Fußball : Goldene Zeiten beim SV Sonsbeck II

Fußball-Kreisliga A: Trainer Johannes Bothen geht davon aus, dass er in der anstehenden Saison nicht mehr improvisieren muss, weil ihm zu wenige Spieler zur Verfügung stehen. Jonas Gerritzen ist neuer Kapitän.

Der erste Gewinner der neuen Fußball-Spielzeit in der Kreisliga A dürfte bereits feststehen. Für Johannes Bothen kündigen sich angenehme Wochenenden an. „Jedenfalls dürfte die Zeit der Improvisation vorbei sein“, freut sich der Trainer des SV Sonsbeck II. Vor den Spieltagen der abgelaufenen Saison kreisten seine Gedanken oft genug hauptsächlich um die Frage, „ob wir überhaupt genügend Spieler zusammen bekommen, um antreten zu können“.

Künftig wird er sich an den Samstagen Gedanken machen dürfen, wie Taktik und Aufstellung tags darauf auszusehen haben. „Es ist jetzt so, wie es sein sollte, aber für uns sind das schon goldene Zeiten“, erklärt er mit Blick auf die Vorsaison. Da gab‘s, auch wenn am Ende die Vizemeisterschaft heraussprang, für den Trainer mehr Sorgen und Engpässe als Punkte und Tore.

Bothen darf nunmehr auf einen Kader von 25 Spielern zurückgreifen. Einen eigenen Kader wohlgemerkt, denn, so der Sportliche Leiter der Mannschaft, Tobias Bogedain: „Alle Sonsbecker Mannschaften sind gut aufgestellt und können autark arbeiten.“ „Man wird das nicht nur bei den Spielen sehen“, pflichtet ihm Bothen bei, „sondern bemerkt es vor allem in den Trainingseinheiten.“ Die hat der Coach auch genutzt, um die Ziele seiner Spieler zu hinterfragen. Das Ergebnis hängt als Collage in der Kabine. „Kameradschaft und Leistung stehen bei der Mannschaft ganz oben“, berichtet Bothen.

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Beides muss stimmen, um die Ziele zu erreichen. Der Trainer sieht’s genau so: „Wir wollen oben mitspielen. Aber jetzt zu sagen, dass wir als Vizemeister Favorit sind, zudem einen größeren Kader als im letzten Jahr haben und eine verschworene Gemeinschaft sind, wäre zu einfach.“ Seine Prognose: „In dieser Saison wird keine Mannschaft mit 20 Punkten Abstand Meister werden. Oben werden sich einige Teams tummeln und um den Aufstieg spielen.“

Für die neuen Akteure im Aufgebot waren zumeist keine Führungen nötig, um ihnen ihren Arbeitsplatz vorzustellen. Alexander Gellings hat bereits in der Rückrunde der letzten Saison mitgewirkt; jetzt rückt der 24-jährige Verteidiger offiziell aus der dritten Mannschaft hoch. Mit Torhüter Michael Jansen und den offensiv ausgerichteten Sebastian Hulstein, Lukas Maas, Lucas Ridder und Philipp van Huet kehrten gleich fünf ehemalige Spieler nach ihrer sportlichen Exkursion zur DJK Labbeck-Uedemerbruch in den Willy-Lemkens-Sportpark zurück. Das Quintett hat mühelos ins Team zurück gefunden. „Der Kontakt zu ihnen war auch nie abgerissen“, fügt Bogedain hinzu.

Etwas länger musste die Zweitvertretung dagegen auf Maximilian Hans warten. Der 21-jährige Abwehrspieler, der die Sonsbecker Jugend durchlaufen hat, folgte vor zwei Jahren seinem ehemaligen Trainer Thomas Geist zum FC Meerfeld, wo er lange Stammspieler des Bezirksligisten war. An alter Wirkungsstätte wäre er ein möglicher Nachfolger auf dem Posten von Jonas Vengels, der die Mannschaft nach acht Jahren verlassen und nun in der Landesliga mit dem SV Hönnepel/Niedermörmter gegen die Sonsbecker Erstvertretung aufläuft. Jüngster im Bunde der Mannschaft ist Tobias Ries. Der 18-Jährige kam mit der Empfehlung seines damaligen Trainers Torsten Weist, inzwischen für die Sonsbecker A-Junioren verantwortlich, vom TuS Xanten. Ries ist sowohl für die zweite als auch die dritte Mannschaft gemeldet – da wird man sehen, wohin der Weg des talentierten Abwehrspielers führt. „Er bringt auf jeden Fall Ehrgeiz und Willen mit“, hat sich Bothen vergewissert, „und er wird hier einen Riesenschritt machen“, ist er vom Talent des Youngsters überzeugt.

Neuer Kapitän ist Jonas Gerritzen, der sich nach seinen letztjährigen Einsätzen in der ersten Mannschaft aufgrund seines Sportstudiums gänzlich auf die Zweitvertretung konzentrieren wird. Bothen, in der vergangenen Spielzeit der Not geschuldet selbst noch 21mal mit dem Team angetreten, wird künftig nicht mehr auf dem Platz stehen. „Vielleicht beim Abschlussspiel im Training, ansonsten wird es das nicht mehr geben“, verkündet der 32-Jährige das Ende seiner aktiven Laufbahn. Stattdessen hat er schon die Weichen für das erste Saisonspiel daheim gegen den VfL Rheinhausen gestellt. „Bei neun Akteuren bin ich mir schon sicher, dass sie dabei sein werden“, schwebt ihm die Anfangsformation bereits vor. Da dürfte der Samstag vor dem Auftaktspiel ja ein ganz ruhiger werden.