Kreisliga A: Concordia Ossenberg trennt sich von Spieler nach Ausschreitungen im letzten Saisonspiel

Fußball : Concordia trennt sich von Spieler, lässt bei Quint Gnade walten

Fußball-Kreisliga A: Vorkommnisse beim letzten Meisterschaftsspiel führen zu Konsequenzen. Ossenberg regt eine „Sünderkartei“ beim Verband an.

Von wegen Ruhe in der Sommerpause - nur einen Tag nach dem gefällten Urteil gegen zwei Spieler, einen Vereinsangehörigen und den Club TuS Asterlagen im Zuge des Spielabbruchs der Relegationsbegegnung gegen den SV Büderich, hatte die Spruchkammer des Fußballkreises Moers bereits den nächsten Fall zu behandeln, bei dem eine Tätlichkeit auf dem Spielfeld zu bewerten war. Das Urteil fällt zwar wesentlich geringer aus; es gab keine jahrelangen Strafen, aber fünf Monate Sperre sind auch schon eine Menge Holz für den Übeltäter, dessen Verein prompt auf das Urteil reagierte.

Darum ging’s: Ausgerechnet im letzten A-Liga-Meisterschaftsspiel zwischen Concordia Ossenberg und der SpVgg Rheurdt-Schaephuysen, das später sage und schreibe 12:5 endete, leistete sich ein Gästespieler bei Ossenberger 7:3-Führung ein derbes Foul just vor der Ersatzbank der Concordia. Deren Trainer Björn Quint drückte den Gästespieler, der auf der Vereinsseite mit dem Spitznamen „Zweikampfmonster“ vorgestellt wird, zu Boden; zudem eilte ein nach einem früheren Platzverweis ohnehin schon gesperrter Akteur der Rot-Weißen auf den Platz und trat den Rheurdt-Schaephuysener Spieler. Verletzungen gab es nicht, der Tritt wurde später als „leicht“ beschrieben.

Umso größer die Nachwirkungen des dummen und überflüssigen Geschehens: Für den vom Schiedsrichter nach seinem Foul per Roter Karte vom Platz geschickten Gästeakteur legte der Staffelleiter eine vierwöchige Sperre fest. Von Vereinsseite war zu hören, dass der 35-jährige Routinier inzwischen sein Karriereende bekannt gegeben hat. Ossenbergs Trainer wurde wegen grober Unsportlichkeit zu einer Strafe von 150 Euro verdonnert, der Treter aus Reihen der Concordia wegen seines tätlichen Angriffs bis zum 17. November aus dem Spielverkehr gezogen.

Nach Bekanntgabe des Urteils reagierte auch der Vorstand des A-Ligisten aus Ossenberg. In einer Facebook-Meldung gab er bekannt, dass Quint, der in der neuen Saison vom Platz auf der Trainerbank auf die Position des Sportlichen Leiters des Clubs wechselt, getreu dem Motto „zeig’ Reue und tue Gutes“ an einem bislang noch nicht benannten sozialen Projekt teilnehmen werde. Zudem trennte sich der Club „mit sofortiger Wirkung“ von seinem Spieler, um seine „Null-Toleranz“ gegenüber Gewalt zu unterstreichen. Die Concordia unterstrich, dass sie grundsätzlich keinen Akteur in ihre Reihen aufnehmen werde, der in gewalttätiger Hinsicht schon einmal auffällig geworden sei.

Der Club regt darüber hinaus an, im Verband eine Liste solcher Fußballer zu schaffen – eine „Sünderkartei“, die von autorisierten Personen künftig abzufragen sein müsse. „Wir bedauern den Vorfall“, endet der Ossenberger Verein, der sich auf die neue Saison freue. Ob die Spruchkammer dies auch so sieht, sei dahingestellt.

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