Inka Wesely aus Ginderich spielt nun in der Landesliga

Fußball : Inka Wesely hat wieder Spaß am Fußball

Vor eineinhalb Jahren beendete die aus Ginderich stammende Kickerin ihre Profi-Karriere. Statt beim Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam, spielt sie nun beim Landesligisten FSV Babelsberg 74. Vorrang haben nun aber andere Dinge.

Inka Wesely ist zurück auf dem Platz. Die ehemalige Bundesliga-Spielerin aus Ginderich schnürt seit einigen Monaten wieder die Fußballschuhe. Die 27-Jährige, die ihre Profi-Karriere beim 1. FFC Turbine Potsdam im Sommer 2017 nach etlichen Knie-Operationen beendet hatte, läuft jetzt in der Landesliga auf. Mit dem FSV Babelsberg 74 kämpft sie um den Aufstieg in die Regionalliga.

Zwar nimmt der Fußball nicht mehr die Hauptrolle in ihrem Leben ein, jedoch bleibt er für Inka Wesely ein wichtiger Bestandteil. Statt acht Trainingseinheiten in der Woche sind es jetzt nur noch zwei. „Der Fußball hat mir gefehlt“, sagt die Kickerin, die ihre Laufbahn einst bei ihrem Heimatverein SV Ginderich begann.

Vor gut eineinhalb Jahren fasste die Abwehrspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam den Entschluss, ihre Profi-Laufbahn nach gut zehn Jahren zu beenden. Früher als erwartet zog sie mit 26 Jahren einen Schlussstrich. Ihr Körper hielt den Belastungen nicht mehr stand. „Ich wollte meine Karriere selbst beenden, bevor es eine erneute Verletzung tut“, sagt sie heute relativ nüchtern. Ihr Alltag veränderte sich seitdem. Sie konzentrierte sich fortan auf ihr duales Studium in der Gesundheitswissenschaft. Mit Erfolg. Ihre Masterarbeit hat sie mittlerweile abgegeben. Der Fußball aber fehlte. „Mein Herz brennt für den Fußball“, sagt sie und fügt hinzu: „Das beflügelnde Gefühl nach Siegen, als Team Erfolg zu haben, das ist es, was diese Sportart ausmacht.“

In ihrem ersten Landesliga-Spiel für den FSV Babelsberg 74 beim 21:0 gegen den Heideseer SV regelrecht schoss sie gleich vier Tore. Bereits eine Woche zuvor beim Pokalerfolg gegen den SV Babelsberg 03 hatte sie ihr Debüt gegeben. Eine bessere Rückkehr auf den Fußballplatz hätte sich Inka Wesely wohl nicht vorstellen können. Die einstige Abwehrchefin des 1. FFC Turbine Potsdam läuft jetzt im Mittelfeld auf. „Es macht großen Spaß“, sagt sie. Und das Wichtigste: Der Körper macht mit. „Ich bin völlig beschwerdefrei.“

Der Kontakt zum Landesliga-Spitzenreiter aus Babelsberg kam über eine Freundin zustande, die das einstige Talent aus Ginderich noch aus der gemeinsamen Zeit bei Turbine Potsdam II kannte. Die ehemalige Mitspielerin hatte selbst in Babelsberg angeheuert, ihre Freundin gefragt, ob sie nicht auch wieder Fußball spielen wolle. Viel Überzeugungsarbeit war nicht nötig. Genauer gesagt gar keine. „Ich hatte schon längere Zeit wieder Lust, zu spielen“, so Wesely, die gerade ihren Trainerschein für die B-Lizenz erworben hatte. Nach wenigen Übungseinheiten war für die Gindericherin klar: „Das war genau das, was ich gesucht hatte.“

Kurze Zeit später zog sie bei den Babelsbergerinnen schon die Fäden im Mittelfeld. Was die 27-Jährige einst als Profisport betrieben hatte, ist jetzt ein Hobby. Es macht nichts, wenn sie wegen des Studiums mal eine Trainingseinheit verpasst. „Ich trainiere und spiele, wenn ich es schaffe“, sagt Wesely, die keine Abstriche mehr in ihrem Privatleben machen muss. Der Ehrgeiz auf dem Platz aber ist ungebrochen. Auch mit ihrem neuen Verein hat Inka Wesely ambitionierte Ziele: „Wir wollen in die Regionalliga aufsteigen.“

Nach ihrem Karriereende war für den Fußball im Leben der Defensiv-Spezialistin zunächst einmal keinen Platz mehr. Auch ein kurzes Intermezzo beim Reserve-Team von Turbine Potsdam passte vor allem durch das zeitintensive Studium nicht mehr in ihren Terminkalender. Sie suchte sich Alternativen, ging ins Fitnessstudio oder zum Joggen. Sie dachte über ihren Entschluss nach. „Zwischendurch habe ich mich natürlich gefragt, ob ich nicht noch ein weiteres Jahr hätte spielen können“, sagt Wesely zurückblickend.

Heute ist die Wehmut nicht mehr so groß. Es dreht sich nicht mehr alles um Fußball. Das erste Mal seit sieben Jahren konnte Inka Wesely beim Geburtstag ihrer Schwester in der Heimat weilen. „Das habe ich vorher nie geschafft“, sagt sie. Neben dem Job im Präventionsbereich bei einer Krankenkasse hat sie jetzt viel mehr Zeit für Familie und Freunde. „Ich habe noch viele Kontakte in die Heimat. Dort schaue ich jetzt viel öfter vorbei“, sagt sie.

Ihr Lebensmittelpunkt liegt momentan in Brandenburg. Dort wohnt sie mit ihrem Freund. Jedoch kann sich Inka Wesely für die Zukunft durchaus auch eine Rückkehr an den heimischen Niederrhein vorstellen. „Die Bindung nach Hause ist groß“, sagt sie.

An diesem Wochenende kommen sie ihre Eltern besuchen. Zur erfolgreichen Masterarbeit gratulieren können sie dann zwar noch nicht: „Aber ich glaube, die ist ganz gut geworden.“

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