Segeln : In der Ein-Mann-Jolle bei der Weltmeisterschaft

Segeln : In der Ein-Mann-Jolle bei der Weltmeisterschaft

Der 16-jährige Christian Rohrbach aus Alpen segelt noch bis Samstag auf der Ostsee vor Kiel im Laser Radial um WM-Punkte.

Durch sein Hobby kommt Christian Rohrbach viel rum. Der 16-Jährige war schon in Frankreich oder Spanien, um zu trainieren und sich auf dem Wasser mit der Konkurrenz zu messen. Derzeit weilt der Alpener an der Ostsee. Vor Kiel findet die Junioren-Weltmeisterschaft in der Bootsklasse Laser Radial statt. Und Christian, der seit seinem zehnten Lebensjahr segelt, ist mittendrin in dem riesigen Starterfeld. Am Montag fuhren 269 Teilnehmer aus 45 Nationen für die erste Wettfahrt raus, um in der Alterskategorie „Boys“ den neuen Titelträger zu ermitteln,

Für den Alpener, der erst im vergangenen Jahr vom 420er in die Jugendjolle Laser Radial umstieg, ist es die erste WM. Obwohl der Abiturient durch seine Aufnahme in die Talentfördergruppe des Seglerverband NRW schon bei etliche Regatten, auch im Ausland, dabei war, war ihm klar, dass er vor Kiel „wesentlich härter kämpfen muss“. „Das Feld ist schon deutilch stärker“, resümierte Christian, dessen Karriere beim SWC Vynen im Opimisten begann, nach den ersten beiden Wettfahrten. Zwölf Wettfahrten sind insgesamt geplant. Als 238. beendete der 16-Jährige Tag eins auf der Ostsee. Aufgeteilt in vier Feldern segeln die WM-Teilnehmer in der Qualifikationsphase. Dann werden sie nach ihren Platzierungen aufgeteilt.

Auf die Ergebnislisten schaut Christian Rohrbach, dessen Heimverein die Seglergemeinschaft Lohheider See ist, nur kurz. Andere Dinge sind immer wichtiger als diese Zahlen: „Es ist ein Lernprozess. Ich möchte mithalten können. Wenn dann am Ende ein Rang im hinteren Mittelfeld herausspringt, wäre das okay für mich.“ Am Samstag soll feststehen, welcher Segler sich Weltmeister im Laser Radial nennen darf.

Christians Hobby ist Leistungssport. Die Trainingseinheiten mit dem NRW-Kader finden europaweit statt. Er ist dann schon mal zwei Wochen unterwegs. Im Oktober geht’s nach Spanien. Der Schüler aus Alpen, der am Berufskolleg in Wesel in der Fachrichtung Ingenieurwissenschaften lernt, ist zielstrebig, möchte sich stetig verbessern und viele Ranglistenpunkte sammeln. Er plant, 2019 in den Laser Standard umzusteigen. Bei dieser Ein-Mann-Jolle ist das Segel größer. Und was für ihn nicht unwichtig ist: Laser Standard ist eine olympische Bootsklasse.

Doch vorerst gilt seine vollste Konzentration der Weltmeisterschaft. Das Revier vor dem Olympia-Zentrum kennt er von der Kieler Woche. „So eine WM ist was ganz anderes, viel größer mit anderen Abläufen. Verständigt wird sich auf englisch.“ Eindrücke, die Christian Rohrbach weiterbringen und zu einem kontinuierlichen Lernprozess dazugehören – im Boot wie an Land.

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