Fußball TuS Xanten und SV Budberg wollen ihren Heimvorteil nutzen

Niederrhein · Der Bezirksligist TuS Xanten empfängt an diesem Freitag im Viertelfinale des Kreispokals den Landesliga-Spitzenreiter SV Scherpenberg. Der SV Budberg hat Fichte Lintfort zu Gast. Beide Trainer verbindet eine Freundschaft.

 Der Budberger Trainer Tim Wilke stockt den Kader mit einigen A-Jugend-Spielern auf.

Der Budberger Trainer Tim Wilke stockt den Kader mit einigen A-Jugend-Spielern auf.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Bezirksliga gegen Landesliga: So lautet das Motto für die erste Hälfte der Viertelfinal-Partien des Andreas-Thiemann-Kreispokals, die an diesem Freitag mit zwei Spielen, die jeweils um 20 Uhr beginnen, über die Bühne geht. Dadurch, dass der SV Sonsbeck nach dem Aufstieg in die Fußball-Oberliga vom Wettbewerb freigestellt ist, lauern auch der SV Budberg und der TuS Xanten auf ihre Chance. Beide Klubs haben am Freitagabend im Kampf um eines der begehrten Halbfinal-Tickets einen ambitionierten Landesligisten zu Gast.

Die Formkurve des SV Budberg, der in der Vorsaison im Viertelfinale knapp am amtierenden Titelträger aus Sonsbeck scheiterte, zeigt weiter nach oben. Nach dem 4:1-Sieg in Rindern konnte der erste, nach wie vor ungeschlagene Verfolger von Spitzenreiter Viktoria Goch den Abstand zur Tabellenspitze auf zwei Punkte verkürzen. Wohlwissend, dass dem SVB bis zur Winterpause gegen Schlusslicht Aldekerk und die Aufsteiger aus Kevelaer und Straelen noch drei wichtige Aufgaben in der Bezirksliga bevorstehen, geht Tim Wilke das Pokalspiel daheim gegen Fichte Lintfort ohne großen Druck an.

„Wir haben den Schlussspurt im Auge, werden aber trotzdem voll reingehen. Mit einer tollen Kulisse wird unter Flutlicht alles angerichtet sein. Es treffen zwei Teams aufeinander, die einen gepflegten Ball spielen“, sagt der Budberger Trainer, der den einen oder anderen „Vielspieler“ schonen und bei einigen angeschlagenen Akteuren kein Risiko eingehen wird. Wilke stockt den Kader mit einigen A-Jugend-Spielern auf. Kapitän Tim Beerenberg, der Mitte Oktober in Twisteden die Rote Karte sah und noch zwei Bezirksliga-Spiele zuschauen muss, ist im Pokal spielberechtigt und wird im zentralen Mittelfeld beginnen.

Auch Fichte-Stürmer Carlos Candido Pin war seit seinem Platzverweis vom 2. Oktober lange gesperrt. Im Pokal kehrt der Sommer-Neuzugang des GSV Moers ins Team von Meik Bodden zurück. Die Budberger sind gewarnt. Nicht nur weil der 21-Jährige in seinen bisherigen sieben Landesliga-Einsätzen sechs Tore für die Lintforter erzielte, sondern auch im GSV-Trikot gegen Budberg in der Vergangenheit oft für einen Treffer gut war.

„Er hat schon gefehlt“, sagt Meik Bodden der den Pokal 2021 mit Fichte noch als Spieler gewann und einen guten Kontakt zu Tim Wilke pflegt. „Wir haben uns nach der Auslosung direkt geschrieben. Beide Teams legen im Kreis mit die attraktivste Spielweise an den Tag. Budberg wird über Emotionen, Laufstärke und den Push-Effekt von außen ins Spiel kommen.“

Der Fichte-Coach ist froh, dass die Viertelfinals ausnahmsweise mal nicht in einer Englischen Woche ausgetragen werden. Der Landesliga-Fünfte muss seit Saisonstart auf Top-Stürmer Florian Ortstadt verzichten. Viel schwerer wiegt die Kreuzbandverletzung von Kapitän Leslie Rume. „Er ist auf und neben dem Platz für viele Jungs wie der große Bruder. Wir mussten neue Hierarchien aufbauen und befinden uns in einem Prozess, was sich momentan in den wechselhaften Ergebnissen widerspiegelt“, so Bodden.

Der TuS Xanten, der den SV Scherpenberg empfängt, hat die bittere Last-Minute-Pleite beim GSV Moers vom vergangenen Sonntag schnell aufgearbeitet. Die verspielte 2:0-Führung im Bezirksliga-Spitzenspiel hat keine großen Wunden hinterlassen. „Die Mannschaft hat im Training direkt wieder einen spritzigen Eindruck gemacht“, sagt der Xantener Co-Trainer Levin Bardehle. Die personelle Situation hat sich im Vergleich zum Wochenende jedoch nicht verbessert. Jonas Vengels plagt sich weiter mit seiner Schulterverletzung herum, Lukas Maas und Mats Wardemann laborieren an Oberschenkelproblemen. Mit Niklas Maas kann wohl erst in der Rückrunde wieder geplant werden. Viel Zeit zum Kräfteschonen bleibt nicht. So fiebern die Xantener der Herausforderung entgegen und wollen den Heimvorteil auf dem Ascheplatz nutzen sowie nach 2022 die zweite Halbfinal-Teilnahme in Folge schaffen. „Die Jungs sind im Pokal immer heiß. Wir brauchen eine starke Defensivleistung sowie die nötige Portion aus Wille, Kampf und Disziplin“, sagt Bardehle.

Der SV Scherpenberg führt die Tabelle der Landesliga, Gruppe 2, weiter an, obwohl der Aufstiegsfavorit zwei der vergangenen drei Spiele verlor. Ein Grund für den zwischenzeitlichen Leistungsabfall: Auch Ralf Gemmer hat eine lange Ausfallliste zu beklagen. Beinahe die Hälfte der 24 Feldspieler werden auf dem Fürstenberg nicht mit dabei sein. Unter anderem passen müssen der ehemalige MSV-Profi Nico Klotz sowie der 23-Tore-Sturm Maximilian Stellmach und Darius Strode.

Gemmer gibt zu, dass seine Mannschaft das spielfreie Wochenende in der Liga gut zur Regeneration hätte gebrauchen könne. Dennoch ist es das Ziel, den Kreispokal zu gewinnen. „Wir haben extra auf Asche trainiert. Der TuS Xanten ist keine Laufkundschaft und hat eine gute Bezirksliga-Truppe. So viel wie diesmal haben wir zuletzt in der Vorbereitung gewechselt“, sagt der Scherpenberger Coach, der zwangsläufig einigen Spielern eine Chance geben wird, die sonst eher hinten an sind. Dazu zählt auch der Ex-Budberger André Rieger.

„Wir kennen ihn aus den Spielen gegen uns zu gut. Dass er in Scherpenberg zur zweiten Reihe zählt, sagt viel über die Qualität beim Gegner aus“, sagt der Xantener Co-Trainer Bardehle.

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