Fußball : Budberg II setzt sich mehrere Ziele

Fußball-Kreisliga A: Nisfad Grgic, der neue Trainer des Aufsteigers, will jeden Spieler auf den Weg zum Klassenerhalt weiterentwickeln.

Nisfad Grgic wird sich umstellen müssen. In der vergangenen Fußball-Saison führte der 33-Jährige die dritte Vertretung des SV Budberg auf den dritten Rang in ihrer Kreisliga B-Gruppe. „Da lag der Altersdurchschnitt der Mannschaft an manchen Sonntagen gefühlt bei 35 Jahren“, erinnert er sich. In dieser Spielzeit wird der Trainer den Spaß haben, mit ganz „jungen Hüpfern“ an den Start gehen zu dürfen – in der zweiten Mannschaft des SVB, zu deren sportlich Verantwortlicher an der Seitenlinie er vor wenigen Wochen befördert wurde.

Drei Jahre hat es zwar gedauert, bis sich der SVB II nach seinem Abstieg 2015 in der A-Liga zurückmeldete. Das Zeugnis, mit dem er sich wieder anmeldet, wird Grgic die gemeinsame Arbeit erleichtern. Nur eine Niederlage während der gesamten Saison, daber nur zwölf Gegentore hingenommen, das sind Zahlen und Grundlagen, auf denen das Team auch eine Etage höher aufbauen kann. Aber, Grgic darf sich aus eigener Anschauung sicher sein, dass da Fallstricke warten.

Vor zwei Jahren noch verhalf er der ersten Mannschaft des Clubs als erfolgreicher Torschütze zur Meisterschaft in der A-Liga. Er kennt sich also bestens aus in seinem neuen Metier, kennt die gegnerischen Teams und deren Akteure. „Die heutige Kreisliga A hat ein Niveau wie die Bezirksliga vor fünf Jahren“, lautet seine These. „Jeder will oben mitspielen, um sie schleunigst zu verlassen.“ Sein Team mittendrin im Haifischbecken? „Es wird für die Mannschaft ein Riesenunterschied werden“, erklärt Grgic sein Vorbereitungsprogramm und die anstehenden Veränderungen.

„In der A-Liga kann man nicht stupide mit einer Viererkette in der Abwehr spielen und sich allein auf seine gute Defensivarbeit verlassen“, stellt er klar. Also sind künftig neue Spielsysteme mit variablen Akteuern gefragt, die den Ball nicht nur spazieren führen. „Der Außenverteidiger muss auf der Sechserposition spielen können, der Torjäger auch die Angriffe einleiten oder auf die Flügel ausweichen können“, lautet seine Kurzinterpretation des neuen Budberger Spiels in der A-Liga. Das ist anstrengender als bloßes Ballgeschiebe in der Vorbereitung, wird von der Mannschaft aber angenommen. „Die Jungs sind sehr ehrgeizig und wissbegierig“, freut sich Grgic über die Trainingseindrücke, die ihn zuversichtlich machen.

Vom Verein wurde der Klassenerhalt als Ziel genannt, der Trainer legt noch eins drauf. „Die Entwicklung der jungen Mannschaft steht für mich an erster Stelle“, erklärt er. „Wir werden unsere Ziele jede Woche neu festlegen und die Mannschaft wird dann am Ergebnis ablesen können, ob sie ein geiles Spiel gemacht hat oder nicht.“ Grgic ist optimistisch. „Der 14. Platz ist nicht mein Anspruch; diese Mannschaft sollte schon etwas höher denken.“

Sieht man von Torhüter David Dohmen ab, der wieder im Kader der ersten Budberger Vertretung aufgeführt wird, darf Grgic mit dem Aufstiegsteam nebst fünf neuen Spielern arbeiten. Kandidat für den Job zwischen den Pfosten ist Jan-Wellem Gebuhr, zuletzt noch im Dress des SuS Rayen und mit interessanter Vita auf dem Fußballplatz. „Er war lange Feldspieler und ist erst seit zwei Jahren Torhüter“, verrät Grgic. Zweiter „externer“ Neuzugang ist Sven van Dyck. Der Mittelfeldakteur, der im August seinen 21. Geburtstag feiert, bestritt in der vergangenen Saison noch 16 Spiele für den Ligarivalen TV Asberg, trainiert aber schon seit dem Frühjahr mit dem Budberger Team.

Adrian Dönicke soll trotz längerer Verletzungspause der Sprung von den A-Junioren gelingen, auch für Hendrik Knoll, ebenfalls der Defensive zugerechnet, steht nach fast zweijähriger Unterbrechung, während der die Ausbildung zum Feuerwehrmann im Vordergrund stand, das Comeback an. In vorderster Linie wird der 18-jährige Lennard Auweiler für Wirbel sorgen. „Er wirkt wie ein schmächtiger Konfirmant, aber er hat enorm viel Power und Geschwindigkeit“, warnt Grgic die Liga schon einmal vor.

Der Coach der „Zweiten“ freut sich zudem, dass ihm mit Roman Heger ein erfahrener Co-Trainer an der Seite steht. „Ich profitiere auch von seinen vielen guten Ideen“, beschreibt er die Zusammenarbeit mit dem zwei Jahre älteren B-Lizenz-Inhaber. „Wir schwimmen auf einer Wellenlänge.“

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