SV Sonsbeck : Nackenschläge sind eingeplant

Fußball-Landesliga: Nach zwei enttäuschenden Pleiten behält Sonsbecks Trainer Heinrich Losing die Ruhe.

Der SV Sonsbeck steht nach dem neunten Spieltag in der Fußball-Landesliga auf Rang neun. Nach ansprechendem Beginn hinterließen die beiden Niederlagen gegen zwei Mannschaften aus dem Tabellenkeller Spuren. Heinrich Losing aber bleibt entspannt. Der Trainer der Rot-Weißen sieht die Mannschaft im Soll. Er hat Nackenschläge einkalkuliert. Heute im Kreispokal-Achtelfinale beim TV Asberg soll wieder ein Sieg her.

Umbruch Nicht nur Losing und Thomas Vtic sind neu. Neun Spieler kamen, zehn Akteure gingen. Die Mannschaft ist noch nicht eingespielt. Es fehlen noch die Automatismen. Gemeinsame Abläufe in der Offensive wie in der Defensive konnten wegen ständiger Verletzungen nicht einstudiert werden.

„Nach Gegentoren lassen wir uns zu sehr beeinflussen und verlieren den Faden“, sagt Sonsbecks Cheftrainer. Der Kader ist zudem verjüngt worden. Timo Evertz (20 Jahre) und Klaus Keisers (21) haben in der vergangenen Saison in der Kreisliga A gespielt und gehören nun zum festen Stamm in der Landesliga. Max Werner (19), ebenfalls immer von Beginn an dabei, lief für die U19 von Arminia Klosterhardt auf.

Fehlende Führungsspieler Stephan Schneider (32), Andre Trienenjost (30), Lukas Vengels (29) sowie Maik Noldes (32) gingen. Jan-Paul Hahn (34) hatte bislang nur einen Kurzeinsatz. Kapitän und Torhüter Tim Weichelt (31) ist der einzige erfahrene Dauerbrenner auf dem Feld. „Wir haben einige Spieler, die in die Führungsrolle reinwachsen können. Das ergibt sich aber nicht von heute auf morgen“, meint Losing. Dass Hahn derzeit auf dem Platz nur eine Nebenrolle einnimmt, habe keine sportlichen Gründe. „Er wird bald wieder eine tragende Säule sein.“

Anfällige Defensive Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison hatten die Rot-Weißen lediglich sieben Gegentreffer kassiert. Jetzt sind’s bereits 14. Zu Beginn dieser Spielzeit stand eine komplett neue Viererkette auf dem Platz. Dann sorgten Verletzungen dafür, dass jede Woche eine neue Formation ran musste. Und dann ist da noch das Alter. Keiner der Spieler, die in den ersten neun Partien in der Abwehrreihe standen, war über 23 Jahre alt. Bis auf die vier Gegentreffer in Giesenkirchen war Losing bislang mit der Defensivleistung zufrieden.

Chancenverwertung Der SVS ließ trotz der 19 Treffer zu viele Großchancen aus. „Hätten wir einen kaltschnäuzigen Vollstrecker, hätten wir schon ein paar Punkte mehr“, ist sich Losing sicher.

Einstellung Den Siegeswillen möchte der Coach seiner Elf nicht absprechen. Er lobt den Trainingseifer. Es fehlt dem jungen Team noch an der Konstanz sowie in gewissen Situationen die Abgeklärtheit und Konzentration. „Bis zum siebten Spieltag wurden wir noch von allen Seiten gelobt, wie schnell und gut der Umbruch funktioniert hat. Jetzt haben wir mal zwei Spiele in Folge knapp verloren – und nun soll alles schlecht sein?“

Kreispokal-Spiel Losing kündigt an, nichts auszuprobieren und voll auf Sieg zu spielen. Zwei bis drei Akteure, die bislang hinten dran waren, bekommen die Möglichkeit, sich zu zeigen. „Jeder muss Gas geben, um eine Alternative für das nächste Liga-Spiel zu sein“, so Losing.