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Max Dittgen: "Man spürt die große Tradition des Klubs"

Max Dittgen : "Man spürt die große Tradition des Klubs"

Der 21-jährige gebürtige Moerser kickt jetzt für den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Kilian Treß fragt ihn zu seinen weiteren Plänen.

Hallo Max. Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause bist du sofort aufgebrochen und bist nach Moers in die Heimat gefahren. Hast du dich denn gut erholen können?

Dittgen Ja, es war schön, im Kreise der Familie Weihnachten zu feiern, ich freue mich, wenn ich es zwischendurch immer mal wieder nach Hause schaffe. Ich wäre gerne zum Stadtpokal gekommen, aber das ist leider nicht drin.

Du wohnst jetzt seit etwa einem halben Jahr in Kaiserslautern, spielst beim 1. FCK. Fühlt sich ein geborener Moerser wohl er in der Stadt?

Dittgen: Ja. Man kann die beiden Städte ganz gut miteinander vergleichen. Sie sind etwa gleich groß, haben eine schöne Innenstadt. Mir geht es bestens. Der einzige Unterschied ist: Wenn man die Stadt verlässt, steht man in Moers schon in der nächsten, außerhalb Kaiserslauterns ist erstmal nur Wald (lacht).

Fühlt man sich nach einem halben Jahr schon als echter Teufel?

Dittgen Wenn man hier Fußball spielt, wird man schnell davon angesteckt. Prinzipiell gebe ich aber immer alles für den Verein, dessen Trikot ich trage.

Sportlich gesehen war es aber keine gute Hinrunde für dich. Dein Klub steht nur auf Rang 13 in Liga 2. Und du hattest nur drei Einsätze im Profi-Team bekommen. Alle von der Bank aus. Sonst kamst du nur in der 2. Mannschaft in der Regionalliga zum Einsatz.

Dittgen Ja, ich hatte wenige Einsätze, das stimmt. Aber ich hatte nie das Gefühl, nicht gebraucht zu werden. Ich habe mich immer in Training angeboten und war auch immer nah dran am Kader. Am letzten Spieltag durfte ich dann ja auch wieder ran.

Ja, gegen Nürnberg - zufällig dein Ex-Verein vor zwei Jahren. Du hast mit deinem ersten Ballkontakt nach der Einwechslung sogar fast ein Tor geschossen. Erinnerst du dich noch an diesen Moment?

Dittgen Ja, natürlich. Ich wollte unbedingt etwas reißen, es ging in dieser Phase ein Ruck durchs Team. Aber meinen Schuss hat Thorsten Kirschbaum (der Torwart) im letzten Moment mit der Hand abgewehrt. Und am Ende haben wir leider doch 1:2 verloren.

Hat dich Thorsten Kirschbaum auf die Situation mal angesprochen?

DITTGEN Ja. Er kam nach dem Spiel zu mir und sagte, dass ich in der Situation alles richtig gemacht hätte. Er habe den Ball nur mit Glück halten können.

Am ersten Spieltag verlief für dich eigentlich alles nach Plan. Ausverkauftes Fritz-Walter-Stadion , Topspiel gegen Hannover 96, und du durftest von der Bank ran. Was war das für ein Gefühl, auf dem Betzenberg aufzulaufen?

Dittgen Große Stadien kenne ich ja schon aus Nürnberg, aber der ,Betze' ist nochmal eine andere Geschichte. Leider lagen wir zu meiner Einwechslung schon 0:3 zurück. Die Stimmung im Stadion war daher nicht mehr ganz so euphorisch.

Wie motiviert man sich als Einwechselspieler in einer solchen ausweglosen Situation?

Dittgen Man geht mit dem Gedanken ins Spiel, dass es noch 0:0 steht. Man will kein Tor kriegen, am besten eines erzielen und das Team und die Fans mitreißen. Und dann geht vielleicht noch was.

