Fußball-Oberliga Warum der SV Sonsbeck ein Luxusproblem hat

Sonsbeck · Beim Fußball-Oberligisten SV Sonsbeck ist der Konkurrenzkampf derzeit groß, weil nur Luca Janßen verletzt ausfällt. Mit dem nächsten Heimspiel-Gegner, Schwarz-Weiß Essen, verbindet Trainer Heinrich Losing ganz besondere Erinnerungen.

Offensivspieler Jamie van de Loo hofft am Sonntag auf die Rückkehr in die Sonsbecker Startformation.

Offensivspieler Jamie van de Loo hofft am Sonntag auf die Rückkehr in die Sonsbecker Startformation.

Foto: Jakob Klos

Vor einem Jahr fast auf den Tag genau am 4. September war’s Jamie van de Loo, der in der Heimpartie gegen Schwarz-Weiß Essen mit einem Distanzschuss dem SV Sonsbeck am sechsten Spieltag den ersten Saisonsieg (1:0) in der Fußball-Oberliga bescherte. Der Stürmer erzielte das goldene Tor in der siebten Minute. In der laufenden Saison holten die Rot-Weißen den ersten „Dreier“ am vergangenen Sonntag mit einem 2:0-Erfolg in Frintrop bereits am dritten Spieltag. Jamie van de Loo blieb allerdings außen vor. Er stand nicht in der Startelf und wurde auch nicht eingewechselt. Morgen im Heimduell gegen SW Essen (Anstoß 15) sei der 24-Jährige gewiss „wieder eine Option“, sagte SVS-Trainer Heinrich Losing.

Dass sich Jamie van de Loo beim Sieg in Essen über den Aufsteiger mit der Zuschauerrolle begnügen musste, lag nicht an seiner Form. Ganz im Gegenteil, wie Losing bemerkte. „Einstellung und Bereitschaft stimmen bei ihm. Es sind im Moment Kleinigkeiten, nach denen wir als Trainerteam entscheiden, wer spielt oder nicht spielt. Die Qualitätsunterschiede sind nicht allzu groß.“ Losing spricht von einem personellen Luxusproblem. „So eine Situation hatte ich noch nicht, seitdem ich in Sonsbeck tätig bin. Bis auf Luca Janßen sind alle Spieler fit.“ Janßen wird seine Probleme im Leistenbereich nicht los. Seit rund vier Monaten hat er immer wieder Schmerzen.

Jamie van de Loo empfahl sich am Dienstag beim 4:1-Erfolg im Niederrhein-Pokal über TuRa Brüggen mit einem Treffer nachdrücklich für einen Einsatz. Beim Bezirksligisten kamen die Rot-Weißen schwer ins Spiel. Sie traten zu behäbig auf. Der Oberligist war zwar die dominantere Mannschaft, hatte aber auf dem kleinen Rasenplatz nach dem frühen 0:1 Schwierigkeiten, zum eigenen Spiel zu finden und den Gegner unter Stress zu setzen. Spätestens mit dem 2:1 in der 56. Minute durch Yechan Baek befand sich der Favorit aber auf der Siegerstraße.

Gegen Essen am Sonntag sollte der SVS von Beginn an hellwach sein. Das Team von Damian Apfeld tat sich ebenfalls im FVN-Pokal beim Bezirksligisten Sparta Bilk lange schwer, setzte sich aber nach einem 0:1-Rückstand noch mit 3:1 durch. In der Meisterschaft haben die Schwarz-Weißen Nachholbedarf. Zwei Punkte und ein Tor aus drei Partien sind für die Ansprüche des Traditionsklubs viel zu wenig. Zu allem Überfluss sah Coach Apfeld am vergangenen Sonntag beim 0:0 gegen Union Nettetal auch noch die Rote Karte.

SVS-Trainer Losing verbindet ganz besondere Erinnerungen mit dem nächsten Gegner. Trug er doch zwischen 2008 und 2011 das Trikot von SW Essen. Und nicht nur das: Als Abwehrchef mit Kapitänsbinde zog er mit der Mannschaft vom Uhlenkrug 2010 in die erste Runde des DFB-Pokals gegen Alemannia Aachen ein. „Wir haben damals das Finale im Niederrhein-Pokal gegen Gastgeber Rot-Weiss Essen vor knapp 11.000 Zuschauern mit 2:1 gewonnen. Daran denkt man natürlich gerne zurück.“