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Radsport: Marathon auf dem Sattel: Xantener trainieren für den "Ötztaler"

Radsport : Marathon auf dem Sattel: Xantener trainieren für den "Ötztaler"

Er zählt zu den härtesten Rennen für Amateursportler - der "Ötztaler". Trotzdem wollen stets so viele Rennradfahrer dabei sein, so dass der Veranstalter die Teilnehmerplätze seit 2008 verlost. Rund 20 000 Bewerbungen gab's in diesem Jahr für die 4000 Plätze. Martin Janssen (39) und Selo Jasper (50) vom TuS Xanten hatten Glück, sie werden am 31. August im Ötztal ihren Helm aufziehen. Start und Ziel liegen in Sölden. 238 Kilometer mit vier Alpenpässen und 5500 Höhenmeter liegen vor ihnen.

Für Janssen ist es eine Premiere, Jasper absolviert den Ötztalmarathon zum zweiten Mal. Tipps können sie sich vom Vereinskollegen Andreas Brauer holen, der schon mehrmals die Tortur auf dem Sattel mitgemacht hat. Die Anforderungen sind hart, für manche zu hart. Aufgeben ist da keine Schande. Jasper hat im vergangenen Jahr auf der Strecke miterlebt, wie tückisch das Wetter sein kann. Temperaturen um den Gefrierpunkt und Platzregen ließen ihn an die körperlichen Grenzen gehen. "Diesmal sind die Witterungsbedingungen hoffentlich nicht wieder so katastrophal", sagt der 50-Jährige. Eine optimale Vorbereitung ist für den "Ötztaler" unumgänglich. "6000 Kilometer sollte man schon in den Beinen haben, wenn man diesen Radmarathon bestehen will", meint Jasper weiter. Neben den regelmäßigen Trainingseinheiten am Niederrhein nimmt er mit Janssen auch an Radtourenfahrten teil. Beim anspruchsvollen Rhön-Radmarathon mussten sie bei 35 Grad in die Pedalen treten. Nach hundert Kilometern bekam Selo Jasper Krämpfe. Der Wardter hielt bis Kilometer 205 durch, bevor er vom Rad stieg. "Das war schon eine Hausnummer", so Janssen. Und ein Vorgeschmack auf den "Ötztaler".

Einen Blick für die idyllische Landschaft und die schroffen Täler werden die drei Xantener sicherlich nicht haben. Schon der erste Anstieg hat es in sich. Hinauf zum Kühtai müssen die Teilnehmer 1200 Höhenmeter überwinden. Vor der Abfahrt vom Timmelsjoch (2509 Meter) hat jeder Respekt. Mit bis zu 100 km/h geht's dem Ziel entgegen. "Wenn das Wetter mitspielt, möchte ich um die elf Stunden unterwegs sein", sagt Jasper. Martin Janssen ist vor seinem ersten "Ötztaler" vorsichtiger: "Die Zeit ist für mich sekundär, Hauptsache ich komme an." 2013 haben rund 1000 Radsportler aufgegeben.

(RP)