Kreisliga A: SV Millingen steckt in der Krise

Fussball : Gesprächsbedarf beim SV Millingen

Fußball-Kreisliga A: Zweifel bei Trainer Markus Hierling vor dem Derby gegen den SV Sonsbeck II.

Einen gefassten Trainer kann so leicht nichts aus der Ruhe bringen. Björn Quint, Übungsleiter in Diensten von Concordia Ossenberg, hat sich nach dem 1:2 seiner Mannschaft bei Borussia Veen und dem damit verbundenen Überlassen der Tabellenspitze der Kreisliga A an den Kontrahenten sicherlich nicht vor Freude auf die Schenkel geschlagen. Einsortieren mochte er die Niederlage dann aber doch lieber in aller Gelassenheit. „Was ist denn schon passiert“, lautete seine Frage, für die er prompt eine Antwort parat hatte. „Nicht viel!“ Ja, stimmt schon. Die schlechteste Saisonleistung der Concordia war wahrlich kein Hingucker, für Quint war sie sogar „blutleer“. „Aber wir stehen immer noch besser da, als wir alle es erwartet haben“, rückt der Trainer den Saisonverlauf wieder gerade. „Und wir haben am Sonntag schon die Gelegenheit, uns für die Niederlage zu rehabilitieren.“ Dass dies gelingen möge, schickt der Spielplan den auf einen Abstiegsrang abgerutschten FC Rumeln-Kaldenhausen an die Ossenberger Schlossstraße.

André Pache könnte im Team der Concordia wieder dabei sein, das täte der in Veen leicht zu überspielenden Defensive wohl nicht schlecht. Im Hintergrund steht weiterhin das von Quint schon zweimal vergeblich angekündigte Comeback von Lucas Bangert nach langwieriger Schlüsselbeinverletzung.

Gesprächsbedarf herrschte in der Woche beim SV Millingen. Und das reichlich. Erst tagten Trainer Markus Hierling, der Sportliche Leiter Rainer Lempert und Henning Rohrbach als Teammanager, dann war auch der Spielerrat dabei. Hintergrund war das 0:5 beim SV Scherpenberg II und mehr noch das Fehlen dreier Akteure, die die Partie kurzfristig abgesagt hatten. Für Hierling ein Schlag in die Magengrube. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Spieler noch erreiche“, zweifelte er nach der Pleite, die für ihn auch „ein Offenbarungseid“ aller Beteiligten war.

Inzwischen scheinen personelle Konsequenzen im Bereich der Spieler nicht mehr ausgeschlossen, zudem will der Trainer die Mannschaft wieder im Boot wissen. „Wenn die Mannschaft entscheidet, den Zusammenhalt der letzten Saison wieder aufleben zu lassen, bin ich dabei.“ Bei den Blau-Weißen ist, mit nur neun Spielen auf dem viertletzten Rang abgestürzt, inzwischen wieder der Abstiegskampf ausgerufen. „Wir müssen uns von unserem Ziel 50 Punkte verabschieden“, sagt Hierling und setzt neue Prioritäten. „Die Vorgabe lautet jetzt 20 Zähler bis zur Winterpause.“

Am Sonntag wird es schwer werden, dem Ziel näher zu kommen. Der Gegner heißt SV Sonsbeck II, reist als Tabellenvierter mit Blick nach oben und ohne personelle Probleme an. Davon hat der SVM seinerseits gleich eine Menge zu bieten. Jonas Schaper schleppt sich schon längere Zeit mit einem Meniskusriss herum und muss nun operiert werden, zudem fehlen Yannick Martin, Kamil Franke und Max Pullich im Derby. Das kleinste Problem dürfte die zweiwöchige Sperre von Torhüter Marc Lauderbach sein, der vom wieder genesenen Jannis Schwarz gleichwertig ersetzt werden sollte.

Zum Derby zwischen dem SSV Lüttingen und Viktoria Alpen bringen beide Mannschaften ihre Sorgen mit. Die Gastgeber scheinen in den vergangenen Wochen eine Allergie gegen den eigenen Kunstrasen entwickelt zu haben. Zweimal, gegen Millingen und Ossenberg, wanderten die Punkte zum Gegner, dazwischen lag noch das Pokal-Aus gegen den TV Asberg. Und die Viktoria? Auch die muss erst wieder in Schwung kommen, denn zuletzt gab es nur einen Zähler bei drei Versuchen, womit das Team ins Mittelmaß der Tabelle abrutschte, statt vorne munter mitzumischen. Zudem dürfte das 2:3 gegen den SV Budberg im Kreispokalspiel am Mittwoch noch in den Knochen stecken.

Die Fußballer des SV Budberg II haben sich als Langschläfer zu erkennen gegeben. Zumindest am vergangenen Sonntag im Spiel beim Rumelner TV, als eine verschlafene erste Halbzeit mit drei Gegentoren bereits den Knockout bedeutete. Jetzt reist die SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen an, der am Mittwoch beim VfL Rheinhausen nach zwei Niederlagen in der Liga mit dem Pokalsieg nach Verlängerung die Wende gelang. Aber, das hat Kraft gekostet. SVB-Trainer Nisfad Grgic hofft auf den ersten Punktgewinn, was aber nur gelingen dürfte, „wenn wir über 90 Minuten hellwach sind“.

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