Warst du denn überrascht, dass du im nächsten Spiel schon ins B-Team versetzt wurdest? Schließlich kamst du als das große Talent, als U20-Nationalspieler und Leistungsträger in der 3. Liga (37 Einsätze/6Tore/6 Vorlagen) in die Pfalz.

Dittgen Ich war schon etwas überrascht. Aber ich bin Profi genug, das wegzustecken. Ich habe mich nicht hängen lassen, weiter an mir gearbeitet und wurde mit dem Einsatz im letzten Spiel belohnt.

Hat dir der damalige Trainer Tayfun Korkut gesagt, woran du arbeiten musst, oder was du falsch gemacht hast?

Dittgen Ja. Ich sollte in der Defensivarbeit zulegen, nach verlorenem Ballbesitz die Konter verhindern. Daran habe ich gearbeitet. Und der Trainer hatte mir auch attestiert, mich gesteigert zu haben.

Genau der Trainer räumte aber seinen Posten. Jetzt übernimmt Norbert Meier, ehemaliger MSV-Duisburg-Trainer (2003- 2005) das Team. Wie es der Zufall will, warst du 2005 auch bei den Zebras in der Jugend. Seit ihr euch schon mal über den Weg gelaufen?

Dittgen Ja, also ich habe ihn dort auf jeden Fall schon mal gesehen. Ob er mich gesehen hat, bezweifele ich allerdings. Damals war ich ja neun, oder zehn Jahre alt, und noch sehr weit weg vom Profifußball (lacht).

Am 3. Januar war Trainingsauftakt mit dem neuem Trainer, wie war dein Eindruck?

Dittgen Gut. Wir haben selbstverständlich erstmal die üblichen Laktattests gemacht, aber neben dem Konditionstraining durften wir direkt mit dem Ball trainieren. Als Fußballer freut man sich darüber.

Ist der neue Trainer eine neue Chance, dich in den Vordergrund zu spielen? Was willst du dieses Jahr erreichen?

Dittgen Ich bin voller Elan. Ich werde mich im Training und im Trainingslager in Spanien anbieten, und bin guter Dinge. Ich freue mich auf die Rückrunde.

In Kaiserslautern haben deutsche Fußballgrößen Karriere gemacht. Stefan Kuntz, Miroslav Klose oder Michael Ballack, um nur drei zu nennen. Denkst du daran, wenn man das Trikot der Teufel trägt?

Dittgen Ja, das schwingt immer mit. Man spürt die große Tradition des Klubs. Allerdings denkt man daran nicht, wenn man auf dem Platz steht.

Apropos Stefan Kuntz. Er ist derzeit Trainer der U-21. Und im Sommer ist U-21-EM in Polen. Ist das ein Ziel für dich? Was muss passieren, dass auf einen Anruf erhältst?

Dittgen Das wäre natürlich toll. Aber ich weiß, dass das von einigen Variablen abhängig ist. Ich muss Leistung abliefern, auf meine Spielzeiten kommen und auch Zählbares rausholen. Dann habe ich vielleicht die Chance. An erster Stelle steht aber der FCK.

Du bist ein Offensivspieler, beackerst die Außenpositionen. Sind die Marco Reus', Robbens, Bales oder Cristiano Ronaldos deine Vorbilder?

Dittgen Ja, alle genannten Spieler bringen viel Tempo ins Spiel, erzwingen Abschlüsse, geben Torvorlagen. So will ich auch spielen, und deswegen schaue ich mir von den vieren gerne etwas ab.

Ein kleiner Blick in die nahe Zukunft: Jetzt geht's erst mal ins Trainingslager nach Spanien. Am Montag, 30 Januar, 20.15 Uhr ist Rückrundenauftakt in Hannover. Das Spiel wird im TV live übertragen. Wo siehst du dich zu dieser Zeit?

DITTGEN Am liebsten will ich natürlich auf dem Platz stehen. Dazu nutze ich jetzt die Vorbereitungszeit, um den Trainer von mir zu überzeugen.

(RP)