Fußballer vom TuS 08 Rheinberg und Concordia Ossenberg wollen fusionieren

Fußball in Rheinberg : Fusion als Versprechen für die Zukunft

Die Fußballer des TuS 08 Rheinberg und des SV Concordia Ossenberg wollen sich von ihren Stammvereinen abspalten und einen neuen Club gründen. Dieser Schritt ermögliche den Fortbestand im Jugendbereich – und biete sportlich deutlich mehr Optionen.

Während sich Rheinbergs Politik und der Stadtsportverband derzeit über das Sportstättenkonzept streiten, herrscht an anderer Stelle friedliche Einigkeit. Und diese ist derart weit ausgeprägt, dass es in Rheinberg bald wohl einen neuen Fußballverein geben könnte. Denn die Fußball-Abteilungen des TuS 08 Rheinberg sowie des SV Concordia Ossenberg haben in den vergangenen knapp zwei Jahren Pläne für eine Fusion erarbeitet, die nun kurz vor der Umsetzung stehen. Das erklärten Verantwortliche beider Vereine nun in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Zwar ist noch nichts in trockenen Tüchern, denn die Mitgliederversammlungen beider Vereine müssen diesem Schritt noch zustimmen – aber das strukturelle Grundgerüst steht. „Es ist derzeit ein Kooperationsvertrag in der Entwicklung. Denn beide Stammvereine sollen als Kooperationspartner eng mit dem dann neuen Verein verbunden bleiben“, erklärt Dennis Tenge, Geschäftsführer Fußball bei der Concordia. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Dieter Wiekhorst vom TuS sowie Cäcilia Berg und Burkhard Kretschmer aus den Hauptvorständen beider Vereine hat Tenge die Planungen in den vergangenen Monaten vorangetrieben. „Die ersten losen Gespräche gab es im Oktober 2017, es gab eine erste Vision“, sagt Kretschmer.

Und die kam nicht von Ungefähr. „Wir Concordia-Fußballer sind im Winter sowie Dauergast auf der Anlage des TuS 08, denn unser Platz ist dann meist einfach nicht bespielbar. Und die Anlage wird auch nicht besser“, erklärt Tenge. „Langfristig gedacht ist die Infrastruktur in Ossenberg einfach zu schlecht, um das Aus der Fußball-Abteilung abzuwenden.“ Also setzte man sich zusammen, rechnete, diskutierte, überlegte. Dabei spielten auch die Entwicklungen der vergangenen Jahre im Jugendbereich eine Rolle. „Die Jugendmannschaften werden immer weniger. Diese Entwicklung wollen wir auffangen, indem wir die Kräfte bündeln“, sagt Dieter Wiekhorst.

Und da der Verband im Seniorenbereich eine Spielgemeinschaft oberhalb der Kreisligen nicht zulässt, entschied man sich dazu, einen neuen Verein zu gründen. Obwohl man wusste, dass man durchaus auf Widerstände treffen könnte. „Schließlich bedeutet es auch einen großen Identifikationsverlust, wenn es in Ossenberg plötzlich keinen Fußball-Verein mehr gibt“, sagt Tenge. Denn sobald sich die beiden Fußball-Abteilungen einmal von den Stammvereinen abgespalten haben, dürfen letztere keine neuen mehr gründen. „Wenn wir auf Dauer konkurrenzfähig bleiben wollen, bleibt nichts anderes übrig“, so Tenge. Die Concordia will sich künftig auf den Gesundheitssport, der TuS 08 auf die übrigen Ballsportarten konzentrieren.

Sportlich soll der neue Verein dann natürlich auch in höhere Dimensionen vorstoßen. „Wir verfolgen das Ziel, auf Dauer die Kreisliga hinter uns zu lassen“, so Wiekhorst. Doch bis es soweit ist, ist noch ein kleines Stück zu gehen. Im Januar wollen beide Vereine auf außerordentlichen Mitgliederversammlungen über die Abspaltung abstimmen lassen. Bis dahin hat vor allem Tenge aber wohl noch ein wenig Überzeugungsarbeit in Ossenberg zu leisten. „Es gibt noch einige, die diesen Schritt ablehnen. Da geht es natürlich um viel Ideologie und dörflichen Zusammenhalt. Das können wir auch absolut verstehen. Daher werden wir im Dezember noch zu Infoabenden einladen und über die Situation aufklären“, sagt der Concordia-Mann.

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