Lokalsport: In Bönninghardt rollt der Fußball nicht mehr

Lokalsport : In Bönninghardt rollt der Fußball nicht mehr

In der kommenden Saison wird keine Senioren- oder Jugendmannschaft an der Meisterschaft teilnehmen.

Seit 1951 gibt's den BSV Rot-Weiß Bönninghardt. In den Jahrzehnten identifizierte sich der Dorfclub meistens über seine Fußballer. Die spielten zwar nie in höheren Ligen, gefielen aber durch leidenschaftliche Auftritte und unbändigen Kampfgeist. Die Gast-Mannschaften hatten es nicht leicht, zu punkten. Doch mit Fußball ist vorerst Schluss im Besenbinderdorf. Zur neuen Saison wird der BSV mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein Senioren-Team zur Meisterschaft melden. Es wäre der negative Höhepunkt einer Entwicklung mit Ansage.

Partien mit Nachwuchskickern gibt's schon seit längerem nicht mehr auf dem Rasen am Pastor-Sanders-Weg zu sehen. Im vergangenen September zog sich die "Erste" aus der B-Liga zurück, weil zu wenige Akteure zur Verfügung standen. "Ich gehe davon aus, dass sich das Thema Fußball beim BSV erstmal erledigt hat", sagte Vorstandsmitglied Stefan Algra und meinte zudem: "Das ist ärgerlich und traurig." Für die kommende Saison haben nur "eine Handvoll Spieler" ihre Zusage geben.

Eine Bönninghardter Mannschaft als Spielgemeinschaft mit dem SV Sonsbeck, die morgen in der C-Liga beim SV Vynen-Marienbaum II ihre letzte Begegnung bestreitet, wird's in der Saison 2018/19 nicht geben, so Algra, der das sportliche Unheil hatte kommen sehen: "Wir haben nun mal keinen Unterbau und sich die Senioren nur mit Kameradschaft so lange über Wasser halten können. Durch den Rückzug der Ersten waren etliche Spieler zu anderen Vereinen gewechselt."

Im Frühherbst 2017 war der Vorsitzende Daniel Shaltookchi im Gespräch mit dieser Redaktion noch guter Dinge gewesen, dass sich die Situation bei den Fußballern zum Positiven verändern würde. Und er hatte damals außerdem gesagt: "Der BSV geht bestimmt nicht den Bach runter. Wir haben ja auch noch andere sportliche Angebote."

Im Breitensport gibt's einen Mitgliederzuwachs. Die Kurse im Kinderturnen, Zumba oder Yoga haben großen Zulauf. Und auch die Frisbee-Gruppe "Black Flies" erfreut sich steigender Beliebtheit. Scheibe statt Fußball: So sind jetzt die Frisbee-Spieler diejenigen, die wöchentlich auf dem Rasen ihrem Hobby nachgehen.

(PUT)