Holger König ist im Vereinsleben der DJK angekommen

Aus den Vereinen : Angekommen im Dorf- und Vereinsleben

„Wahre Liebe seit 1946“: Holger König (56) ist neuer Vorsitzender der DJK BV Labbeck-Uedemerbruch.

Labbeck Für eine Kartoffelsuppe mit Bockwurst und Mettwurst würde er alles stehen und liegen lassen – für die DJK BV Labbeck-Uedemerbruch auch: Holger König ist neuer Vorsitzender des am 19. August 1946 als SV Labbeck gegründeten Sportvereins, hat das Amt von Jan Elsemann übernommen, der es aus Krankheitsgründen niederlegen musste. Und der 56-Jährige weiß um das schwere Erbe, das er da angetreten hat.

Denn der Ballsportverein, der sich einige Jahre nach der Gründung deswegen der DJK (Deutsche Jugend Kraft) angeschlossen hat, weil der damalige Pastor nicht wollte, dass die Jungen des Dorfes bei der Sonntagsandacht fehlten (erst nach dem Anschluss an die kirchliche Vereinigung gab er endlich Ruhe), hat keine erste Mannschaft mehr. „Die mussten wir schweren Herzens nach Saisonende zurückziehen, weil sich 15 Spieler abgemeldet hatten“. Und das, obwohl die A-Liga-Fußballer der DJK Labbeck/Uedemerbruch auf den letzten Metern noch ihr Saisonziel erreicht und trotz großer Verletzungssorgen die Klasse gehalten hatten. Einer nach dem anderen hat den Verein verlassen, weil er mit dem Trainergespann Matthias Treffler/Thomas Hudic nicht zurecht kam, das ein Jahr lang die Erste trainiert hat.

Jetzt ist die zweite Mannschaft das Aushängeschild des Vereins DJK BV Labbeck-Uedemerbruch, der einen Spruch in seinem Logo trägt, den Holger König 2014 gemacht hat: „Wahre Liebe seit 1946“. Er selber hat seine wahre Liebe schon vor langer Zeit gefunden: Seine Frau Petra, die wie er in Mülheim an der Ruhr groß geworden ist und seit dem vergangenen Jahr Geschäftsführerin des Vereins ist. 2003 sind die beiden nach Labbeck gezogen, mit Sohn Kevin (heute 23), der bei der Konkurrenz in Lüttingen kickt. „Ich habe ihn schon enterbt“, sagt König und lacht. Den Ruhrpott vermisst er nicht, ist längst heimisch geworden am Niederrhein und mit den Menschen, die hier leben. Um ’reinzukommen ins Dorfleben, sind die Königs, die jeden Tag zur Arbeit nach Mülheim pendeln, zügig Mitglied im Sportverein geworden; Holger König ist außerdem bei den St. Hubertus-Schützen.

Klar steht der 56-Jährige am Spielfeldrand, wenn die DJK-Fußballer ein Heimspiel haben. Und er geht dann auch rechtzeitig los zum Sportplatz, um die weißen Linien nachzuziehen. Aber dass er sich aufregen könnte, wenn einer schlecht spielt oder ungenau passt, ist bei Holger König nicht der Fall: Er gehört zu den ruhigen Vertretern, ist alles andere als impulsiv, eher still, nachdenklich, gelassen, ausgeglichen. „Aber ich springe auch mal hoch, wenn ein Tor fällt“. Zum Beispiel, wenn Schalke spielt und den gegnerischen Kasten trifft. „Wir haben momentan ein ganz schweres Los“, sagt er. Schalke steht in der ersten Bundesliga nach dem 11. Spieltag auf Platz 13, die Königsblauen empfangen am 24. November auf eigenem Platz den 14. der Tabelle, den 1. FC Nürnberg. Aber selbst wenn Schalke sich nicht berappelt: Die Nummernschilder auf den Autos von Familie König bleiben, alle haben die 1904 im Kennzeichen – sogar der Anhänger.

Der neue Vorsitzende der DJK, der vor 41 Jahren KFZ-Mechaniker gelernt hat und vor vielen Jahren „in die Kanalisation bei der Stadt Mülheim umgesattelt“ hat, wo er die Touren der Kanal-Fernsehwagen und Spülfahrzeuge zusammenstellt und digital auswertet, steht selbst aber eher weniger auf dem Acker. Er habe mal als Stürmer in Spaßtruppen in Mülheim gekickt, in Theken- und Betriebssportmannschaften, erzählt er. „Aber ich bin Brillenträger, und da können Sie sich vorstellen, wie ich bei Regen und Flutlicht über den Platz gelaufen bin,“ lacht er. Was er dafür wirklich gut kann und gerne macht, ist kochen. Sein Lieblingsgericht ist die Kartoffelsuppe, „mit Bockwurst und Mettwurst“. Die gibt es auch ab und zu am Sportplatz, wenn es mal wieder ’was zu feiern gibt bei der DJK BV Labbeck-Uedemerbruch.