiden. Entweder war ein Abwehrbein dazwischen oder Kaworsky hatte was dagegen. So endete das ganz besondere Freundschaftsspiel zwar mit 0:2, die Zuschauer, die zur Heimelf hielten, werteten die Niederlage aber als Achtungserfolg.

Der SVS-Trainer war stolz auf seine Mannschaft, die es geschafft hatte, den Zweitliga-Spitzenreiter vor allem vor dem Seitenwechsel in Schach zu halten: "Ich war erstaunt, dass die Düsseldorfer mit der ersten Kapelle aufgetreten sind. Wir haben sehr ordentlich gegen den Ball gearbeitet, stark verteidigt und Nadelstiche gesetzt. Man kann eine Entwicklung feststellen. Ich werde dieses Spiel aber richtig einordnen und jetzt nicht euphorisch sein."

Funkel schickte in seiner Einschätzung der Sonsbecker Vorstellung einen Gruß an die Landesliga-Konkurrenz: "Sollten sie diese Leistung in der Meisterschaft wiederholen, wird's schwierig, diese Mannschaft zu schlagen." Der 64-Jährige hätte allerdings gerne von seiner Elf "drei, vier Tore" mehr gesehen. "Dietz" van Nahmen, der launige Stadionsprecher, war von der Partie des Landesligisten derart angetan, dass er der aktuell um den Klassenerhalt kämpfenden Mannschaft am Ende der Saison gar einen Spitzenplatz in der Tabelle voraussagte.

(aeg)
Mehr von RP ONLINE