Kunstrad-Verein droht das Aus

Kunstrad-Verein droht das Aus

Die Zukunft des KAJV "durcheinander" Sonsbeck sieht alles andere als rosig aus. Durch den Mensa-Bau können die Kunsträder nicht mehr in der Hauptschule gelagert werden. Und das bedroht die Existenz des Vereins.

Fahrradfahren ist nicht allzu schwer. Wirklich nicht? Stehend auf dem Lenker, nur auf einem Rad mit ausgebreiteten Armen oder falschherum auf dem Sattel – das hört sich ziemlich schwer an. Die Kunstradfahrer des KAJV Sonsbeck beherrschen solche spektakulären Einlagen. Doch mit den Kunststücken könnte es beim Sonsbecker Verein bald vorbei sein. Ein logistisches Problem bedroht die Existenz des noch jungen Clubs.

Keine Alternativen

Die Sonsbecker S'Grooten-Schule bekommt eine Mensa. Gut für die Schüler, schlecht für den KAJV. Aufgrund der Bauarbeiten können die wertvollen Ein- und Kunsträder des Vereins nicht länger in der Hauptschule gelagert werden. Bis kommenden Montag müssen sie weggeräumt werden, teilte die Gemeindeverwaltung in dieser Woche mit. "Die Situation bedroht wirklich unsere Existenz. Wo sollen wir denn sonst hin?", verdeutlicht Gabi Kalthoff den Ernst der Lage. Gleichwertige Alternativen gibt es momentan nicht. Die Pressewartin und gute Seele des Vereins bittet daher um Unterstützung. Doch das ist gar nicht so leicht. Die Anforderungen an den neuen Raum sind nämlich recht hoch. Die Abstellmöglichkeit darf nicht zu weit von der Turnhalle an der Hauptschule, dem "Zuhause" des KAJV, entfernt sein. Die Sicherheit der zum Teil noch sehr jungen Vereinsmitglieder muss schließlich gewährleistet sein, wenn sie ihre Räder holen.

Zudem sind die finanziellen Mittel der Kunstradfahrer begrenzt. Eine Alternative wäre der "Fahrradkäfig" hinter der Turnhalle. "Den müssten wir in Eigenleistung aber erst einmal umbauen", winkt Trainerin und Vereinsgründerin Tanja Drescher ab. Dazu fehle es dem KAJV aber am Kleingeld und vor allem auch dem nötigen Know-how. Aus Versicherungsgründen müssten unter anderem erst ein wirklich sicheres Schloss und Sichtschutzmaßnahmen angebracht werden. Zudem biete der Käfig im jetzigen Zustand nicht genügend Schutz gegen Witterungeinflüsse, meinte eine traurige Drescher. Die 48 Mitglieder teilen sich mit mehren Teamkollegen meist eines der Räder. Durch die unterschiedlichen Trainingszeiten und Transportprobleme scheidet so auch die Alternative aus, dass die KAJV-Mitglieder ihr "Gefährt" in heimischen Gefilden lagern. Die Sportler würden auch nur äußerst ungern in einen anderen Ort ausweichen. "Schließlich sind wir ein Sonsbecker Verein", sagen Drescher und Kalthoff unisono. Außerdem könnte das Anreiseprobleme vieler Kinder zur Folge haben.

Es sieht nicht gut aus

Es sieht also nicht gut aus für den KAJV. "Für uns und vor allem die Kinder würde eine Welt zusammenbrechen, wenn es unseren Verein nicht mehr geben würde", so Drescher, die mit viel Herzblut bei der Sache ist. Ohne eine baldige Lösung und ein wenig Unterstützung finden Wettkämpfe im Kunstradfahren in Zukunft ohne die Sonsbecker statt. Heute Abend wollen die Mitglieder auf einer außerordentlicher Versammlung über Wege aus dem Dilemma diskutieren.

(RP)