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Klaus Donner ist Trainer der Landesliga-Frauen des SV Budberg II

Frauenfußball : Als die Töchter den Vater an die Seitenlinie drängten

Klaus Donner geht in seine zweite Saison als Trainer der Landesliga-Frauen des SV Budberg II. Er peilt den Klassenerhalt an. Dass er überhaupt noch als Coach aktiv ist, liegt an einem Gefallen.

Die Familie war daran schuld, dass Klaus Donner heute immer noch als Trainer einer Frauenfußball-Mannschaft an der Seitenlinie steht. Als nämlich vor 15 Jahren Donners Töchter Lena und Laura beim SV Winnekendonk plötzlich ohne Trainer dastanden, fragten sie einfach mal ihren Papa. Der konnte nicht „nein“ sagen und fortan begann die Trainerkarriere des heute 62-Jährigen. In der kommenden Spielzeit sitzt Donner beim Landesligisten SV Budberg II auf der Bank, derweil die beiden „Übeltäterinnen“ inzwischen mit dem Fußball ganz aufgehört haben.

Eigentlich wollte Donner, im Zivilberuf Freigestellter Betriebsrat und immer noch in Winnekendonk wohnhaft, beim SV Budberg nur hinter den Kulissen der Frauenfußball-Abteilung arbeiten. Doch dann kam es beim SVB im Herbst des vergangenen Jahres zu einem überraschenden Trainerwechsel. Christian Görgen musste aus beruflichen Gründen, wie er selbst damals erklärte, seinen Trainerjob bei den Budbergerinnen aufgeben und Donner übernahm die Landesliga-Elf. „Die vergangene Saison war für uns eine ziemlich verfahrene Kiste“, meint der heutige Trainer. Dennoch, trotz Trainerwechsel und Corona schaffte Donner mit seinem Team den Klassenerhalt. Etwas besser soll es in der nun anstehenden Spielzeit laufen. „Wir haben eine eingespieltes Mannschaft, dies soll sich nun auszahlen.“

Donner ist kein Laie in Sachen Frauenfußball. Beim Bundesligisten SGS Essen betreute er die zweite Mannschaft und wirkte mit Erfolg beim jetzigen Zweitliga-Aufsteiger Borussia Bocholt. Und er hat deutliche Unterschiede zwischen Herren- und Frauenfußball erkannt. „Bei den Frauen gibst du etwas vor und sie befolgen es strikt. Da kannst du mit vier Innen- und fünf Außenverteidigerinnen auflaufen, es wird gemacht, was der Trainer sagt. Stellen Sie sich dies einmal bei den Herren vor, die würden den Trainer glatt vom Hof jagen. Frauen machen es einfach, auch wenn du am Ende der Dumme bist.“

So weit will es Donner beim SV Budberg II nicht kommen lassen und sein Team gewissenhaft auf die anstehende Landesliga-Spielzeit vorbereiten. Gleich dreimal wöchentlich bittet er seine Schützlinge zum Training, damit die Elf bestens vorbereitet in die Meisterschaftsspiele geht.

Aber vorher wartet auf die Budbergerinnen noch ein Highlight. Am 30. August wartet das durch die Corona-Pause verschobene Kreispokal-Endspiel. Dann geht es auf dem Aschenplatz des SuS Rayen gegen den gastgebenden Kreisliga-Verein darum, wer am Ende die Trophäe in die Höhe recken darf.