Kampfsport: Hapkido - auf Koreanisch verteidigen

Kampfsport : Hapkido - auf Koreanisch verteidigen

Beim Rheinberger Verein Yong Ho gibt's eine neue Kampfkunst-Gruppe. Martin Modlinski bringt den Teilnehmern im "Zuff" Hebelgriffe, Tritte sowie Schlagtechniken bei, mit denen Angriffe ausgebremst werden können.

Alina Modlinski ist hochkonzentriert. Schließlich beginnt in wenigen Minuten das Training. "Den Vorteil meines Sports sehe ich darin, dass ich mich im Ernstfall verteidigen kann. Zudem kann ich anderen helfen, die sich nicht so geschickt wehren können – auf der Straße oder auf dem Schulhof. Ein Miteinander ist doch besser als ein Gegeneinander", sagt die 13-Jährige, die der Hapkido-Gruppe des Vereins Yong Ho Rheinberg angehört.

Schon als Kleinkind hatte sie fasziniert zugeschaut, wie ihr Vater Martin, der den 4. Dan im Taekwondo und den 1. Dan im Hapkido vorweisen kann, sein Kampfsporttraining absolviert. Heute ist Alina selber mittendrin, die Schülerin mit Feuereifer bei der Sache und fester Bestandteil der Hapkido-Gruppe, die dienstags von 19 bis 20.30 Uhr im Jugendzentrum "Zuff" die Inhalte der koreanischen Kampfkunst lernt. Da Hapkido vorwiegend aus Abwehrtechniken besteht, zeigt Alinas Papa den Kindern und Jugendlichen verschiedene Hebelgriffe, Tritte sowie Schlagtechniken, mit denen Angriffe ausgebremst werden können.

"Die Arme bleiben als Deckung vor dem Oberkörper", ermahnt Martin Modlinski immer wieder. Mit Fußtritten, die während der Übungseinheiten natürlich nur angedeutet wurden, soll der Gegner abgewehrt werden. Die Kombinationen der zahlreichen defensiven Verteidigungstechniken erfolgen stets in homogenen und kreisförmigen Bewegungen. "Seid vorsichtig, verletzt niemanden", zügelt Modlinski das Temperament der munteren "Angreifer". Bei den Verteidigungsübungen ist ein Mix aus Disziplin, Kraft, Kondition, Konzentration, Reaktions- und Gleichgewichtsvermögen wichtig. Die Aktiven machen begeistert mit, lachen herzlich und befreit, freuen sich dann schweißtriefend auf die Dehn- und Streckübungen, die zwischendurch der Entspannung dienen. "Hier kann man sich richtig auspowern", sagt René Schwarzfischer. Der 19-jährige Rheinberger spielt in Köln American Football und sieht den Kampfsport als optimales Konditionstraining an. "Das macht unheimlich Spaß. Innere Anspannungen verflüchtigen sich schnell", meinte er. Martin Modlinski wählt ihn als Sparringspartner für einen "Showkampf" aus.

Der Coach möchte der Gruppe im "Zuff" seine Motivation und Begeisterung für die Selbstverteidigung vermitteln. Ihm ist bewusst, dass man in der heutigen Zeit auf Straßen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Schule oftmals unvermittelt Gewalt- und Gefahrensituationen ausgesetzt sein kann. "Hapkido offeriert die Möglichkeit, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken, um sich erfolgreich aus solchen Situationen zu retten", ergänzt Michael Brandes, der Vorsitzende von Yong Ho, die Ausführungen des Übungsleiters am Ende der anstrengenden Trainingseinheit.

www.tkd-yong-ho.de

(wawi)
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