Michael Girbes ist Mitglied im Präsidium des Niederrhein-Verbands : Ein Leben für den Handball

Er hat als Kind angefangen, zu spielen, und wurde mit 14 Jahren Schiedsrichter. Michael Girbes leitete Partien bis zur 3. Bundesliga. Heute engagiert sich der Menzelener im Präsidium des Handballverband Niederrhein. Er ist verantwortlich für die Einführung der Kommunikationsplattform nuLiga, die für Verdruss sorgt.

Wie in jeder anderen Sportart ist auch der Handball auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Besonders wichtig sind die Aufgaben in der Administrative der Vereine und Verbände. Einer dieser fleißigen Helfer im Hintergrund ist Michael Girbes vom TuS Xanten. Der 46-Jährige bekleidet zudem den Vorsitz der Technischen Kommission im Handballverband Niederrhein (HVN) und gehört dem Präsidium an. Er ist für den Spielbetrieb und das Lehrwesen verantwortlich. Im Handballkreis Wesel leitet Girbes ebenfalls die Technische Kommission und ist zusätzlich als Männerwart aktiv.

Girbes „steuert“ im Handballverband als Hauptverantwortlicher das System nuLiga, das zu Beginn der Saison sis-handball ablöste. Dort sind alle möglichen Informationen zu Vereinen, den entsprechenden Ligen mit Ergebnissen und allem, was sonst noch dazu gehört, zu finden. Eigentlich. Denn die öffentliche Weitergabe von Informationen und Namen ist wegen des Datenschutzes nicht ganz so einfach. nuLiga gibt’s im Handball in anderen Verbänden seit Jahren wie auch beim Tischtennis und Volleyball. „Das System ist bei uns noch nicht komplett eingerichtet“, räumt Girbes ein. „Der Datenschutzbeauftragte in NRW hat uns zunächst einmal verboten, Daten ohne die entsprechenden Erlaubnisse zu veröffentlichen. Es hat uns bis dato viel Geld gekostet, das Programm so umschreiben zu lassen, wie es momentan existent ist.“ Bis Ende der momentanen Saison erhält nun alle Spieler/innen innerhalb des HVN einen Zugang mit einer einfachen Bestätigung, um die Daten freizuschalten, so dass sie für alle ersichtlich sind. „Trotz der Anlaufschwierigkeiten ist nuLiga die eierlegenden Wollmilchsau“, so Girbes.

Michael Girbes verdient sein Geld als Dozent und Unternehmensberater. Foto: Scheich

nuLiga ist eine spieltechnische Verwaltung, die den Verantwortlichen viele Dinge erleichtert. Es enthält alles Wissenswerte über Verbände, Kreise und Vereine. Auch die Buchhaltung kann damit teilweise abgewickelt werden. Es ist wichtig ist, das es bis zur kommenden Spielzeitsteht.“ Gerade am ersten Spieltag dieser Saison hatte Michael Girbes einiges an Mehrarbeit wegen des neuen Programms. Insbesondere weil Namen nicht eingetragen wurden, erhielt er eine Vielzahl von Anrufen. Mittlerweile hat sich alles eingespielt. Für seine vielfältigen Aufgaben im Verband und im Kreis benötigt der Alpener, der in Menzelen lebt, zwischen ein und zwei Stunden täglich.

Es erklärt sich fast von alleine, dass Michael Girbes auch eine Vergangenheit am Handball hat. Seine Karriere begann in der Jugend des TuS Niederpleis. Schon früh entdeckte er seine Liebe zum Schiedsrichter-Wesen und machte bereits mit 14 Jahren seinen „Schein“. Zunächst leitete er Spiele auf Kreisebene, später folgte der Aufstieg in höhere Ligen. Über die Spielklassen im Verband des Niederrheins arbeitet er sich nach und nach hoch bis in die 3. Bundesliga. Als die 2. Liga vor ein paar Jahren eingleisig wurde, musste er aus alterstechnischen Gründen in eine tiefere Spielklasse weichen. Girbes war noch ein Jahr in der Oberliga aktiv, ehe er die Pfeife beiseite legte, um noch zwei Jahre als Schiedsrichter-Beobachter zu agieren.

Gespielt hat der Alpener über Jahre bei der HSG Wesel III und in der zweiten Mannschaft des TuS Xanten. Zuletzt half er dort in der „Dritten“ aus. Dann beschloss Girbes, seine aktive Karriere zu beenden, und sich vollends der Kreis- und Verbandsarbeit zu widmen. Den Handball selber sieht Girbes zwar als ein harte, aber sehr faire Sportart an. „Der respektvolle Umgang untereinander zeichnet diesen Sport aus“, erklärt er seine Faszination. „Natürlich passiert es, dass man sich mal in den Haaren hat und sich die Meinung geigt, doch danach steht man sich wieder freundschaftlich gegenüber.“ Überrascht ist er über die Entwicklung im Handball.

Waren es vor geraumer Zeit hauptsächlich die älteren Jahrgänge im Jugendbereich, boomt der Sport im Moment gerade bei den Jüngsten. „Jetzt heißt es natürlich, diesen jungen Spieler zu begeistern und bei der Stange zu halten. Leider fehlt es noch etwas an der Außendarstellung, auch wenn die mediale Präsenz zumindest bei Welt- und Europameisterschaften doch schon recht gut ist.“

Seine bisherigen Highlights im Handball beziehen sich auf die Schiedsrichterei. Gerne erinnert er sich an ein Spiel in Aurich vor gut 2500 Zuschauern und die Leitung eines Testspiels zwischen dem TV Borken und Hamburger SV. Und ausgerechnet in der darauffolgende Saison ist der HSV Deutscher Meister geworden. „In Aurich war es einfach eine tolle Stimmung, die auch bei Schiedsrichtern Gänsehaut erzeugt. Einmal eine Mannschaft wie den HSV zu pfeifen, ist schon etwas Besonderes. Es ist schon beeindruckend, wenn man an Spielern wie beispielsweise Pascal Hens hochblickt.“