Schach : Mit kühlem Kopf bei den Jugend-Open

Der SK Xanten lud junge Denksportler zum zehnten Mal zu einem Schnellschach-Turnier ein. In sechs Altersklassen wurde gespielt.

Über 170 Kinder und Jugendliche kämpften bei den zehnten Jugend-Open des Schachklubs (SK) Xanten um Sieg und Platzierungen. Aufgeteilt in sechs Altersklassen von der U8 bis U20 saßen sie im Forum der Hauptschule an den Brettern. Während sich beim herkömmlichen Schach manche Partien selbst über Jahre hinziehen können, waren bei Jugend-Open schnelle Entscheidungen gefragt.

Gespielt wurde Schnellschach - eine Spielart des Denksportes, die sich durch eine besondere Zeitkontrolle auszeichnet. Jedem Teilnehmer stehen dabei 15 Minuten Bedenkzeit für seine Züge zur Verfügung. Sobald ein Zug beendet ist, wird die Stoppuhr gedrückt und die Zeit läuft gegen den Kontrahenten. Läuft die eigene Uhr ab, bevor der eigene Spielzug ausgeführt wurde, ist die Partie verloren. Die meisten Teilnehmer des Xantener Turniers brauchten nicht einmal die gesamte Zeit, um eine Begegnung für sich zu entscheiden. "Ein Großteil der Spiele wird durch Matt beendet", sagte die SK-Vorsitzende und Jurymitglied Cindy Breuer. Jeder Sieg, gleich ob durch Matt oder Zeitablauf, brachte einen Punkt für die Tabelle. Für ein Remis gab's einen halben Zähler. Auch Julian Schwarz aus Oberhausen behielt einen kühlen Kopf in dem schnellen Strategiespiel. In vier von sechs Partien holte sich der Neunjährige den Sieg, immer durch Matt. Für die letzte Runde brauchte er nur eine Minute. Allerdings nicht, weil der Gegenspieler zu schwach war.

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"Die Spielerkonstellationen errechnet ein Computer anhand der Gewinnstatistik. Nach jeder Runde wird ein neuer und etwa gleich starker Gegner für die nächste Partie festgelegt. So wird ausgeschlossen, dass schwächere gegen besonders starke Spieler antreten müssen", erklärte Breuer. Grundsätzlich sei bei dem Turnier ohnehin niemand dabei, der nicht wisse, wie die Figuren zu bewegen sind. Fast alle Teilnehmer spielen regelmäßig in Vereinen oder trainieren in der Schule. Julian sagte bescheiden: "Bislang läuft es ziemlich gut, aber manche Gegner hier sind ganz schöne Herausforderungen oder sogar zu gut für mich." Ein Mädchen habe ihn geradezu vom Brett gefegt, bemerkte er. "Sie hat ganz speziell gespielt. Sie griff gleich bei der Eröffnung schon mit ihrer Dame an und ließ sie sogar ungedeckt stehen", erzählte Julian. Nur wenige Züge später hatte die ausgebuffte Gegnerin seinen König Matt gesetzt. "Aber das ist ja das Besondere am Schach. Man kann sich mit anderen Spielern vergleichen und immer wieder Neues dazulernen", weiß der Neunjährige.

Auf einen Podiumsplatz hat es Julian letztlich nicht geschafft, sondern der Belgier Mikhail Akulov mit einer perfekten Serie (neun Punkte) die U8-Klasse deutlich gewonnen. Es folgten Stafan Cwiek und Luisa Bashylina (beide 7). In der U10-Wertung holte Ruben Köllner den Sieg (7,5). Dahinter reihten sich Fynn Pauls und Idris Asadzade (je 7) ein. Die U12-Rangliste führte Fatih Baltic an (8). Alexander und Luca Suvorov folgten (je 7). Mit 8,5 Zählern sicherte sich David Ramien in der U14-Klasse vor Dennis Kagan (8) und Daniel Savchenko (7,5) Platz eins. Die U16 entschied Armina Sherif für sich (8). Es folgten David Kaplun (7,5) und Ramil Sabirov (7). Sieger bei den Ältesten (U18/U20) wurde Leo Padva (8,5). Platz zwei und drei gingen an Seva Bashylin (8) bzw. Konstanti Cebulla (7,5).

(beaw)