Xantens Frauen spielen in der Landesliga : Aufstieg durchs Hintertürchen

Die Handballerinnen des TSV Bocholt II verzichten auf den Platz in der Landesliga. Der TuS Xanten rückt nach.

Sie nehmen die sportliche Herausforderung an, die Handballerinnen des TuS Xanten. Weil die Frauen-Mannschaft des TSV Bocholt II als Bezirksliga-Meister das Aufstiegsrecht nicht wahrnimmt, werden die Domstädterinnen als Tabellenzweiter in die Landesliga hochrücken. Rund vier Wochen nach Saison-Ende erreichte Trainer Harald Metsches die Nachricht aus Bocholt. Nach Rücksprache mit der Abteilungsspitze um Christoph Glenk stand die Entscheidung fest: Die TuS-Frauen werden ins Abenteuer Landesliga starten. Am 28. Mai beginnt die Vorbereitung.

„Die Mannschaft hat es sich verdient. Klar wird’s in der nächsten Saison mehr Niederlagen geben, aber an denen kann man wachsen. Außerdem wollen wir den Stellenwert des Frauen-Handball in Xanten steigern. Und die Landesliga ist eine tolle Werbung dafür“, sagt Abteilungsleiter Glenk.

Trainer Harald Metsches mit seinen Spielerinnen, die nachträglich den Landesliga-Aufstieg feierten. Foto: Verein

2016 war das Team mit Coach Thomas Hoffmann in die Landesliga aufgestiegen, 2017 ging’s gleich wieder runter. Das soll jetzt nicht passieren. Metsches: „Zweifellos stehen wir vor einer sehr schweren Prüfung. Insbesondere der Abgang von Julia Winkels, die in der Abwehr und im Angriff auf einer zentralen Position spielte, wiegt doppelt schwer. Die Rückkehr unserer glücklichen Muttis sollte andererseits für einen Motivationsschub sorgen und uns Stabilität geben.“ So werden Alina Dupont und Lena Gäde in den Kader zurückkehren. Die Talente aus der eigenen Jugend, Paula Kilders, Dagmar Olfen sowie Pia Oenning, erhalten wieder eine Doppel-Spielberechtigung und sollen in der Landesliga weitere Erfahrungen sammeln.

Und Metsches kann sich vorstellen, im Laufe der Saison weiteren Spielerinnen der Mädchen B eine Chance zu geben. Der Coach ist bekannt dafür, die Jugend zu fördern. „Man muss ihnen eine Perspektive geben, bevor sie sich womöglich entscheiden, den Verein zu verlassen“, sagt er. Er spricht von einer guten Mischung im TuS-Kader. Routiniers wie Eva van Soest (Halblinks) oder Torfrau Anne Weyermann haben stets ein offenes Ohr für den Nachwuchs.

„Die Mädels verstehen sich sehr gut“, weiß Metsches, für den nach der Info aus Bocholt sofort klar war, dass sein Team den freien Platz einnimmt. „Wenn man die Möglichkeit bekommt, sollte man zugreifen. In der Landesliga wird sich jeder weiterentwickeln.“ Die Trauben für einen Neuling würden hochhängen. „Das haben die vergangenen Jahre gezeigt. Jeder Punkt wird für uns Gold wert sein. Wichtig wird sein, dass bei Misserfolgen der Frust nicht allzu groß wird.“ Für den Coach ist es ein Projekt, das sich nicht von jetzt auf gleich umsetzen lässt. Sportliche Rückschläge sind einkalkuliert. Ein großer Vorteil ist, dass sich der Trainer in der Landesliga auskennt.

Harald Metsches möchte seinen Kader noch mit Spielerinnen von außerhalb verstärken. Er führt einige Gespräche. „Fix ist noch nichts.“ Auch wenn niemand mehr nach Xanten kommen möchte, ist der Trainer davon überzeugt, dass seine „Mädels“ den Klassenerhalt packen können.

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