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Lokalsport: Mannschaftliche Geschlossenheit das große Plus des TuS

Lokalsport : Mannschaftliche Geschlossenheit das große Plus des TuS

Frauen-Handball: Den Lintforterinnen gelang die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga. Das Saisonende war stressig.

Ob Meistertitel oder Aufstieg: Es sind genau die Ziele und Momente in einem Sportlerleben, die immer für etwas ganz Besonderes stehen. Die Handballerinnen des TuS Lintfort haben sich nach dem bitteren Abstieg aus der 2. Bundesliga (2017) nur ein Jahr in der 3. Liga aufgehalten. Das große Ziel, der sofortige Wiederaufstieg, gelang mit Bravour. Das Team um Trainerin Bettina Grenz-Klein war der Konkurrenz mit dem Startschuss in die Saison 2017/18 immer eine Nasenlänge voraus.

Beim TuS Lintfort war man sich von Beginn an der Favoritenstellung bewusst. Zweifel an der eigenen Stärke kamen nie auf, ein leicht mulmiges Gefühl allerdings machte sich nach der intensiven Vorbereitungsphase breit. Tatjana van den Broek, eine der tragenden Säulen, laborierte an einer hartnäckigen Entzündung im Sprunggelenk.

Eine Verletzung, von der sich die torgefährliche Holländerin nie richtig erholte. Besserung trat erst in der Rückrunde ein - kurze Zeit später wurde dann ihre Schwangerschaft bekannt. Die Kreisposition wurde schnell zum Sorgenkind, da mit Vanessa Dings und Lisan van Hulten zwei Alternativen mit schweren Verletzungen langfristig ausfielen.

Es galt zu improvisieren: Angelika Bensch und Mona Bratzke sprangen in die Bresche Das TuS-Spiel, dass zuvor stark auf das Kreisläuferspiel fixiert war, musste sich zwar nicht gerade neu erfinden, aber zumindest deutlich verlagern. Dies gelang mit einer insgesamt breiteren Spielanlage. Insbesondere den beiden Außenpositionen wurde mehr Verantwortung übertragen. Linksaußen Eva Legermann und ihr Pendant Leonie Lambertz blühten auf und zahlten das Vertrauen wöchentlich mit vielen Toren zurück.

Doch die beiden treibenden Kräfte zogen aus dem Rückraum geschickt die Fäden. Goalgetterin Loes Vandewal sowie Naina Klein bildeten das torgefährlichste Duo der Liga. Der TuS Lintfort wurde seinen eigenen, hohen Ansprüchen gerecht, bot überwiegend ansehnlichen, aber vor allem effektiven Handball. Dieses deutliche Übergewicht in puncto Konstanz gegenüber der gesamten Konkurrenz sollte sich in eine überragende, blütenweiße Hinrunde widerspiegeln. Und erst nach zuvor 26:0 Punkten gab es am 14. Spieltag bei der HSG Blomberg II die erste Niederlage (27:34).

"Wir haben aus dem Abstieg unsere Lehren gezogen, resümierte Grenz-Klein. "Aber das große Verletzungspech gleich zu Beginn der Meisterschaft hat uns schon etwas nachdenklich gemacht. Unsere mannschaftliche Geschlossenheit hat letztendlich gestochen."

Der TuS Lintfort erbrachte insgesamt sehr stabile Leistungen. Das war ein Riesenvorteil gegenüber der Konkurrenz aus Köln oder Solingen. Während die TuS-Spielerinnen sich auf Kampfkraft, Moral und Athletik verlassen konnten, patzten die Mitstreiter in Summe zu oft.

Über Wochen stand jedoch nicht fest, ob der Meister in die Aufstiegsrelegation muss oder nicht. Der Verband hatte ursprünglich geplant, dass aus den vier Drittliga-Staffeln nur drei Meister in die 2. Bundesliga aufsteigen sollten. Entwarnung gab es erst am letzten Spieltag, als die TuS-Spielerinnen doch noch den direkten Aufstieg feiern durften - ohne die Zusatzschichten. "Es war eine stressige, aber vor allem nervige Meisterschaftsendphase", fand Grenz-Klein klare Worte.

(RP)