Fußball-Oberliga Nozomu Nonaka – der Pechvogel des SV Sonsbeck

SONSBECK · Der Japaner hat sich erneut schwerer verletzt. So verpasst der 21-Jährige nicht nur das Heimspiel des SVS gegen seinen Ex-Klub. Die Partie gegen den Tabellendritten TVD Velbert findet schon am Samstag statt.

Fällt schon wieder länger aus und muss womöglich am Arm operiert werden: Nozomu Nonaka, der im Sommer vom TVD Velbert zum SV Sonsbeck wechselte.

Fällt schon wieder länger aus und muss womöglich am Arm operiert werden: Nozomu Nonaka, der im Sommer vom TVD Velbert zum SV Sonsbeck wechselte.

Foto: Jakob Klos

Mit dem 2:1-Erfolg der japanischen Nationalmannschaft gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Katar kam zumindest kurz mal Freude bei Nozomu Nonaka auf. Dem 29-Jährigen ist derzeit eigentlich nicht zum Lachen zumute. Zumindest wenn’s um Fußball geht. Denn er ist in dieser Saison der Pechvogel des Oberligisten SV Sonsbeck. Der Japaner, als Last-Minute-Transfer Ende August vom TVD Velbert zu den Rot-Weißen gekommen, sollte die Offensivabteilung verstärken. Doch Verletzungen durchkreuzten das Vorhaben. So muss Nonaka am Samstag, 14.15 Uhr, als Zuschauer die Heimpartie gegen seinen Ex-Klub verfolgen.

Nach zwei Einsätzen in der Liga erlitt der schnelle Flügelspieler in der zweiten Runde des Niederrhein-Pokals beim FC Kosova Düsseldorf einen Innenbandriss im Knie und fehlte seiner Mannschaft rund acht Wochen. Aber der ehrgeizige Kicker kämpfte sich zurück. Am 13. November feierte Nonaka beim FSV Duisburg ein gelungenes Comeback. Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte er seinen ersten Saisontreffer und sorgte mit dem 3:1 für die Entscheidung beim Schlusslicht. Eine Woche später im Viertelfinale des Niederrhein-Pokals musste er den nächsten Rückschlag hinnehmen. Schnell lagen die Rot-Weißen gegen Germania Ratingen mit 0:3 zurück. Nonaka sollte für frischen Wind sorgen und kam nach 37 Minuten in die Partie.

Doch in seiner ersten Szene kam der Außenspieler nach einem Zweikampf zu Fall und kugelte sich unglücklich das rechte Ellbogengelenk aus. Ob eine Operation notwendig ist, wird sich in der nächsten Woche entscheiden. Darüber sollen MRT-Aufnahmen genauere Auskunft geben.

Doch eines steht bereits jetzt fest. Das Fußballjahr 2022 ist für den Japaner vorbei. Er kann der Mannschaft in den verbleibenden vier Partien nicht mehr helfen und ist deshalb sehr geknickt. „Ich habe knapp zwei Monate gefehlt und mich wieder zurückgekämpft. Ich war sehr motiviert und muss jetzt diesen erneuten Rückschlag verkraften. Ich fange wieder von vorne an. Das ist schon sehr hart für mich“, meinte der Offensivmann, der hofft, so schnell wie möglich wieder einsteigen zu können.

Auch sein Trainer Heinrich Losing konnte es nicht fassen: „Der Ausfall ist schon sehr bitter für uns. Es ist nicht gut für Nozomu, aber auch nicht für uns. Aber das passte zu dem gebrauchten Tag gegen Ratingen.“ Also ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub kann Nonaka nicht mitwirken. Die Rot-Weißen erwarten mit dem Turnverein Dalbecksbaum Velbert ein echtes Brett. Die Mannschaft von Trainer Marcel Bastians steht auf dem dritten Platz und weist eine beachtliche Entwicklung auf. In der Saison 2004/2005 spielte der Verein noch in der Kreisliga B. Nach dem Aufstieg 2018 von der Bezirks- in die Landesliga folgte das Jahr danach der Durchmarsch in die fünfthöchste Klasse, wo der TVD die vierte Saison spielt und sich von den Tabellenplätzen her stets nach vorne arbeitete.

Das Team um Kapitän Timo Brauer (ehemals RW Essen) bringt viel Qualität auf den Platz. Neben ihm stehen mit Björn Kluft, Noah Korczowski, Jan-Steffen Meier und Dennis Wegner weitere Ex-Profis im Kader. Velbert kommt mit einer bereiten Brust nach Sonsbeck. Seit sieben Spielen ist der TVD ungeschlagen. Auf fremdes Geläuf hat die Bastians-Elf schon für Überraschungen gesorgt, unter anderem beim Ligaprimus KFC Uerdingen mit 4:1 gewonnen.

„Qualitativ sind wir bei 16, 17 Mannschaften in der Liga unterlegen. Und auch finanziell können wir mit den beiden Mannschaften aus Velbert überhaupt nicht mithalten. Aber jedes Spiel fängt bei Null an, wir müssen andere Tugenden ins Spiel werfen“, meinte Losing, der von seiner Mannschaft ein anderes Auftreten als beim 0:3 gegen Ratingen fordert. „Wir müssen konzentriert, fokussiert und mit einer anderen Einstellung ins Spiel gehen. Dazu gehört auch ein besseres Verteidigen gerade nach Standards.“ Die Enttäuschung nach dem Pokal-Aus sei schon groß gewesen, so Losing. „In solchen Spielen muss eben alles passen. Und das war bei uns leider nicht der Fall.“

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