Herbstregatta in Xanten mit heftigen Windböen

Segeln in Xanten : Spektakuläre Manöver auf der Nordsee

Der zweite Tag der Xantener Herbstregatta des SWC Vynen verlangte auch den erfahrenen Seglern einiges ab. Es gab heftige Windböen.

Dieser Anblick ließ Spaziergänger staunend an der Xantener Nordsee verweilen. Lauter Boote tummelten sich auf dem Wasser. Und das im Herbst bei den kühlen Temperaturen. Die Beobachter am Ufer freute es. Zumal sie spektakuläre Manöver geboten bekamen. Am Ende der Saison richtete der SWC Vynen wieder die Herbstregatta aus. Gesegelt wurde in den Klassen Flying Dutchman (FD) und 420er. Die Jugend ermittelte diesmal auf der Norde den neuen Landesmeister.

Fünf Wettfahrten waren geplant. Am ersten Tag herrschte jedoch Flaute. Eine Wettfahrt fiel daher aus. Der Segel-Tag danach hatte es dann in sich. Bei vier, fünf Windstärken ging’s ganz schön zur Sache. Höchste Konzentration war angesagt. Vorher gab’s aber staunende Gesichter, als das Gewässer im Nebel und teilweise sogar Eis auf den Planen der Boote lag. Dann war’s so weit. Die Regatta-Teilnehmer warteten in den Jollen aufs Signal. Sie mussten die Boote zunächst auf Kurs halten, um keinen Frühstart hinzulegen. Dann ging’s los.

Wer aber dachte, die Jollen würden vom Wind automatisch Richtung Boje getrieben, der irrte. Denn diese muss auf Umwegen erreicht werden. Segler bezeichnen diesen Zick-Zack-Kurs als „Kreuzen“. Bedingt durch den Wind wurde ihnen in Vynen alles abverlangt, einige kenterten. Es gab auch einen Mastbruch. Für Laien unvorstellbar, aber für die richtige Trimmung, also die Lage im Wasser, bedarf es viel Kraft. Auf dem Kurs ein voll aufgeblähtes Segel zu beherrschen, ist schon eine Kunst. Die Vorschoter hatten es nicht leicht. Einige, die die Wettfahrt beendet hatten, mussten sich an Land die Handgelenke massieren.

Zurück aufs Wasser: Soeben umsegelt ein Boot elegant die Boje, rasch wird ein großes baumwollenes Tuch gehisst – der Spinnaker. Da jetzt die Segler in Hörweite sind, können auch die Kommandos untereinander an Land verstanden werden. Die Xantener Nordsee ist für ihre unkonstanten Bedingungen bekannt, deshalb galt dem Wind stets die höchste Aufmerksamkeit. Bekannt ist aber auch die liebevolle Betreuung und Bewirtung der Regatta-Teilnehmer. Am zweiten Tag wartete auf sie im Bootshaus als Stärkung ein Frühstück.

Am Start war auch wieder der ehemalige Weltmeister Enno Kramer, der schon mehrmals die FD-Regatta in Xanten für sich entschied. Für den gastgebenden Verein nahmen Thorsten Wenten und Stephan Handick teil. Die zweite Crew bildeten Joachim Setzepfandt/Pascal Hartmann. In den Händen von Heinz-Willi Heedfeld lag die Regattaleitung. Für Wenten/Handick war’s die erste gemeinsame Wettfahrt nach einem Jahr. „Nervenaufreibend“, beschrieben beide ihre Eindrücke. „Normalerweise gibt’s mehr Ruhephasen beim Segeln, bei diesem Wind aber nicht.“ Sie gewannen eine Wettfahrt. In der Gesamtwertung landete das Duo auf Rang zwei.

Die niederländische Crew mit Kramer und Rene Heijnen holte sich den ersten Platz. Setztepfandt kam mit Hartmann auf Rang sechs. Die zwei WM-Teilnehmer verpassten eine bessere Platzierung, weil sie auf der vorletzten Wettfahrt kenterten. Setzepfandt: „Das Revier hat seinen Reiz. Es gab einige mächtige Winddrücker.“ Landesjugendmeister in der 420er-Klasse wurden Bjarne Studt und Piet Strohm vom Düsseldorfer Yachtclub.

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