Lokalsport: Neverending Story auf dem Fürstenberg

Lokalsport: Neverending Story auf dem Fürstenberg

Fußball-Kreisliga A: Und wieder einmal wird das Nachholspiel zwischen dem TuS Xanten und dem SV Millingen abgesagt. Der Frost hatte für eine Unbespielbarkeit des Aschenplatzes gesorgt. Neuer Termin ist der 21. Februar.

Limahl sollte insbesondere jener Generation kein unbekannter Name sein, die sich heute gerne auf den Tanzflächen der Ü50-Partys tummelt. Der Sänger feierte 1984 einen Riesenerfolg, als er den Titelsong zum Film "Die unendliche Geschichte" singen und damit in die Hitparaden stürmen durfte. Musikalische Begleitung hat derzeit die "unendliche Geschichte", die sich in der Fußball-Kreisliga A abspielt, nicht nötig. Thema dieses "Films" sind die Nachholspiele, die in Xanten und Orsoy noch auszutragen sind.

Eigentlich sollten diese Aufeinandertreffen ja schon gar kein Thema mehr sein. Die Partien stammen nämlich noch aus dem vergangenen Jahr, genauer gesagt vom 17. Spieltag, der am 3. Dezember ausgespielt wurde. Nur nicht in Xanten und Orsoy, wo der damalige Regen den Spielen gegen den SV Millingen und dem SSV Lüttingen einen Strich durch die Rechnung machte. "Kann passieren", sagten sich alle an den Ausfällen beteiligten Verantwortlichen der Vereine und der Staffelleitung und suchten flugs nach neuen Terminen, um den Spielplan möglichst schnell wieder gerade zu biegen. Was sich allerdings dann als nicht so leichtes Unterfangen heraus stellen sollte. Der erste Versuch startete drei Tage später am Xantener Fürstenberg, scheiterte aber erneut an der Verfassung des Spielfeldes - was freilich erst wenige Minuten vor dem damals angedachten Anstoßtermin und sehr zum Ärger der angereisten und schon in kurzen Hosen da stehenden Millinger Mannschaft festgestellt wurde.

Eine Woche später stand nicht nur erneut die Begegnung zwischen dem TuS und dem SVM, sondern auch erstmals das Orsoyer Spiel gegen Lüttingen auf der Terminliste der Nachholspiele - in beiden Fällen blieb es aber wieder beim frommen Wunsch. So hätten alle weitermachen können, wäre dem frohen Treiben nicht das Weihnachtsfest und die Winterpause der Kicker in die Quere gekommen. Aber es gibt ja noch ein neues Jahr.

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Also: Wieder ran an den Terminkalender, auf dem beide Spiele für den gestrigen Tag vorgemerkt wurden. In Orsoy regte sich schon bald Protest. Schließlich musste man kein Kenner des in Fußballerkreisen gerne als "Maulwurfshügel" bezeichneten und unter miserabelsten Lichtverhältnissen - böse Zungen empfehlen den Spielern nach dem Gang auf den Platz stets die Taschenlampen einzuschalten - leidenden Geläufs sein, um zu ahnen, dass eine Austragung am 7. Februar denn eher unwahrscheinlich sein dürfte. Als dann auch noch Sturmtief "Friederike" dem Licht den Garaus machte und einen Mast niederstreckte, war klar, dass in der Woche abends nicht gespielt werden könnte. Was allerdings nicht für hektisches Treiben hinter den Kulissen sorgen sollte. Im Gegenteil: Es gab zwar Gespräche zwischen den Vereinen in Orsoy und Lüttingen, man beschäftigte sich hoffnungsvoll mit dem Gedanken, eventuell das Heimrecht tauschen zu dürfen (womit nach eigenen Aussagen beide Clubs gut hätten leben können), die Entscheidung allerdings ließ auf sich warten und warten und warten. . .

Erst am späten Montagabend schließlich stand fest, dass ein Ortswechsel nicht in Frage käme - laut Aussage von Igor Draganov, dem Sportlichen Leiter des SVO, gab es ein Veto aus Gründen der "Wettbewerbsverzerrung" - schließlich hätte der derzeitige Tabellenzehnte, dann vermutlich fernab von Auf- und Abstieg, dank des Platztausches gegen den jetzigen Siebten der Liga, ebenfalls ohne Ambitionen nach oben oder unten, bei drei Heimspielen an den letzten drei Spieltagen einen unangemessenen Vorteil. Und was eben nicht sein darf, wird auch nicht möglich gemacht. Die Lösung: man sieht sich am Karnevalssamstag in Orsoy, sofern das Klima es zulässt. Denn Selbiges schlug gestern auch wieder mit voller Wucht in Xanten zu. Es fröstelte, und das war's dann mit dem nächsten Versuch. Das Nachholspiel gegen den SVM wurde um 13 Uhr zum vierten Mal abgesagt.

Von Limahl übrigens, dem Sänger der "Never ending story", hat man nichts mehr gehört. Im Moerser Fußballkreis dagegen hat die "unendliche Geschichte" noch längst kein Ende gefunden. Das Spiel in Xanten wurde für den 21. Februar, dann um 20 Uhr, neu angesetzt.

(dk)
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