Handball TuS Xanten Bahnhofshalle

Handball : Xantener Handballer ohne Halle

Weil die Bahnhofshalle bis Mitte September gesperrt ist, ist eine vernünftige Saison-Vorbereitung nicht möglich.

In der Vorbereitung auf die Handball-Saison 2018/2019 macht sich Missstimmung beim TuS Xanten breit. Da die Sporthalle an der Bahnhofstraße voraussichtlich bis Mitte September wegen Reparaturarbeiten am Boden geschlossen sein wird, stehen zahlreiche Begegnungen auf der Kippe. Betroffen sind fast alle Jahrgänge von der D-Jugend bis zu den Männern und Frauen. Für den Vorsitzenden des TuS, Heinrich Gundlach, wäre zwar eine Verlegung in die Landwehrhalle eine Alternative, nicht jedoch für den Handball-Kreis Wesel. Der lehnte ein entsprechendes Ansinnen ab. Was wiederum bei Gundlach nur verständnisloses Kopfschütteln hervorruft.

Für eine Vielzahl der Spiele könne in Xanten keine Halle mit den Massen 40x20 Meter gefunden werden, schrieb Gundlach an den Handball-Kreis. Da müsse es doch möglich sein, für die Partien der Mächen und Jungen in die Halle Landwehr mit ihren 33x18 Metern auszuweichen, „eventuell ohne A-Jugend“, so der TuS-Vorsitzende in der E-Mail. Immerhin habe dort fast zehn Jahre lang eine Bezirksliga-Mannschaft gespielt. „Es war sogar ein Duell gegen den Bundsligisten OSC Rheinhausen möglich.“

Doch vom Handball-Kreis Wesel erhielt er eine Absage. „Leider muss ich die Anfrage eindeutig negativ beantworten“, schrieb Michael Girbes in einer E-Mail, die der Redaktion vorliegt. Auch wenn früher einmal Begegnungen in der Landwehr-Halle zugelassen worden seien, sei dies heute nicht mehr möglich. Die Handball-Regeln seien klar definiert: „Das Spielfeld muss 20x40 Meter sein. Das steht in Regel eins der internationalen Handballregeln. Der HVN hat hier keine Ausnahmeregelung geschaffen.“ Und es würde weiterhin das Problem eines Austragungsortes für die Senioren und die A-Jugend bestehen.

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So kommt Funktionär Girbes zu dem Schluss: „Leider ist uns daher hier kein Spielraum möglich.“ Er rät dazu, eine Halle in einer anderen Stadt zu suchen. Alternativ bleibe maximal der Tausch des Heimrechtes für die ersten beiden Spieltage. Was aber laut Girbes nicht nur für den TuS Xanten, sondern auch für alle anderen Vereine eine deutliche Mehrarbeit bedeuten würde. Zumal die Spielpläne gerade fertig geworden seien.

Falko Gaede, der Trainer der Bezirksliga-Männer, wäre über einen Fehlstart seiner Truppe nicht überrascht. Er rechnet mit Anlaufschierigkeiten. „Von uns kann niemand erwarten, dass wir bei dieser Vorbereitung eine ordentliche Saison abliefern.“ Statt tatktische Dinge im Training in der Halle einzustudieren, drehen die TuS-Handballer ihre Runden auf dem Fürstenberg oder um die Südsee.

Gaede hat in weiser Vorraussicht alle neun Freundschaftsspiele auswärts hingelegt. Nun versucht er weitere Gegner zu finden, damit sein Team Spielpraxis bekommt. „So eine Situation hatte ich in meiner Karriere noch nicht. Vielleicht bekommen wir ja noch Trainingszeiten in Kalkar oder Wesel“, sagt Gaede. Laut Spielplan beginnt die Meisterschaft für die Xantener am 15. September mit einer Heimpartie gegen den SV Schermbeck II. Das wird nicht der Fall sein. Ob das Heimrecht getauscht wird, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass Falko Gaede Geduld haben muss, bis seine Mannschaft in die Spur findet.

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