Fußball-Oberliga 1:0 – SV Sonsbeck rockt die Krefelder Grotenburg

Sonsbeck · Der Aufsteiger spielte beim KFC Uerdingen mutig mit und verdiente sich zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte den „Dreier“. Philipp Elspaß erzielte das entscheidende Tor in der 69. Minute. Co-Kapitän Robin Schoofs verteilte ein Sonderlob an Keeper Tim Weichelt.

„Wir werden uns nicht verstecken“, so lautete die Marschroute von Heinrich Losing vor dem Duell des SV Sonsbeck beim KFC Uerdingen in der Fußball-Oberliga. Der Mut und das Vertrauen in die eigenen Stärken gaben dem Trainer beim Rückrunden-Auftakt Recht. Vor 2203 Zuschauern siegte der Aufsteiger nicht unverdient mit 1:0 im Grotenburg-Stadion. Das goldene Tor erzielte Philipp Elspaß in der 69. Minute. Gleichzeitig revanchierten sich die Rot-Weißen für die unglückliche 0:1-Niederlage im Hinspiel. Sonsbeck liegt nun bei 33 Punkten und hat nur sechs Zähler weniger gesammelt als der KFC, der eigentlich mit einem „Dreier“ eine Serie starten wollte, um die Aufstiegsambitionen zu unterstreichen.

Der Jubel fand kein Ende bei den Gästen nach dem Überraschungssieg. Die knapp 300 mitgereisten Anhänger feierten ausgiebig ihre Helden, die den Rasen gar nicht verlassen wollten. Der Aufsteiger fügte dem ambitionierten Traditionsklub nach tollem und leidenschaftlichem Kampf die vierte Heim-Niederlage zu. Björn Joppe, der neue Trainer der Krefelder, hatte vor der Partie noch angekündigt, dass er seinem Team noch den Aufstieg und einen Durchmarsch von 20 Siegen zutraue. Das war eine zusätzliche Motivationsspritze für den Außenseiter. Joppe wurde bei seinem Debüt eines Besseren belehrt. Die Hausherren mussten sich viel Kritik von den Rängen und gellende Pfiffe anhören. Durch den 1:0-Sieg der SSVg Velbert über den Cronenberger SC beträgt der Abstand für den KFC zum Spitzenreiter nun schon elf Punkte. Nach dem 23. Spieltag sollte in Uerdingen vorerst keiner mehr vom Aufstieg sprechen.

 Sonsbecker Torjubel mit Co-Trainer Jan Schmitz (l.) und Coach Heinrich Losing.

Sonsbecker Torjubel mit Co-Trainer Jan Schmitz (l.) und Coach Heinrich Losing.

Foto: Jakob Klos

Für Losing war‘s ein Sonsbecker Sieg des Willens. Seine Mannschaft brachte von Beginn an eine konzentrierte wie engagierte Leistung auf den Rasen. Die Gäste versteckten sich nicht und boten dem ehemaligen Bundesligisten die Stirn. Losing wird diesen Flutlicht-Abend so schnell nicht vergessen. „Die Jungs werden bestimmt noch was abreißen. Sie haben es sich auch verdient. Aber wichtig ist, dass keiner abhebt. Denn es waren nur drei Punkte gegen den Abstieg – mehr nicht“, resümierte der Coach kurz nach dem Abpfiff.

Bereits in der siebten Minute marschierte Alexander Maas über die linke Seite auf und davon. Seine Hereingabe verpasste Klaus Keisers um Haaresbreite. Nur drei Zeigerumdrehungen später fand Sander Rau seinen Meister in SVS-Keeper Tim Weichelt, der den Kopfball von der Linie kratzte. Maas versuchte es später mit einem Schlenzer (19.). Auf der anderen Seite scheiterten Alexander Lipinski (24.), Younes Mouadden (34.) und Pascal Weber (40.). In der 54. Minute musste Sonsbecks Johnny Lu mit Wadenproblemen runter. Für ihn kam der angeschlagene Sebastian Leurs. „Das ist auch eine Qualität. Die Jungs opfern sich voll auf, obwohl sie Probleme haben. Sebastian hat auf die Zähne gebissen und die linke Seite zu gemacht“, so Losing.

Pascale Talarski (58./67.) versuchte es zweimal mit Distanzschüssen, ehe Elspaß zum 1:0 (69.) traf. Sonsbecks Innenverteidiger verwertete eine Ecke von Jannis Pütz. In der 79. Minute scheiterte Weber per Kopf am Aluminium. In der Schlussphase vergab Sonsbeck noch zwei gute Konterchancen durch Keisers (83.) und Denis Massold (90.+1.). Somit blieb‘s beim 1:0 für die Rot-Weißen.

Philipp Elspaß, hier im Kopfballduell mit Gianluca Rizzo, erzielte das Sonsbecker Tor im Grotenburg-Stadion.

Philipp Elspaß, hier im Kopfballduell mit Gianluca Rizzo, erzielte das Sonsbecker Tor im Grotenburg-Stadion.

Foto: Jakob Klos

Die Hausherren konnten aus ihrer spielerischen Überlegenheit kein Kapital schlagen und fanden über die gesamte Spielzeit kein Mittel, die gut sortierte Gäste-Abwehr zu durchbrechen. „Wir sind ein kleiner Verein, und der KFC hat ganz andere Bedingungen. Da braucht man Spielglück, und das hatten wir in der ein oder anderen Szene. Wir haben sehr viel Herz und Mentalität gezeigt“, meinte Losing. „In der zweiten Halbzeit hatten wir etwas mehr Räume und hätten das Spiel über einen Konter auch eher entscheiden können. Die Jungs haben alles reingeworfen, und wir hatten einen starken Torwart.“ Robin Schoofs, der stellvertretende Kapitän, sagte: „Das war der helle Wahnsinn, das fühlte sich fast so an wie der Aufstieg. Einer ist für den anderen gerannt, wir haben uns in jeden Ball reingeworfen. Tim Weichelt ist über sich hinaus gewachsen. Nach dem 1:0 hatte ich das Gefühl, dass wir die Führung über die Zeit bringen.“