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Fußball: "Ich spiele jetzt lieber da, wo ich auch zufrieden bin."

Fußball : "Ich spiele jetzt lieber da, wo ich auch zufrieden bin."

Marko Cvetkovikj hatte mit 31 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Aufstieg des TuS Xanten in die Bezirksliga.

Für seinen Mannschaftskapitän Björn Kluckow ist er "der beste Spieler der Liga", für seinen Trainer Gerd Wirtz schlichtweg ein Stürmer, den man tunlichst nicht auswechseln sollte. "Er kann 89 Minuten lang nicht zu sehen sein und hat dann doch noch die geniale Idee, die uns zum 1:0 verhilft", beschreibt der Coach des Bezirksliga-Aufsteigers TuS Xanten seinen Stürmer Marko Cvetkovikj.

Da mag dem Trainer so leicht niemand widersprechen. Mit 31 Toren war Cvetkovikj zum einen maßgeblich am Aufstieg der Domstädter beteiligt, zum anderen auch gleich noch der erfolgreichste Torjäger der Liga. Beides in seinem ersten Spieljahr in Xanten und im Fußballkreis Moers, und dann anfangs auch noch auf der falschen Position. "Zu Saisonbeginn musste ich als linker Verteidiger spielen", erinnert sich der 28-Jährige mit mazedonischem und bulgarischem Pass an seine ersten Auftritte im weißen Xantener Dress. Nicht unbedingt die angenehmste Position für eine Fußballer, dem die Rolle als "hängende Spitze" sogar von den internationalen Fußball-Transferbörsen bescheinigt wird.

Schauen wir doch mal in deren Datenbänke rein und lassen uns auf der Reise von Cvetkovikj begleiten. Vardar Skopje, Shkendia Tetovo (beide in Mazedonien) mit dem damaligen Sportdirektor und früheren MSV-Spieler Slobodan Komljenovic, dann der FK Laktasi (Bosnien-Herzegowina) mit Zigarillo-Raucher Dragoslav "Stepi" Stepanovic als Trainer waren die Stationen in den jeweils ersten Ligen. Einen Marktwert hat es gegeben, von 50 000 Euro ist zu lesen, für mazedonische und auch bosnische Verhältnisse alles andere als ein Pappenstiel. Dann aber folgt ein Fragezeichen und die lapidare Auskunft "aktueller Verein unbekannt". Cvetkovikj berichtet, wie die Geschichte weiterging. Er Erzählt von den Möglichkeiten in den oberen deutschen Ligen, die man ihm offeriert hätte, und die sich dann aber einige Nummern kleiner erwiesen, als der Stürmer vor etwas mehr als drei Jahren nach Deutschland kam. Geblieben sind einige Partien im Oberligadress des SV Hönnepel-Niedermörmter, dann der Gang in dessen zweite Mannschaft, der er zum Aufstieg in die Bezirksliga verhalf, und vor einem Jahr der Wechsel in die A-Liga zum TuS Xanten. Nicht unbedingt die große weite Welt, die man sich erhofft, wenn man als junger Mensch die Koffer packt. Enttäuscht? "Nein", sagt Cvetkovikj, "ich habe nie die schlechte Seite in Deutschland kennengelernt", berichtet er. "Meine Freunde und Kollegen sind die besten in der Welt, und die spielen in Xanten!"

Nach dem guten Jahr im Dress des TuS haben auch andere Vereine angeklopft. "Ja, da hat es Angebote gegeben", bestätigt Cvetkovikj. Keines war dabei, dass ihn aus Xanten hätte weglocken können. "Man darf nicht immer alles nur vom Geld abhängig machen", sagt er. Und: "Ich spiele jetzt lieber da, wo ich auch zufrieden bin."

In der neuen Saison geht der TuS Xanten in der Bezirksliga an den Start. Cvetkovikj soll wieder die Tore schießen. "Ich möchte nicht spielen, wenn ich nicht an den Erfolg glaube. Also denke ich, dass es wieder ein gutes Jahr werden wird. Gegen bessere Gegner werden auch wir noch besser spielen", vermutet er. Käpt'n Björn Kluckow und Trainer Gerd Wirtz werden es gerne hören.

(dk)