Fußball-landesligist SV Sonsbeck beschießt Neuausrichtung.

Umdenken beim SVS : Sonsbeck schlägt anderen Weg ein

Die Verantwortlichen des SVS haben sich nach dem verpassten Oberliga-Aufstieg einige Gedanken gemacht und eine strategische Neuausrichtung beschlossen. Keine finanziellen Kraftakte mehr, noch mehr Fokus auf die Jugendarbeit.

Etliche Eigengewächse und Spieler aus der näheren Umgebung gehörten der Mannschaft des SV Sonsbeck an, die 2004 tollen Fußball zeigte und in die Verbandsliga aufstieg. Leitfiguren waren auch Heiner Gesthüsen und Marc Lemkens. Sie bekleiden heute wichtige Funktionärsposten. Lemkens ist Vorsitzender des Gesamtvereins, Gestüsen Leiter der Fußball-Abteilung. Nach enttäuschenden Landesliga-Spielzeiten mit viel Unruhe sollen beim SVS wieder bessere Zeiten anbrechen. Keine finanziellen Kraftakte mehr, Fokus auf die Jugend, Kontinuität auf dem Trainerposten. So wie damals, als Lemkens und Gesthüsen noch auf dem Rasen standen.

Rückblick Nur sechs Siege aus 16 Partien in der zweiten Halbserie sprechen für sich. Nur noch dreimal spielte der SVS nach dem Trainerwechsel zu null. In der Hinrunde war die Mannschaft in 18 Partien neunmal ohne Gegentreffer geblieben. Viele Wechsel in der Viererkette zerstörten die Stabilität. Auf den Außenpositionen fehlte die Dynamik. Längere Ausfälle konnten nicht kompensiert werden. Winterpausen-Neuzugang Andre Trienenjost und Goalgetter Felix Terlinden standen sich oft im Weg.

Heinrich Losing trainiert den SVS ab dem 1. Juli. Foto: Fupa

Neuausrichtung Nachhaltigkeit ist eines der Schlagworte für die Zukunft. Nach dem verpassten Aufstieg werde der Umbruch aktiv vorangetrieben, ohne das Portmonee zu weit aufzumachen, sagt Gesthüsen. Coach Heinrich Losing soll mit seinem Team die Möglichkeit bekommen, etwas Neues in Sonsbeck aufzubauen. Um Reizpunkte zu setzen, wurden viele Spieler-Verträge nicht verlängert. Die Jugendarbeit soll wieder mehr in den Fokus rücken, die Zusammenarbeit mit der in die Bezirksliga aufgestiegenen zweiten Mannschaft intensiviert werden.

Fußball-Abteilungsleiter Heiner Gesthüsen. Foto: NN/n.n.

Trainer Heinrich Losing wurde bereits im Dezember verpflichtet. Der Vorstand gab ihm eine Hauptaufgabe mit auf den Weg: Neben den Eigengewächsen müsse vorrangiges Ziel sein, viele junge, talentierte und „vor allem ehrgeizige Spieler“ zu holen. Diese gelte es zu formen, weiterzuentwickeln und zu integrieren. Gesthüsen: „Wir wollen in den nächsten Jahren etwas aufbauen. Dazu gehen wir bewusst auch etwas ins Risiko. Die Spieler müssen den SV Sonsbeck als Chance sehen, sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln.“ Dafür sei Heinrich Losing die Ideallösung. Er soll länger bleiben. Seit dem Oberliga-Abstieg 2015 versuchten sich sechs Trainer in Sonsbeck.

Kader Zehn Spieler sind gegangen, bislang vier Balltreter hinzugekommen. Insbesondere für die Defensive gibt’s noch Bedarf. „Wir brauchen hungrige, talentierte Spieler, die sich hier voll reinhängen und dem Trainerteam bedingungslos folgen“, so Gesthüsen. In das Muster passen Christian Querhorst, Klaus Keisers und Timo Evertz, allesamt Stammkräfte der „Zweiten“. Sie sind in Sonsbeck groß geworden. Die Verbindung zur A-Jugend und der Bezirksliga-Mannschaft soll durchlässiger sein, Spieler beider Teams regelmäßig am Training der Landesliga-Truppe teilnehmen. Freundschaftsspiele während der Saison sind geplant. Die Verschlankung des Bezirks- und Landesliga-Kaders wird angestrebt, „so dass die Teams ein wenig nebeneinander funktionieren“.

Finanzen Der SVS möchte auf finanzielle Kraftakte verzichten. Gesthüsen: „In diesem Sport und in dieser Liga ist viel zu viel Geld im Spiel. Da winken Vereine unverhältnismäßig mit Geldscheinen. Auf der Strecke bleibt dabei die Identifikation mit dem eigenen Club.“ Und gerade diese Identifikation hat den SVS einst stark gemacht. Marc Lemkens und Heiner Gesthüsen waren mittendrin

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