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Lukas und Niklas Maas: Die Fußball-Zwillinge des SV Sonsbeck

Stammspieler in der Bezirksliga-Mannschaft : Die Fußball-Zwillinge des SV Sonsbeck

Zwei 23-jährige Brüder gehören zum Stammpersonal der Bezirksliga-Mannschaft. Niklas und Lukas Maas wollen am Sonntag mit ihren Teamkollegen gegen den GSV Moers die Scharte aus dem Hinspiel ausmerzen.

Im vergangenen August musste der SV Sonsbeck II eine seiner vermutlich bittersten Niederlagen hinnehmen. Beim derben 1:7 als Gast des GSV Moers schien auch schon der letzte Anflug von Begeisterung, die der souveräne Aufstieg in die Bezirksliga wenige Wochen zuvor ausgelöst hatte, bereits verflogen zu sein. „Das war jedenfalls die schlechteste Leistung, seitdem ich Trainer der Mannschaft bin, ach was, seitdem ich im Verein bin“, schüttelt es Johannes Bothen noch heute.

Knapp ein halbes Jahr später steht die Wiedergutmachung auf dem Programm. Die Grafschafter gastieren am Sonntag im Willy-Lemkens-Sportpark; die Karten sind neu gemischt. „Die Jungs wissen, was sie damals angestellt haben“, sagt Bothen vor dem Rückspiel. „Das war einer dieser ganz heißen Tage des Sommers“, erinnert sich auch Lukas Maas an das Spiel an der Filder Straße. „Nur bei uns stimmte die Temperatur wohl nicht.“ Sonsbecks Kapitän der vergangenen Spiele hatte damals zumindest das „Glück“, aufgrund einer Verletzung nicht auf dem Platz stehen zu müssen. Auf der Bank zuzuschauen, dürfte allerdings auch nicht wesentlich schöner gewesen sein.

Lukas Maas hört auf den Spitznamen „Roter Panda“. Foto: Verein

„Bei manchem Spieler fällt erst so richtig auf, wie wichtig er für die Mannschaft ist, wenn er nicht dabei ist“, hätte ihn sein Trainer damals vermutlich gerne dabei gehabt. Denn, „Lukas geht mit Leistung voran und haut sich auf dem Platz in alle Zweikämpfe rein“, fährt Bothen fort. „Gegen den möchte man nicht gerne spielen“, sieht er seinen Spieler auf den zentralen Mittelfeld-Positionen als „Vorbild“ für seine Mannschaftskollegen an. Er habe „bei uns ja auch nicht umsonst“ den Spitznamen „Roter Panda“, sagt sein Bruder Niklas. „Zum einen wegen des Rotstrichs in den Haaren, zum anderen weil ich auf dem Platz wohl auch nicht der angenehmste Gegenspieler bin“, erklärt Lukas.

Die 23-jährigen Zwillingsbrüder, geboren in Moers, aufgewachsen in Birten und nach der Zeit als Junioren bei der DJK Labbeck-Uedemerbruch zum SVS gewechselt, haben nach dem verpatzten GSV-Spiel ihren Anteil daran gehabt, dass Sonsbecks Zweitvertretung sich inzwischen auf den zwölften Rang vorgespielt hat. Lukas war schon eine Woche später beim ersten Saisonsieg, dem 3:0 gegen den TSV Weeze, wieder dabei, und Niklas absolvierte ab dem achten Spieltag zehn Partien. Der angehende Sport- und Fitnesskaufmann zählt dabei offiziell immer noch zum Kader der ersten Mannschaft, mit der er auch in den ersten Wochen der Saison antrat. „Wenn es beruflich ginge, würde ich dort wohl auch weiterhin spielen“, sagt Niklas, dessen Job allerdings kein regelmäßiges Training im Kreis der Landesliga-Auswahl zulässt. „Aber so fühle ich mich jetzt als Spieler der zweiten Mannschaft, und das auch gerne“, betont er. Klar, es läuft ja auch. Mit neun Treffern in zehn Spielen führt er die interne Torjägerliste an. „Niklas ist für uns natürlich Gold wert“, bestätigt Bothen, „er ist fit, marschiert und macht seine Tore.“

Und das ist umso wichtiger, da der Coach auch am Sonntag auf Jonas Gerritzen verzichten muss. Der Stürmer, der am Ende der Vorrunde bereits verletzungsbedingt ausfiel, hat sich erneut eine Blessur am Oberschenkel zugezogen und wird gegen den GSV nicht dabei sein. „Es wäre zu riskant, ihn schon wieder spielen zu lassen“, setzt Bothen erste einmal darauf, dass sein regulärer Mannschaftsführer wieder restlos fit wird, um dann im weiteren Verlauf des Unternehmens „Klassenerhalt“ zur Stelle zu sein.

Lukas Maas wird als sein Stellvertreter also wieder die Kapitänsbinde über den Arm ziehen. „Das ist mir allerdings so wichtig nicht“, sagt der. „Im Endeffekt sind wir elf Spieler, und jeder von uns muss auf dem Platz Verantwortung übernehmen.“ Auch Niklas Maas wird sich diesmal noch nicht umstellen müssen. In Ermangelung eines eigenen Trikots mit Namensaufschrift hat er sich während der Zeit, als sein Sturmpartner nicht dabei war, das freie Gerritzen-Trikot mit der Rückennummer 13 ausgeliehen und übergestriffen. Eine Hommage an seinen Kollegen: „Jonas hat schon Oberliga-Erfahrung, so ein Trikot trägt man natürlich gern.“