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Fußball-Kreisliga A: Alpen rennt Ansprüchen hinterher

Fußball : Alpen rennt Ansprüchen hinterher

Fußball-Kreisliga A: Die Bilanz der Zugänge fällt bescheiden aus. Routinier Björn Kluckow ist schon wieder weg.

Elfter Tabellenplatz, gerade einmal zwölf Punkte nach zehn Saison-Spielen – zufrieden wird beim Fußball-A-Ligisten Viktoria Alpen mit dieser Bilanz niemand sein. Drei Siege, drei Unentschieden und dazu noch vier Niederlagen gab’s, was den Ansprüchen von Trainer Jörg Schütz und der Mannschaft nicht entsprechen dürfte.

Ein Grund dafür ist auch in Reihen der aktuellen Neuzugänge zu suchen. In den vergangenen Spielzeiten seit dem Aufstieg im Sommer 2015 durfte Schütz zwar nicht allzu viele neue Akteure begrüßen, wohl aber Spieler, die das Bild der Alpener Auswahl auch heute noch entscheidend prägen. Mit Nils Speicher, Marcel Sura, Torhüter Patrick Dahm, Christoph Ley, Jannik Jauer, Dominik Algra und Andreas Dargel hat der Coach in den zurückliegenden Jahren Spieler in sein Team integriert, um die ihn heute die gesamte Liga beneiden dürfte.

So weit sind die „Neuen“ in dieser Saison noch längst nicht. Im Gegenteil – gemessen an ihren bisherigen Einsatzzeiten hört sich ihre Bilanz eher mager an. Zum Stammspieler hat es noch keiner geschafft; in diese Rolle könnte am ehesten der aus Bönninghardt gekommene Boris Oymann schlüpfen, der in den letzten Begegnungen in der Startformation stand. Auf einige wenige Einsätze kommen dagegen Mike Hintze, Fabian Pikorski und Phillip Brand, während die auf dem Foto der Neuzugänge noch freundlich blickenden Mark Spengler, Luca Coenen und Markus Trinkert lediglich in der Vorbereitung zum Einsatz gekommen sind. Immerhin stehen sie noch im Kader, während für den „prominentesten“ Spieler unter den Zugängen des Sommers das Kapitel beim A-Kreisligisten sogar schon wieder beendet ist.

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Ohne auch nur einmal in der Meisterschaft am Ball gewesen zu sein, hat sich Björn Kluckow schon wieder aus dem Team gespielt. Aus sportlichen Gründen, weil der ehemalige Sonsbecker Landesliga-Kicker nach seiner Zeit als Ersatz-Torhüter der DJK Labbeck/Uedemerbruch längst nicht mehr die Fitness mitbrachte, die ihm in Alpen sofort zu einem Stammplatz in seiner gewohnten Rolle als Feldspieler verholfen hätte.

Ein übriges tat eine Wadenverletzung, die den inzwischen 38-Jährigen noch weiter zurück warf. Und weil Kluckow aus beruflichen Gründen ohnehin nur einmal pro Woche hätte trainieren können, wäre dies alles „nicht unbedingt ausreichend“ gewesen, wie Schütz es formuliert. Alles aber kein Grund, sich sofort wieder aus den Augen zu gehen – das hatte einen ganz andere Ursache.

Während der Trainer vor einem der Testspiele im Juli sich nämlich mit den zehn aufgebotenen Feldspieler zur Besprechung zurückzog, wurde Kluckow gebeten, als vorgesehener Ersatzakteur mitzuhelfen, den Torwart auf die Partie vorzubereiten. Dies aber nicht von Schütz, sondern von Andreas Maaß, der bei der Viktoria neben seiner aktiven Rolle zwischen den Pfosten gleichzeitig auch als Torwarttrainer arbeitet. „Ich kannte das nicht“, hat Kluckow die Szene noch vor Augen. „Aber ich hätte es schon gut gefunden, wenn mich in diesem Moment nicht ein Mitspieler, sondern der Trainer angesprochen hätte.“ Er fügt hinzu: „Ich fand mich nicht nur in dieser Szene fehl am Platz, und das brauche ich in meinem Alter nicht mehr.“

„Es ist schon schade, wenn eine Zusammenarbeit so endet“, antwortet Schütz, für den die damalige Szene in der Kabine im Rückblick nicht mehr als „Kinderkram“ ist. „Und selbst wenn er sagt, ich hätte mich nicht genügend um ihn gekümmert: Björn ist doch alt genug, um zu wissen, worauf es ankommt. Ich gehe davon aus, dass er erkannt hat, wie schwer es für ihn werden würde, sich in die Mannschaft rein zu arbeiten“, vertritt er seinen Standpunkt. Nichtdestotrotz habe er weiterhin den Kontakt zum Spieler gesucht: „Ich habe ihm eine SMS geschickt, aber er hat sich nicht mehr gemeldet.“

Das war‘s dann also schon. Kluckow bezeichnet den Wechsel nach Alpen inzwischen als „einen ärgerlichen Irrtum“. Weil er sich bis zum 31. August nicht von der Viktoria abgemeldet hat, zwingt ihn dieser Irrtum nun zu einer längeren Pause. „Aufhören möchte ich jedenfalls noch nicht“, hofft er nach der Winterpause auf einen Neuanfang in einem anderen Verein.