Leichtathletik Im "Glaspalast" tritt die Jugend ins Rampenlicht

Sonsbeck/Xanten/Ginderich · Am Wochenende tragen die Leichtathleten in Sindelfingen die Deutschen Jugendhallen- und Winterwurfmeisterschaften aus.

Für einen Leichtathleten gehört es fast schon zum guten Ton, wenigstens einmal im Laufe seiner Karriere in der Sindelfinger Leichtathletik-Halle Station gemacht zu haben. Wegen ihrer Architektur wird die Sportstätte im Süden der baden-württembergischen Landeshauptstadt auch "Glaspalast" genannt. Unter dem dortigen Hallendach suchen die besten U20-Athleten am Samstag und Sonntag ihre diesjährigen deutschen Hallenmeister. Parallel dazu werden als Freiluftveranstaltung die so genannten Winterwurfmeisterschaften bei der U18- und U20-Jugend ausgetragen.

Nur eine ausgesucht kleine Gruppe von Leichtathleten aus hiesigen Vereinen werden in Sindelfingen an den Start gehen. Dazu gehört Charlotte Speckert vom TuS Xanten. Sie stellt sich mit dem ein Kilogramm schweren Diskus der U18-Konkurrenz. "Wir hoffen auf den Endkampf", hieß es vor der gestrigen Trainingseinheit. Speckert, die wegen ihrer im vergangenen November erlittenen Fußverletzung auf die Nordrhein-Hallenmeisterschaften in Leverkusen verzichtet hatte, entschloss sich nach der gut verlaufenden Teilnahme am Diskuscup in Wattenscheid dazu, bei der DM in Sindelfingen zu starten. In der Meldeliste für die am Samstagvormittag im Floschenstadion anberaumte Entscheidung wird Speckert mit 39,79 Meter an Position zwölf geführt. Kann sie in den drei Versuchen des Vorkampfes auf diese Leistung noch etwas draufpacken, kann der Einzug ins Finale und damit unter die besten Acht glücken.

Der SV Sonsbeck wird auf Einzelstarts bei der Jugend-DM verzichten. Kugelstoßer Lars Reineke, der bei den Nordrhein- und Westdeutschen Hallenmeisterschaften mit dem sechs Kilo schweren Wettkampfgerät Silber und Bronze gewann, wäre ein Kandidat für Sindelfingen gewesen. "Nachdem Lars aber mit Erkältungsproblemen schon bei den Westdeutschen beeinträchtigt war, wäre es unvernünftig gewesen, bei der DM zu starten", sagte Werner Riedel, Trainer des SV Sonsbeck für den Mehrkampfbereich.

Ein wenig anders verhält es sich bei Mittel- und Langstrecklerin Stefanie Katschak, die mit der Leistung aus ihrer letztjährigen Freiluftsaison die 1500-Meter-Norm für Sindelfingen erfüllt hatte. Doch die Athletin von Trainer Johannes Krasemann zog nach den Titelkämpfen auf Landesebene unter die Hallensaison einen Schlussstrich und bereitet sich seitdem gezielt auf die deutschen Cross-Meisterschaften Anfang März vor. "Davor wird es noch einen Test bei den Crossmeisterschaften des Leichtathletikkreises Kleve geben", sagt Krasemann.

So werden die Farben des SV Sonsbeck in Sindelfingen allein durch Sophia Heine vertreten. Sie gehört zur 4-mal-200 Meter-Staffel der Startgemeinschaft Rhede/Sonsbeck/Wesel. "Allerdings werden die Mädchen nicht in ihrer stärksten Besetzung laufen können", dämpft SVS-Coach Riedel zu optimistische Erwartungen. Von daher gehe es für die junge Sonsbecker Sprinterin, die im zweiten Jahr der U18-Jugend angehört, in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln. Die Staffelentscheidung bei der weiblichen U20-Jugend wird geradezu ein Massenaufgebot an Teilnehmerinnen erleben: 51 Mannschaften haben ihre Meldung abgegeben.

Der Gindericher Stefan Tigler, der für den Weseler TV startet, gehört zu den jüngsten Teilnehmern im Hochsprungwettbewerb der U20-Jugend. Mit seiner im Januar in Paderborn aufgestellten vorzüglichen Bestmarke von 2,07 Metern kratzt Tigler bereits am Thron der bis zu zwei Jahre älteren Konkurrenz. Bei den Nordrhein- und Westdeutschen Meisterschaften in der Halle gewann Tigler mit zwei beziehungsweise 1,96 Metern den Titel. Aus seinem Trainingsumfeld ist zu hören, dass auf Tigler in Sindelfingen kein Druck lastet. Ziel sei es, im Bereich seiner Bestmarke den Wettbewerb zu beenden.

(RP)