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Jubiläum: DJK Labbeck/Uedemerbruch wird 75 Jahre alt

Vereinsjubiläum : Die DJK Labbeck wird 75 Jahre alt

Im Jahr 1946 wurde der Verein gegründet, vor 52 Jahren erfolgte die Fusion mit Sparta Uedemerbruch. Schon immer waren die Mitglieder sehr engagiert und haben ihre handwerklichen Fähigkeiten eingebracht. Doch die Zukunft ist ungewisser denn je.

Als die Herren Wilhelm Wienemann, Franz und Wilhelm Kempkes, Anton Eumann, Johann Schlusen, Heinrich Kappenstiel und Alfons Immens am 19. August 1946 beschlossen, im kleinen Labbeck einen Fußballverein ins Leben zu rufen, ahnten sie noch nicht, wie schwierig das würde. Denn der erste „Sportplatz“, eine Wiese auf dem Drostenhof, stellte sich schnell als untauglich heraus. Um auf der „Hanesheide“ ein Stück Wald bespielbar zu machen, benötigte man eine Planierraupe.

Das Geld dafür erspielten sich die Kicker mit Theateraufführungen in der Gaststätte Thomas. Das Vorhaben scheiterte jedoch am hartnäckigen Waldboden – und erst als der Landwirt Krebber sich bereit erklärte, an der Marienbaumer Straße einen Sportplatz zu errichten, begann die Geschichte der DJK Labbeck. Im Jahre 1969 fusionierte der Verein dann mit Sparta Uedemerbruch.

Wenn die heutige DJK BV Labbeck/Uedemerbruch im kommenden Jahr ihr 75-jähriges Vereinsjubiläum feiert, blickt ihr Vorsitzender Holger König fast schon skeptisch in die Zukunft. Zwar verfügt die Sportgemeinschaft der beiden Dörfer über eine trotz der Corona-Pandemie gleichbleibende Anzahl von 200 Mitgliedern, doch nur einen kleinen Teil von ihnen trifft man noch in Fußballschuhen an. „Wir haben eine erste Mannschaft, die in der Kreisliga B spielt und die alten Herren, mehr nicht“, bedauert König. Seine Ehefrau Petra, Geschäftsführerin und Kassiererin des Vereins, kann sich noch gut an bessere Zeiten erinnern: „Bis vor zehn Jahren hatten wir 13 bis 14 Nachwuchsmannschaften, von den Bambini bis zur A-Jugend. Die spielen jetzt alle in Sonsbeck und Xanten, weil sie dort zur Schule gehen und nicht noch zusätzliche Fahrten zum Training in Kauf nehmen möchten.“

 Die erste Mannschaft der DJK BV Labbeck im Jahr 1955: (h.v.l.) Lehrer Hermann Telaak, Heinrich Ververs, Helmut Klein, Karl-Heinz Thomas, Helmut Derpmann, Fritz Ververs; (v.v.l.) Adolf Angenendt, Alois Hirschfeld, Heinz van Ballegooy, Otto Hirschfeld, Willi van Leyen, Mathias Cleven.
Die erste Mannschaft der DJK BV Labbeck im Jahr 1955: (h.v.l.) Lehrer Hermann Telaak, Heinrich Ververs, Helmut Klein, Karl-Heinz Thomas, Helmut Derpmann, Fritz Ververs; (v.v.l.) Adolf Angenendt, Alois Hirschfeld, Heinz van Ballegooy, Otto Hirschfeld, Willi van Leyen, Mathias Cleven. Foto: Verein

Der offene Ganztagunterricht in den Schulen, ein immer größer werdendes Freizeitangebot und die erdrückende Lage zwischen zwei deutlich größeren Vereinen machen dem Dorfklub das Leben schwer. Hinzu kommt, dass aufgrund der Corona-Regeln der Spielbetrieb ruht. Das birgt eine große Gefahr, weiß die Geschäftsführerin: „Unsere Spieler merken jetzt, dass es ein Leben ohne Fußball gibt. Deswegen stehen wir in ständigem Kontakt. Zum Glück gibt es bislang keine Absagen für die kommenden Spiele.“

Zumal die Rahmenbedingungen hervorragend sind: Der Verein verfügt über eine Infrastruktur wie kaum ein anderer Kreisligist. Dazu zählen ein zweigeschossiges Vereinsheim, ein gepflasterter Parkplatz, zwei Naturrasenplätze und – einzigartig in der Kreisliga – eine Tribüne. Das all dies in Eigenleistung erstellt werden konnte, zeigt den starken Zusammenhalt im Verein. „Unter unseren Mitgliedern sind viele Handwerker, die für den Verein auf ihren Stundenlohn verzichtet haben“, erklärt Petra König.

  Holger König (l.) ist aktuell Vorsitzender der DJK Labbeck/Uedemerbruch.
Holger König (l.) ist aktuell Vorsitzender der DJK Labbeck/Uedemerbruch. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Damit der Verein weiter existieren kann, setzt man abseits des Fußballs auf den Breitensport. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die „Powerfrauen“ um Kim van Leyen. Mit Angeboten wie Yoga, Tai Chi, Step-Aerobic oder Jazz-Gymnastik begeistern sie immer mehr Menschen in Labbeck und Uedemerbruch. Daneben will man mit dem Dartspiel und einem Billardtisch wieder Leben ins Vereinsheim bringen.

In geselliger Runde wird dann sicherlich über die magischen Momente in der Vereinsgeschichte gesprochen. Jene Augenblicke, von denen die Anhänger noch ihren Enkeln berichten. Dazu zählt sicherlich das Aufstiegsfinale 2017 gegen Donsbrüggen. Petra König erinnert sich: „Wir brauchten ein Unentschieden. Bis zur 90. Minute führte Donsbrüggen, in der Nachspielzeit fiel der Ausgleich. Wir haben alle heulend auf dem Platz gestanden.“

Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich das Freundschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach, auch wenn dies mit 2:12 standesgemäß verloren ging. Die rund 500 Zuschauer an der Marienbaumer Straße waren zunächst enttäuscht darüber, dass der Bundesligist mit vielen Talenten angereist war. Heute erinnert man sich mit Stolz daran, dass ein Stefan Effenberg seine ersten Erfahrungen auch in Labbeck gesammelt hat.