Jörg und Heiner sagen "Tschüss"

Interview mit Jörg Hahn und Heiner Gesthuysen. Die beiden Fußball spielenden Urgesteine des SV Sonsbeck werden morgen vor der letzten Saisonpartie gegen die SF Baumberg (Anstoß 15 Uhr) offiziell verabschiedet. Wegen hartnäckiger Verletzungen müssen sie ihre Karriere beenden.

Jörg Hahn (35) und Heiner Gesthuysen (33) werden sich am Sonntag im Heimspiel der Fußball-Niederrheinliga gegen die SF Baumberg von den Fans des SV Sonsbeck verabschieden. Hartnäckige Verletzungen zwingen die Urgesteine zum Karriereende.

Wie schwer fällt Ihnen der Abschied?

Jörg Hahn Sehr, sehr schwer. Ich habe schließlich 18 Jahre das Trikot der ersten Mannschaft getragen. Ich habe in den vergangenen Wochen mit meiner Frau viel über den nahenden Abschied gesprochen. Der SV Sonsbeck war schließlich ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Schade, dass der Abschied schleichend ist. Die schweren Verletzungen haben mich ja immer wieder zurückgeworfen. Ich höre auf, weil mein linkes Sprunggelenk nach jedem Training schmerzt, mal mehr, mal weniger. Nach jetzigem Stand werde ich auch in den anderen Sonsbecker Mannschaften nicht mehr auflaufen. Vielleicht feier ich irgendwann bei den Alten Herren mein Comeback.

Heiner Gesthuysen Ich habe mir die Entscheidung natürlich nicht leicht gemacht. Aber es geht nicht anders. Seit rund vier Jahren kämpfe ich mit Verletzungen. Aktuell habe ich Probleme mit der linken Patellasehne am linken Knie. Die dauern schon seit acht Monaten an. Seitdem kann ich nicht vor den Ball treten. Ich werde aber nicht nur den Sport, sondern vor allem die direkte Nähe zur Truppe vermissen. Sei es die Kabinenansprache oder der Gang auf den Platz. Ich werde zwar weiterhin versuchen, als Zuschauer dabei zu sein, aber das ist eben nicht das Gleiche.

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Was war das schönstes Erlebnis?

Hahn Die Aufstiege in die Landesliga und natürlich der überraschende Aufstieg in die Verbandsliga, als sieben Spieler aus Sonsbeck der Mannschaft angehörten. Unvergesslich bleibt für mich auch eine Begegnung gegen die DJK Labbeck, als ich, gerade aus der A-Jugend gekommen, das entscheidende 1:0 schoss. Meine Mannschaftskollegen haben mich nach dem Schlusspfiff auf Schultern vom Platz getragen.

Gesthuysen Der erste Aufstieg in die Verbandsliga. Der kam völlig überraschend und war besonders toll, weil zahlreiche Sonsbecker zur Mannschaft gehörten. Und ich erinnere mich gerne an das erste Spiel in der Verbandsliga zu Hause gegen den 1. FC Wüfrath zurück. Ich habe in der Nachspielzeit das entscheidende 2:1 geköpft.

Welches Erlebnis würden Sie gerne streichen?

Hahn Die Verletzungen in den letzten eineinhalb Jahren. Ich hatte beim ersten langen Ausfall schon die böse Vorahnung, dass ich nicht mehr den Anschluss finde. Ein Schock war der Vorfall in Möllen, als mir ein gegnerischer Spieler in der Halbzeit eine Kopfnuss gab – zumal er mich auch noch verwechselt hat.

Gesthuysen Natürlich die vielen Verletzungen, die mich leider immer wieder zurückgeworfen haben. Das ewige Zuschauen tat schon sehr weh. Der direkte Abstieg aus der Verbandsliga war sicherlich nicht schön, aber eigentlich nicht dramatisch. Jeder Spieler wusste, dass wir mit unseren bescheidenden Mitteln bis dahin schon Tolles geleistet hatten.

Bleiben Sie dem SV Sonsbeck erhalten?

Hahn Ich möchte eine Pause einlegen. Ich habe jahrelang alles für den Verein gegeben und viel Freizeit geopfert. Irgendwann werde ich vielleicht eine Funktion übernehmen. Der Zeitpunkt ist offen.

Gesthuysen Ich engagiere mich ja bereits in der Jugend-Abteilung. Spielen werde ich vorerst nicht. Ob ich im Sonsbecker Trikot bei den Alten Herren zurückkehre, kann ich nicht sagen. Das hängt auch von meiner beruflichen Zukunft ab.

Herr Hahn, was zeichnet Heiner Gesthuysen aus?

Hahn In erster Linie ist er ein Freund von mir, auf den ich mich hundertprozentig verlassen kann. Er hat einen astreinen Charakter und ist ein Teamplayer. Es ist stets für die Mannschaft da gewesen – auf und neben dem Platz.

Herr Gesthuysen, was zeichnet Jörg Hahn aus?

Gesthuysen Er ist ein toller Typ und für mich ein Top-Freund. Er hat immer alles für den Verein gegeben. Auf der linken Seite war er oft gesetzt – auch, weil wir ansonsten keinen Linksfuß hatten (lacht). Er ist einer, der eigentlich nicht aus Sonsbeck wegzudenken ist.

René Putjus führte das Gespräch.

(RP)