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Leon Viktora aus Moers spielt auch für Borussia Düsseldorf

16-jähriges Tischtennis-Talent spielt groß auf : Quereinsteiger mit schneller Vorhand

Leon Viktora spielt erst seit rund viereinhalb Jahren Tischtennis. Jetzt ist der deutsche Rekordmeister Borussia Düsseldorf auf das Talent des TuS 08 Rheinberg aufmerksam geworden.

Leon Viktora ist sportaffin. Das sieht man dem Schüler in seinem Kapuzenpullover der Basketball-Marke von Ex-Profi Michael Jordan direkt an. Basketball spielt der 16-Jährige jedoch nur ab und an im Sommer mit seinen Kumpels. Die Fußballschuhe hat er in die Ecke gestellt. Seit rund viereinhalb Jahren verbringt Leon fast jede freie Minute mit einem viel kleineren Spielgerät. Der Jugendliche aus Moers ist Tischtennis-Spieler. Ein ziemlich guter sogar. Seit Sommer 2017 tritt Leon für den TuS 08 Rheinberg an die Platte und hat bei den Erwachsenen mit der Zweitvertretung bereits zwei Aufstiege bis in die Landesliga erlebt. Nach dem Jahreswechsel wird er beim Rheinberger Club im unteren Paarkreuz der „Ersten“ in der NRW-Liga mitmischen. Die Entwicklung, die der Schüler seit 2014 hingelegt hat, ist enorm.

Im Oktober ist auch der Westdeutsche Tischtennis-Verband auf den Rechtshänder aufmerksam geworden und berief ihn in den Jugend-Kader. In der Talentschmiede rund um Verbandstrainer und Stützpunktleiter Johannes Dimmig arbeitet Leon nun montags und mittwochs im Landesleistungszentrum Düsseldorf seine technischen und taktischen Defizite als Quereinsteiger auf. „Ich habe eine ziemlich schnelle Vorhand, aber die Rückhand wurde dreieinhalb Jahre vernachlässigt“, weiß der Abiturient, der die Einführungsphase (EP) am Gymnasium Adolfinum in Moers besucht.

Diese Unausgeglichenheit des Nachwuchs-Akteurs rührt aus dem jahrelangen gemeinsamen Einheiten mit seinem Vater und zugleich Trainingspartner. Papa René spielt den Ball als Abwehrspieler vergleichsweise langsam über die Platte. „Da hatte ich Zeit genug, um mich mit der Vorhand in Position zu bringen und habe ich meine Rückhand nicht gebraucht“, erklärt Leon. Ehrgeiz genug, um diese Schwäche wettzumachen, hat er.

Neben den bis zu zwei Wochenend-Spielen und dem WTTV-Leistungstraining an zwei Tagen in der Woche, steht dienstags oder donnerstags auch noch eine Einheit in Rheinberg an. Freitags geht’s wieder nach Düsseldorf. Denn während Leon im Herren-Bereich weiter für den TuS 08 schmettert, ist er zur Winterpause im Jugendbereich zum deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf gewechselt. Mama Marion, sein Papa und die jüngere Schwester Lisa unterstützen ihn. „Auch die Großeltern fahren Leon schon mal zum Training“, sagte der stolze Vater. Mit der Nachwuchs-Mannschaft in Düsseldorf visiert Leon, sofern sein Team die Westdeutschen Mannschaftsmeisterschaften erfolgreich absolviert, den Titel bei den nationalen Titelkämpfen an.

Dass sein Sohn ein besonderes Talent hat, war René Viktora schon früh bewusst. Der 50-Jährige brachte Leon zufällig zum Tischtennis, als er selbst beim Training eines Freundes in die Sportart hineinschnupperte. „Bis dahin hatte ich noch nie Tischtennis gespielt – höchstens mal Rundlauf mit meinen Freunden.“ Angesteckt von seinem Papa war auch Leon schnell mit Feuereifer dabei. Beide meldeten sich zur Saison 2014/15 beim TTC Schaephuysen an. Schnell kristallisierte sich heraus, wo die Reise hingeht. Es folgte im Sommer 2015 der Wechsel zur sportlich ambitionierteren Rhenania nach Königshof. Dort schnupperte der damals 14-Jährige nach einem Jahr bei fünf Einsätzen, in denen er ungeschlagen blieb, erstmals Landesliga-Luft. Nach eineinhalb Jahren ging es zur Winterpause zu Bayer Uerdingen. „Leon ist trainingsverrückt. Da war er nicht gut aufgehoben“, erzählt René Viktora, dass sein Sprössling beim Krefelder Verein nur wenige Trainingsmöglichkeiten hatte.

So kam Leon im Sommer 2017 zum TuS 08. Langfristig möchte der Youngster zum Topspieler in Rheinberg aufsteigen. In den nächsten zwei Jahren muss sich Leon neben dem zeitaufwendigen Hobby auch auf die Schule konzentrieren. Nach seinem Abitur plant der 16-Jährige ein Medizin-Studium. So ganz festgelegt habe er sich bei der Berufswahl jedoch noch nicht. Beim Sport steht Leons Entscheidung hingegen fest. Er bleibt beim Tischtennis. Für Basketball und Fußball bleibt aber bestimmt noch ein bisschen Zeit.