Fußball-Kreisliga A : Kartenflut bei der Concordia

Die hohe Anzahl an Platzverweisen trübt ein wenig die Ossenberger Hinrunden-Bilanz. Zwei Spieler flogen zweimal mit Rot runter.

Mit Mirco Dietrich den nächsten Schritt machen. So lautete die Zielsetzung des A-Ligisten vor Saison-Beginn. Ex-Trainer Björn Quint machte Platz. Mit seiner Erfahrung als DFB-Stützpunkt-Coach sollte Dietrich die Mannschaft von Concordia Ossenberg vor allem taktisch weiter voranbringen. Das ist ihm gelungen. Im Aufstiegsrennen mischt die Elf zwar nicht mit. Die Vorgabe, sich im oberen Drittel zu etablieren, wurde aber erfüllt. 28 Punkte und Tabellenplatz sechs stimmen den Coach deshalb positiv. Alles andere als positiv sind die Disziplinlosigkeiten. Zwei Spieler flogen gar zweimal runter.

„Die Hinrunde war solide. Die Mannschaft hat viele meiner Erwartungen umgesetzt“, sagt Dietrich. Dabei lief gerade der Saisonstart nicht so reibungslos. Abgesehen vom deutlichen Auftaktsieg in Borth hagelte es vier Pleiten am Stück. Dann erst haben sich die Ossenberger gefangen. Auch dank Silas Baumbach, der die Spieltage zwei bis fünf aufgrund einer Rotsperre verpasste. Mit 16 Toren ist er nicht nur der beste Torschütze der Concordia, sondern hinter Janik Schweers vom SSV Lüttingen der zweitbeste der Kreisliga A. „Das hat die Mannschaft in dieser Phase gut aufgefangen“, erinnert sich Dietrich. „Aber Silas kann immer den Unterschied ausmachen.“ Ein dickes Lob gab’s in der Hinrunden-Analyse aber nicht nur für seinen „Knipser“, sondern auch für die drei Neuzugänge von Dietrichs altem Verein FC Meerfeld. Niklas Noll und Dennis Lehmann haben sich hervorragend ins Team integriert und schnell ihre Stammpositionen gefunden, weiß der Coach.

Auch der Bruder des Trainers durfte sich über viele Einsätze auf der Linie freuen. Torhüter André Dietrich (29) musste sich in Ossenberg aber erst behaupten. Dem Konkurrenzkampf mit Alexander Furthmann brauchte er sich trotzdem nicht stellen. „Es war so ausgemacht, dass wir alle zwei bis drei Spieltage wechseln. Es gibt immer verschiedene Meinungen, aber beide haben es verdient.“ Viele Jahre war Furthmann die unumstrittene Nummer Eins im Ossenberger Kasten. Nun also die Rotation zwischen den Pfosten. Eine Entscheidung, an der für den Trainer nicht zu rütteln sei.

Im Tor hat Mirco Dietrich Luxusproblem. Auf dem Platz hatte der Coach aber nicht immer die Qual der Wahl. Der Grund: die vielen Platzverweise und teils wochenlangen Sperren. Und die kamen nicht nur durch harte Fouls zu Stande. Durch Nickeligkeiten, Provokationen oder Affekthandlungen dezimierte sich das Ossenberger Team des Öfteren selbst.

Patrick Utech und Lucas Bangert sahen gleich zwei Mal den roten Karton. Das schmeckt dem Trainer natürlich nicht. Dietrich: „Kampf und Wille sind okay. Daran müssen wir arbeiten.“ Mit den Entscheidungen der Schiedsrichter war der Trainer auch nicht immer zufrieden. „Sie kennen unsere Spieler und kommen schon mit einem Voriwssen zum Spiel“, weiß der Familienvater. Und dann wäre da noch ein leidiges Thema, das in Ossenberg in jedem Jahr auftritt. Da der heimische Rasenplatz in den Wintermonaten nicht bespielbar ist, muss in den Rheinberger „Käfig“ auf Asche ausgewichen werden. „Die Trainingsbeteiligung ist trotzdem hoch“, lobt Dietrich die Stimmung in seiner Mannschaft. Guter Dinge blickt der 34-jährige Coach daher schon jetzt auf den ersten Rückrunden-Spieltag.