Rheinberger Futsal-Stadtmeisterschaft : Hellwache Budberger holen den Wanderpokal

Mit einem 39-jährigen Oldie zwischen den Pfosten gewann der SVB ungeschlagen das Turnier. Bester Torschütze der Titelkämpfe war Serhat Karabulut, Neuzugang des TuS 08. Borth begann stark, baute dann ab. Ausrichter Ossenberg wurde Zweiter.

Fußball ist nun mal nichts für Schlafmützen, und vor allem, wenn es um die Rheinberger Stadtmeisterschaften geht, sollten die Kicker schon ausgeschlafen sein, wenn der Ball rollt. Pech also für den Ausrichter und Titelverteidiger Concordia Ossenberg, dass deren Spieler offenbar den Wecker nicht richtig gestellt hatten. Gleich im ersten Spiel des Turniers hagelte es eine 1:4-Niederlage gegen die Auswahl des TuS 08 Rheinberg. Das sollte es denn auch schon mit den Titelträumen der Gastgeber gewesen sein, denn im Endklassement fehlten eben diese Punkte, um den Wanderpokal für ein weiteres Jahr mit nach Ossenberg nehmen zu dürfen.

Na ja, der Cup kennt sich ja auch schon gut im Vereinsheim des SV Budberg aus. Denn die Auswahl des oftmaligen Titelträgers, der in den vergangenen Jahren aber mehrfach die Konkurrenz aus dem Rheinberger Städtchen hatte spüren müssen, war bei seinem ersten Auftritt gleich hellwach und zudem überaus Tor hungrig. Mit 10:0 fertigten die Schwarz-Weißen den erbarmenswerten SV Orsoy ab. Zehn Tore in 15 Minuten, das muss man erst mal schaffen. Nach dem flotten Auftakt hielt der SVB auch die Concordia beim 1:1 auf Distanz und legte dann noch Siege gegen die weitere Konkurrenz nach. Ungeschlagen, bestes Team, da durfte sich Trainer Tim Wilke mit seinen Mannen über einen verdienten Turniersieg freuen. „Mir ist das natürlich lieber, wir kommen morgen mit dem ersten Platz zum Training statt mit einem vierten und einem langen Gesicht. Und für den weiteren Jahresablauf kann ein guter Start ja so ganz schlecht auch nicht sein!“

An dieses Spiel erinnern sich die Borther nicht gerne. Sie unterlagen Ossenberg mit 0:7. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Budbergs Coach hatte eine ganz junge Mannschaft angekündigt. Auf dem Parkett zwischen den Toren hielt er auch sein Wort, im Tor aber musste Wilke doch noch eine Änderung vornehmen. Die eingeplanten Keeper sagten vor dem Start der Reihe nach ab; gut freilich, dass es da noch den Torwart-Trainer gibt. Volker Prangen, als Aktiver schon mehrfach im Rheinberger Stadtturnier beschäftigt und erfolgreich, sprang in die Bresche. Der Torhüter, der mit seinen 39 Jahren das Budberger Durchschnittsalter in die Höhe trieb, war dann auch prompt Garant des Erfolgs. In den ersten vier Begegnungen ließ er sich lediglich von Ossenbergs Niklas Noll auf dem falschen Fuß erwischen, danach stand die Null aber bis zum letzten Budberger Auftritt. „Man hat ja doch schon ein wenig Erfahrung“, blieb Prangen bescheiden.

Das Duell gegen den TuS 08, vorletztes Spiel im Turnierplan, sollte auch die Entscheidung bringen. Der frech aufspielende, in der Meisterschaft der B-Liga um den Klassenerhalt kämpfende TuS 08 Rheinberg hatte in seinen Auftritten zuvor dank seiner winterlichen Neuverpflichtungen ein ganz feines Gespür für den Ball gezeigt und mit seiner Technik die Zuschauer erfreut. Die gelben Trikots der Mannschaft spannten zwar über den Bäuchen, das mochte auch das XXL nicht kaschieren, doch erfolgreiches Spiel und Können am Ball sollten nicht anhand der Bauchweite gemessen werden. Allen voran die Brüder Serhat und Hakan sowie auch noch ihr Cousin Ridvan Karabulut griffen ganz tief in die Futsal-Trickkiste. Serhat Karabulut, der Jüngste im Trio, war am Ende mit zehn Torerfolgen auch bester Schütze der Stadtmeisterschaften. Dank seiner beiden Tore und dem 3:2 durch Bruder Hakan wandelten die Rheinberger die schnelle Budberger Führung in einen Vorsprung um, der für den Wanderpokal gereicht hätte. Dann aber war unübersehbar, dass die Luft ausgegangen war. Budbergs Spieler konnten nachlegen und am Ende dank der Treffer von Kevin Carrion Torrejon (2), Jonas Twardzik, Yannick Saunus, Jan Luca Häselhoff und Thomas Klüppel auch ihr fünftes Turnierspiel ohne Niederlage beenden. Die siegreiche Mannschaft durfte sich feiern lassen, der TuS 08 musste sich hernach mit dem dritten Rang begnügen.

„Die Mannschaft und wir sind aber trotzdem mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, fasste das 08-Trainergespann Roman Ehresmann und Ronald Dolman den Tag zusammen. „Wir haben früh gesehen, dass wir mithalten können. Am Ende aber hatte die junge Budberger Mannschaft mehr Luft und hat uns ausgekontert.“ 08 war mit lediglich mit sieben Feldspielern ins Turnier gegangen, im „Endspiel“ fehlte aber Ricardo Reol, der sich zuvor eine Verletzung zugezogen hatte.

Durchaus kurios verlief der Tag für den TuS Borth. Das 4:1 gegen den SV Millingen und das 6:2 gegen den SV Orsoy hatten Gedanken an höhere Weihen aufkommen lassen. Dann aber folgten drei Pleiten in Serie mit 16 Gegentoren, so dass der A-Liga-Aufsteiger doch noch auf den vierten Gesamtrang durchgereicht wurde. Schlechter schlossen die Teams aus Orsoy und Millingen ab, die sich im letzten Spiel maßen. Der SVO gewann 4:3 und feierte so doch noch ein Erfolgserlebnis.