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Jörg Hahn ist eine Vereinslegende der Fußballer des SV Sonsbeck

Sonsbecker Vereinslegende :  Jörg Hahn und sein Leben für den SVS

Der gebürtige Sonsbecker trug insgesamt 18 Jahre lang das rot-weiße Fußball-Trikot. Seit 42 Jahren ist er Vereinsmitglied. Er erinnert sich an viele schöne Momente – und kann auf beinahe ebenso viele Erfolge mit dem SV Sonsbeck zurückblicken.

Das Wappen des SV Sonsbeck trägt Jörg Hahn seit seiner Geburt im Herzen. Der 45-jährige blickt auf eine tolle und erfolgreiche Zeit bei seinem Heimatverein zurück, bei dem er inzwischen schon seit 42 Jahren Mitglied der Fußballabteilung ist – und dessen Trikot er immerhin 18 Jahre trug.

Im Sommer 2011 dann verabschiedete sich Hahn mit dem Heimspiel in der Verbandsliga gegen die Sportfreunde Baumberg. Für ihn war es ein schwerer und emotionaler Moment. „Der Abschied fiel mir sehr schwer. Denn ich habe schließlich viele Jahre das Trikot der ersten Mannschaft getragen. Aber ein Beinbruch und einige Sprunggelenksverletzungen warfen mich zurück und ließen kaum noch ein beschwerdefreies Training zu.“ Mit drei Jahren startete der Linksfuß seine fußballerische Laufbahn. „Da es damals keine Bambini und keine F-Jugend gab, habe ich in der E-Jugend angefangen mit Spielern, die zum Teil fünf und sechs Jahre älter waren“, erinnert sich Hahn.

Auch in seiner Jugendzeit konnte er mit dem SVS schon einige Erfolge feiern. Meisterschaften wurden in der F-, C- und B-Jugend geholt. In der B-Jugend war der SVS damals mit dem SV Millingen punkt- und torgleich, so dass es zu einem Entscheidungsspiel in Büderich kam, wo sich die Rot-Weißen dank zweier Treffer von Hahn mit 2:1 durchsetzten.

 Jörg Hahn (r.), hier in einem Spiel gegen den SV Millingen, trug 18 Jahre lang das Trikot des SV Sonsbeck.
Jörg Hahn (r.), hier in einem Spiel gegen den SV Millingen, trug 18 Jahre lang das Trikot des SV Sonsbeck. Foto: Armin Fischer (arfi)/Fischer, Armin (afi)
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1993 feierte der damals 17-jährige Jörg Hahn schließlich sein Debüt bei der ersten Mannschaft in der Bezirksliga. „Das weiß ich noch ganz genau. Beim Stand von 1:4 wurde ich eingewechselt und ich grätschte jedem Ball hinterher. Am Ende verloren wir 2:6.“ 1998 schaffte er unter Trainer Theo Roelofsen mit zehn weiteren Spielern aus Sonsbeck den ersten Aufstieg in die Landesliga – und das ungeschlagen. „Im Jahr danach mussten wir jedoch sehr viel Lehrgeld zahlen und sind direkt wieder abgestiegen. 2001 sind wir dann aber wieder aufgestiegen und seitdem nicht mehr in die Bezirksliga abgestiegen“, sagt Hahn, der im Jahr 2004 sogar das Wunder von Sonsbeck miterlebte.

Der Aufstieg in die Verbandsliga unter Hans-Georg Mewes war etwas ganz besonderes für den Verein. „Die Mannschaft und die Kameradschaft waren einzigartig. Die Hälfte des Teams kam aus Sonsbeck, und auch die Auswärtigen gehörten zu unserer großen Familie. Nach jedem Spiel ging in unserer Vereinskneipe die Party ab und montags musste der ein oder andere öfter mal frei nehmen“, gibt Hahn unumwunden zu. Das Eigengewächs überzeugte Trainer wie Roelofsen, Mewes, Thomas Geist und Horst Riege mit viel Wille, Einsatz und Kampfgeist auf der linken Außenbahn, wo er meistens als Stammkraft auflief.

  Ehre, wem Ehre gebührt: Jörg Hahn (l.), hier mit Heiner Gesthüsen und Dirk van Bonn im Jahr 2007, bei seiner Ehrung für 500 Spiele für den SVS.
Ehre, wem Ehre gebührt: Jörg Hahn (l.), hier mit Heiner Gesthüsen und Dirk van Bonn im Jahr 2007, bei seiner Ehrung für 500 Spiele für den SVS. Foto: Hohl, Ralf (hohl)

Er sorgte aber auch für den Spaßfaktor und die Kameradschaft. Er war einer der Antreiber, um den Zusammenhalt zu stärken und aus der Mannschaft einen verschworenen Haufen zu machen, was auch Jahr für Jahr klappte. Zu den Highlights gehörten sicherlich viele Spiele in der Verbandsliga wie die Auswärtsspiele bei Fortuna Düsseldorf oder beim KFC Uerdingen. „Aber auch das Abschiedsspiel mit anschließendem Grillfest, das Marc Lemkens für mich und meinen Kumpel Heiner Gesthüsen organisiert hatte, war ein toller Moment, wo viele Weggefährten mit dabei waren.“ Einen nicht so schöner Moment gab es derweil in der Saison 2002/2003, als Hahn beim Spiel in Möllen von einem gegnerischen Spieler, der schon in der ersten Hälfte eine rote Karte gesehen hatte, in der Halbzeitpause eine Kopfnuss verpasst bekam. „Trotz diesem negativen Erlebnis überwiegen die tollen Momente bei weitem. Ich bin sehr dankbar, dass ich so viele Erfolge mit meinem Heimatverein feiern konnte. Das ist nicht selbstverständlich.“

Neben seinen ganzen Trainern, von denen allen er etwas gelernt hat, möchte er aber auch seinem Vater danken, der knapp 25 Jahre als Fußballobmann einen großen Anteil an den Erfolgen hatte. 2012, nach nur einem Jahr Pause, schloss sich Hahn der Altherren-Abteilung an, in der er mittlerweile auch Vorstandsmitglied ist. „2016 hab ich sogar noch sechs Partien für die zweiten Mannschaft in der Kreisliga A und ein Spiel für die dritte Mannschaft in der Kreisliga B ausgeholfen“, so Hahn.

Neben seiner eigenen Laufbahn beim SV Sonsbeck gibt es noch eine zweite Fußball-Liebe – und die heißt Borussia Dortmund. Als Dauerkartenbesitzer und Vorstandsmitglied des Fan-Clubs „Niederrhein-Borussen“ geht es regelmäßig zu den BVB-Spielen, wo er auch schon einige tolle Highlights live im Stadion erleben durfte. So war Hahn zum Beispiel 1997 beim Champions-League-Triumph gegen Juventus Turin in München ebenso dabei wie 2013 beim 3:2 im Viertelfinale gegen Malaga.

Neben den Dortmundern drückt Hahn aber auch weiterhin den Seniorenmannschaften des SV Sonsbeck die Daumen und ist sonntags regelmäßig bei den Spielen der ersten Mannschaft als Fan am Spielfeldrand dabei. Wenn er nicht auf den Sportplätzen ist, verbringt er inzwischen auch viel Zeit mit seiner Familie und seiner Tochter, die erst im November vergangenen Jahres geboren wurde.