Lokalsport: GSV-Vorstand wünscht mehr Mitarbeit

Lokalsport: GSV-Vorstand wünscht mehr Mitarbeit

Hans-Jürgen Sura vom Alpener Gemeindesportverband wundert sich über die Trägheit der Vereine. Am 21. März gibt's einen Runden Tisch im Rathaus.

Hans-Jürgen Sura mag keine halben Sachen. Wenn der Ruheständler eine Aufgabe übernimmt, dann klemmt er sich richtig dahinter. Diese Einstellung hatte er schon in seinem Hauptberuf als Geschäftsführer beim Leichtathletik-Verband Nordrhein. Und mit dem gleichen Engagement trat Sura im März 2014 die Nachfolge von Theo Rous als Vorsitzender beim Gemeindesportverband (GSV) Alpen an. Doch jetzt, fast vier Jahre nach der Wahl, muss er für sich feststellen, dass nicht immer Verlass auf die Sportclubs der Gemeinde ist. Entmutigen lässt sich Sura aber nicht. Für den 21. März hat er mit seinen Vorstandskollegen die Vertreter der 16 Mitgliedsvereine zu einem "Runden Tisch" ins Rathaus eingeladen. Es geht um den Austausch von Ideen über mögliche Kooperationen.

Mittlerweile hat Hans-Jürgen Sura die Trägheit mancher Vereine akzeptiert. Was anderes bleibt ihm auch nicht übrig. Der Alpener kann schließlich niemanden dazu zwingen, sich an Aktionen zu beteiligen oder die Ideen des GSV zu unterstützen. Heute würdigt der Kreissportbund (KSB) Wesel 31 Ehrenamtler aus verschiedenen Kommunen, die sich in ihren Vereinen verdient gemacht haben. Aus Alpen ist niemand dabei. Wobei es sicherlich Helfer gibt, die sich über eine Einladung zum Ehrenamtstag in Neukirchen-Vluyn sehr gefreut hätten. Doch der GSV Alpen konnte dem KSB Wesel keinen Namen vorschlagen. "Ich habe von den Vereinen keine Reaktion auf meine Nachfrage bekommen", sagt Sura verwundert.

"Null Reaktion" erhielt er auch auf seinen Vorstoß für eine Sportlerehrung in Alpen. Mehrfach habe er die Vorstände angeschrieben, ihm doch Vorschläge zu schicken - vergebens. "Es geht nicht nur darum, einen Meister in seiner Sportart zu ehren. Wir wollten einen anderen Weg gehen. Wir haben Aktive und Funktionäre gesucht, die sich durch Besonderheiten herauskristallisieren - beispielsweise durch eine Fairplay-Aktion." Sura kann sich bis heute nicht erklären, warum sie niemand gemeldet hat. "Schade."

Sura war daher positiv überrascht, dass auf seine E-Mail zum Runden Tisch überhaupt Antworten eintrudelten. Der SV Menzelen, RV Eintracht Veen, Viktoria Alpen sowie Aikido Dojo Alpen hatten bis Ende Januar den angehängten Fragebogen ausgefüllt. Später meldeten sich dann doch noch die DLRG-Ortsgruppe und Borussia Veen. Das ist allerdings nicht mal die Hälfte der Alpener Sportvereine. Dabei sieht Sura den Gemeindesportverband als Serviceleister, der den Clubs unter die Arme greift und Tipps gibt, oder als Vermittler auftritt, wenn's um Fördermittel aus der öffentlichen Hand geht. "Doch alle Ideen und Angebote nützen nichts, wenn man keine Mitstreiter findet."

Sura hält sich mit allzu lauter Kritik zurück, seine Enttäuschung kann er aber nicht verbergen. Immerhin stellt der Alpener erfreut fest: "Über die Unterstützung der Gemeinde können wir uns nicht beschweren."

Trotz des geringen Rücklaufs auf seine Einladung erwartet der 69-Jährige vom Runden-Tisch-Gespräch einige Erkenntnisse für die zukünftige Zusammenarbeit der Vereine. "Wir hören uns gerne an, wo der Schuh drückt, und versuchen, zu helfen. Je öfter man sich außerdem trifft, desto geringer ist die Gefahr, am Bedarf vorbeizuarbeiten." Hans-Jürgen Sura wünscht sich einen Gedenkenaustausch auf Augenhöhe zwischen dem GSV Alpen und den Clubs und stellte klar: "Wir sind ein Verein der Vereine."

(PUT)