Kein Sieger im Alpener Lokalduell : Kühle Derbykost beim Remis in Veen

Fußball-Kreisliga A: Alpen entführte nicht unverdient einen Zähler. Nico Goergen und Eike Schultz erzielten die Tore.

Es gibt Momente, da spiegelt sich die Qualität eines Fußballspiels in einem einzigen Satz wieder. Wenn Fußball-Trainer noch genügend Zeit finden, sich an der Außenlinie mit den elementaren Dingen des Lebens zu beschäftigen, dann kann jedenfalls vom Spielgeschehen nicht viel zu erwarten sein. „Es ist ziemlich frisch geworden“, stellte Jörg Schütz fest. Stimmt, da mochte niemand widersprechen.

Im Derby zwischen Borussia Veen und Viktoria Alpen gab es auch nicht allzu viele Szenen, die dem Gäste-Trainer und seinen Kollegen auf der anderen Seite, Christian Hauk, zu Hitzewallungen Anlaß hätten geben können. Die Mannschaften trennten sich mit 1:1 (0:0) – zumindest bei dem Resultat bekamen die Übungsleiter keine kalten Füße.

„Das Unentschieden geht schon in Ordnung“, versuchte sich Hauk nach dem Schlusspfiff mit dem Ergebnis anzufreunden. Immerhin, für den Tabellendritten stellt das 1:1 im Kampf um eine bessere Positionierung in der Rangfolge der A-Ligisten keinen Traum da. Für den Borussen-Trainer sind Resultat und Spielweise seiner Mannschaft erklärbar. „Im Moment rotieren wir nur noch“, vermisste der Coach gleich eine Handvoll Akteure in hinterer und vor allem vorderer Linie, die das Derby auf die Qualität der vergangenen Jahre hätten hieven können.

Die, die es im Veener Lager hätten richten sollen, fanden nicht die nötige Lockerheit und Frische. „Wir sind zu verkrampft aufgetreten“, bestätigte Hauk, dass viele Abläufe im Veener Spiel diesmal nicht über Ansätze hinaus kamen. Dazu mangelte es dem Trainer auch noch am kleinen Einmaleins des Fußballs. „“Wir wollten geduldig spielen, um dann Nadelstiche setzen zu können“, verriet Hauk die Marschroute, die seine Spieler nicht erfüllen könnten. „Dafür hätten sie in den Zweikämpfen nicht die Handbremse anziehen dürfen“, lautete seine Kritik.

Die Viktoria durfte nach der Partie mit besserem Gewissen vom Platz gehen. „Natürlich wollten wir auch gewinnen“, versicherte Schütz. Keine Frage, das nimmt man dem Trainer ab. Doch die Erkenntnis von Christoph Ley, der während der Partie seinem Mitspieler verriet, dass „Ballbesitz Sicherheit bedeutet“, enttarnte den Sicherheitsgedanken der Blau-Gelben. So war „Risiko“ über weite Strecken der Begegnung ein Fremdwort für die Spieler beider Seiten, die sich ihre Scharmützel vorwiegend zwischen den Strafräumen lieferten. Im ersten Abschnitt durfte sich das Veener Lager folglich lediglich Hoffnung bei einem Freistoß von Dennis Tegeler machen, der aber dann auf das Alpener Tor zu kullerte. Applaus gab es auf der Gegenseite für die Direktabnahme von Andreas Dargel, selbst wenn der Ball in Nähe des Veener Clubhauses landete

Tore wurden den Besuchern dann aber doch noch geboten. Die Viktoria startete in der 52. Minute, als Nico Goergen nach Stocherei im Veener Strafraum an den Ball gelangte und diesen im langen Eck versenkte. Nur drei Minuten später durften sich die Borussen bereits über den Ausgleich freuen – diesmal nach einer wahrlich gelungenen Szene, in der Julian Meier in den Strafraum eindrang und Eike Schultz den Rückpass in den Alpener Maschen unterbrachte.

Bis zum Schlusspfiff zeigten sich beide Teams dann aber wieder von ihrer kühleren Seite, ehe der Unparteiische Enes Krupic und Dargel in letzter Minute unterschiedlicher Meinung waren. Krupic machte aus dem Gelb für den Alpener ganz schnell Gelb-Rot. Spätestens da dürfte auch Schütz wieder hoch temperiert gewesen sein.

Borussia Veen: Grewe; Münzner, Rusch, Gietmann, Schultz, J. Höptner, Meier, Tegeler, Bertsch (81. Evers), Willemsen (86. Klemmer), Keisers (68. L. Höptner).

Viktoria Alpen: Dahm; Algra, Feuchter, Ley, Mehmedovic (63. Oymann), Goergen, Spengler 873. Walter), Rassier, Sura, Dargel, Speicher.

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